Kasseler mit Hirse 🇩🇪
Zutaten:
- 750 g Kasseler (geräucherte Schweinebrust)
- 1 Tasse Hirse (ca. 200 g)
- 1 Zwiebel (fein gewürfelt)
- 1 Knoblauchzehe (zerdrückt)
- Salz
- Dazu: Sauerkraut
Zubereitung:
- Kasseler kochen: Kasseler mit Wasser knapp bedeckt weichkochen.
- Hirse & Gewürze zugeben: Kurz vor Ende der Garzeit gewaschene Hirse, Zwiebel und zerdrückten Knoblauch in die Brühe geben.
- Einkochen lassen: Alles zusammen weichkochen, bis die Hirse gar ist und die Brühe fast vollständig aufgenommen wurde.
- Abschmecken: Mit Salz würzen.
- Servieren: Heiß mit Sauerkraut servieren.
Geschichte & Hintergrundwissen
Ein Gericht der Bescheidenheit
- Kasseler mit Hirse ist ein typisches schlesisches Gericht aus der bäuerlichen und Arbeiterküche. Es entstand aus der Not, preiswerte Zutaten wie Hirse (ein „Arme-Leute-Getreide“) und geräuchertes Fleisch (Kasseler) zu einer sättigenden Mahlzeit zu kombinieren.
- Hirse war in Schlesien und Osteuropa jahrhundertelang ein Grundnahrungsmittel, da sie auch auf kargen Böden wuchs und lange haltbar war.
Kulturelle Bedeutung & Aberglaube
- Der Spruch „Hirse zu Neujahr – Geld im kommenden Jahr“ zeigt, wie tief das Gericht in der Volksüberlieferung verwurzelt ist. Hirse galt als Symbol für Fruchtbarkeit, Wohlstand und Glück – wer sie aß, sollte im neuen Jahr nicht hungern müssen.
- In Schlesien wurde Hirse oft an Festtagen serviert, besonders zu Silvester oder Neujahr, um Glück zu bringen.
Warum Sauerkraut?
- Sauerkraut war in Osteuropa und Schlesien ein wichtiges Wintergemüse – es hielt sich monatelang und lieferte Vitamin C.
- Die Kombination aus geräuchertem Kasseler, herzhafter Hirse und sauerem Kraut ist ein perfektes Beispiel für die „süß-saure-herzhafte“ Geschmacksharmonie der schlesischen Küche.
Regionale Varianten
- In manchen Haushalten wurde die Hirse vorher angeröstet, um ihr ein nussigeres Aroma zu geben.
- Statt Kasseler kam manchmal geräucherte Mettwurst oder Speck zum Einsatz.
- In modernen Varianten wird das Gericht mit Majoran, Kümmel oder Lorbeer verfeinert.
Serviertipp:
- Klassisch mit dunklem Roggenbrot und einem Schuss Apfelsaft oder Bier.
- Modern: Mit gerösteten Zwiebeln oder Speckwürfeln als Topping.
Fun Fact: In manchen schlesischen Familien wurde das Gericht auch als „Hirsekassler“ bezeichnet – ein Zeichen dafür, dass es als Festtagsessen galt, obwohl es aus einfachen Zutaten bestand.


