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	<title>Börtchen &#8211; Historisch Kochen</title>
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	<description>Alte Rezepte online</description>
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		<title>Kerscheplotzer (Pfälzischer Kirschen-Brotauflauf) 🇩🇪</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2026 15:30:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beilagen]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptgerichte]]></category>
		<category><![CDATA[Biutter]]></category>
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					<description><![CDATA[Kerscheplotzer (Pf&#228;lzischer Kirschen-Brotauflauf) &#127465;&#127466; Zutaten 8&#8211;10 altbackene Br&#246;tchen (Wei&#223;brot) &#189; l Milch 4 Eier 125 g Butter 4 EL Zucker 1 P&#228;ckchen Vanillezucker 1 Messerspitze gemahlener Zimt 500 g Sauerkirschen mit Kern 100 g Mandeln oder Waln&#252;sse Butter (f&#252;r die Form) Zubereitung Brot einweichen Das geschnittene Wei&#223;brot mit der hei&#223;en Milch &#252;bergie&#223;en und ziehen lassen. <a href="https://historischkochen.de/kerscheplotzer-pfaelzischer-kirschen-brotauflauf-%f0%9f%87%a9%f0%9f%87%aa/" class="excerpt-more">[...]</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Kerscheplotzer (Pfälzischer Kirschen-Brotauflauf) <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f1e9-1f1ea.png" alt="🇩🇪" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></h1>
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<div class="markdown-container-style max-w-none gap-1 overflow-x-visible py-0 pb-0 font-normal text-wrap break-words select-text" dir="auto">
<h3><strong>Zutaten</strong></h3>
<ul>
<li>8–10 altbackene Brötchen (Weißbrot)</li>
<li>½ l Milch</li>
<li>4 Eier</li>
<li>125 g Butter</li>
<li>4 EL Zucker</li>
<li>1 Päckchen Vanillezucker</li>
<li>1 Messerspitze gemahlener Zimt</li>
<li>500 g Sauerkirschen mit Kern</li>
<li>100 g Mandeln oder Walnüsse</li>
<li>Butter (für die Form)</li>
</ul>
<hr />
<h3><strong>Zubereitung</strong></h3>
<ol start="1">
<li><strong>Brot einweichen</strong><br />
Das <strong>geschnittene Weißbrot mit der heißen Milch übergießen</strong> und ziehen lassen.</li>
<li><strong>Butter-Ei-Masse rühren</strong><br />
Die <strong>Eigelbe mit der angewärmten Butter und dem Zucker schaumig rühren</strong>.<br />
Dazu kommen die <strong>Gewürze</strong> (Vanillezucker, Zimt) und das <strong>eingeweichte Weißbrot</strong>, dann die <strong>Kirschen</strong>, die <strong>grob gehackten Mandeln oder Walnüsse</strong> und zuletzt der <strong>steif geschlagene Eierschnee</strong> (vorsichtig unterheben!).</li>
<li><strong>Backen</strong><br />
Eine <strong>Auflaufform mit Butter ausstreichen</strong> und die lockere Masse hineinfüllen.<br />
Den Kuchen <strong>bei 190 °C backen</strong> – bei ausreichendem Vorheizen genügen <strong>30–40 Minuten</strong>.<br />
Sollte die Oberfläche zu braun werden, muss sie <strong>abgedeckt</strong> werden.</li>
</ol>
<p><strong>Serviervorschlag:</strong><br />
Lauwarm mit <strong>Vanillesauce</strong>, kalter <strong>Milch</strong> oder <strong>Sahne</strong> – der Pfälzer Klassiker als süßes Hauptgericht (Dinersuppe&#8230; nein: &#8220;Süßes Hauptessen&#8221;, wie es in der Pfalz Tradition ist!).</p>
<hr />
<h3><strong>Hintergrundwissen und Geschichte</strong></h3>
<h4><strong>Der &#8220;Plotzer&#8221;: Pfälzer Wort für einen ganzen Kuchen-Typ</strong></h4>
<ul>
<li><strong>&#8220;Kerscheplotzer&#8221;</strong> (pfälzisch: <em>Kersche</em> = Kirschen, <em>Plotzer</em> = &#8220;Plumper Kuchen/Spießer&#8221;) gehört zur Familie der <strong>pfälzischen Auflauf- und Restekuchen</strong>:
<ul>
<li>Der Name kommt von &#8220;plotzen&#8221; – im Pfälzer Sprachgebrauch: etwas <strong>plumpes, Klumpiges Backen</strong> – die Masse &#8220;plotzt&#8221; in die Form</li>
<li>Verwandte Namen in der Region: <strong>&#8220;Kartoffelplotzer&#8221;</strong> (Kartoffelauflauf-Kuchen) und ähnliche &#8220;Plotzer&#8221;-Gerichte – der Plotzer ist eine eigene pfälzische Gattung</li>
</ul>
</li>
<li>Der Kerscheplotzer ist ein klassisches <strong>Süßes Hauptgericht</strong> – in der Pfalz (wie in ganz Süddeutschland) war die Tradition der &#8220;süßen Hauptspeise&#8221; weit verbreitet: <strong>Dampfnudeln, Kerscheplotzer, Scheiterhaufen</strong> – Mehlspeisen und Aufläufe als vollwertiges Essen, nicht als Nachspeise!</li>
</ul>
<hr />
<h4><strong>Die Familie der &#8220;Arme-Ritter&#8221;-Aufläufe</strong></h4>
<ul>
<li>Der Kerscheplotzer gehört zur großen europäischen Familie der <strong>Brotaufläufe</strong> – überall dasselbe Prinzip (altbackenes Brot + Milch + Eier + Zusätze):
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<div class="w-full pt-3" data-rich-table-inner-html="&lt;table&gt;
  &lt;thead&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;th&gt;&lt;strong&gt;Region&lt;/strong&gt;&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;&lt;strong&gt;Name&lt;/strong&gt;&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;&lt;strong&gt;Besonderheit&lt;/strong&gt;&lt;/th&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/thead&gt;
  &lt;tbody&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Pfalz&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Kerscheplotzer&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Mit Sauerkirschen und Nüssen&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Bayern/Österreich&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Scheiterhaufen&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Mit Äpfeln, in Schichten&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Frankreich&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Pain perdu&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;In Scheiben gebraten&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;England&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Bread and butter pudding&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Geschichtet, mit Rosinen&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Italien&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Zuppa inglese-Verwandte&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Brot in Alkermes getränkt&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;" data-rich-table-title=""></p>
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<div class="overflow-x-auto">
<table>
<thead>
<tr>
<th><strong>Region</strong></th>
<th><strong>Name</strong></th>
<th><strong>Besonderheit</strong></th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td><strong>Pfalz</strong></td>
<td>Kerscheplotzer</td>
<td>Mit Sauerkirschen und Nüssen</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Bayern/Österreich</strong></td>
<td>Scheiterhaufen</td>
<td>Mit Äpfeln, in Schichten</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Frankreich</strong></td>
<td>Pain perdu</td>
<td>In Scheiben gebraten</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>England</strong></td>
<td>Bread and butter pudding</td>
<td>Geschichtet, mit Rosinen</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Italien</strong></td>
<td>Zuppa inglese-Verwandte</td>
<td>Brot in Alkermes getränkt</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
</div>
</div>
</div>
</li>
<li>Alle sind <strong>Resteküche</strong>: Altes Brot wurde durch Einweichen und Backen zu einem feinen Gericht &#8220;veredelt&#8221; – nichts wurde weggeworfen.</li>
</ul>
<hr />
<h4><strong>Sauerkirschen mit Kern: Die Pfälzer Frucht</strong></h4>
<ul>
<li>Die Pfalz ist das <strong>größte deutsche Sauerkirschen-Anbaugebiet</strong> – die <strong>&#8220;Schattenmorelle&#8221;</strong> wächst in den饭&#8230; in den Obstgärten rund um die Deutsche Weinstrße:
<ul>
<li>Sauerkirschen haben die klassische <strong>Säure, die gegen die Süße des Zuckers</strong> spielt – der Kerscheplotzer ist deshalb kein &#8220;süßer Klebekuchen&#8221;, sondern frisch-ausgewogen</li>
<li><strong>&#8220;Mit Kern&#8221;</strong> gekocht ist die traditionelle Methode: Der Kern gibt beim Backen <strong>Bittermandel-Aroma</strong> (Amygdalin in der Kirschgrube!) ab – derselbe Effekt wie beim berühmten <strong>Schwarzwalder Kirschtorte</strong>-Pfund: geschlagenes Kirschwasser oder zerstoßene Kerne</li>
</ul>
</li>
<li>Wer es edler will: einen Schuss <strong>Kirschwasser</strong> in die Masse – die Pfalz brennt selbst Kirsch (und sonst Zwetschgen und Mirabellen).</li>
</ul>
<hr />
<h4><strong>Eischnee: Die Leichtigkeit des Plotzers</strong></h4>
<ul>
<li>Der <strong>steif geschlagene Eierschnee</strong>, der zuletzt untergehoben wird, ist das Qualitätsmerkmal:
<ul>
<li>Er macht den Auflauf <strong>luftig-locker</strong> statt schwer-klossig – der Plotzer &#8220;geht auf&#8221; wie ein Soufflé</li>
<li>Deshalb auch die Vorsicht: <strong>vorsichtig unterheben</strong>, nicht kräftig rühren – die Luftblasen müssen erhalten bleiben</li>
</ul>
</li>
<li>Das ist dieselbe Technik wie beim <strong>Auflauf nach Müllerin Art</strong> oder dem klassischen <strong>Grießauflauf</strong>: Eiweiß getrennt verarbeitet.</li>
</ul>
<hr />
<h4><strong>Mandeln oder Walnüsse: Die zwei Möglichkeiten</strong></h4>
<ul>
<li>Die Vorlage lässt die Wahl: <strong>Mandeln oder Walnüsse</strong>:
<ul>
<li><strong>Mandeln</strong>: milder, &#8220;bürgerlich&#8221;, harmonieren mit Zimt und Kirschen (klassisch!)</li>
<li><strong>Walnüsse</strong>: herber, herbstlicher – in der Pfalz weit verbreitet (die Walnussbäume der Weinberge!) und kräftiger im Aroma</li>
</ul>
</li>
<li>Beide geben <strong>Biss und Fett</strong> in die weiche Brot-Kirsch-Masse.</li>
</ul>
<hr />
<h4><strong>Bürgerliche Süßhauptgericht-Kultur</strong></h4>
<ul>
<li>Der Kerscheplotzer zeigt die vollendete <strong>&#8220;Süßspeise als Mahlzeit&#8221;</strong>:
<ul>
<li><strong>Brot</strong> (Sättigung), <strong>Eier</strong> (Eiweiß), <strong>Milch</strong> (Kalzium), <strong>Butter</strong> (Energie), <strong>Kirschen</strong> (Vitamine), <strong>Nüsse</strong> (Fett/Eiweiß) – ein vollwertiges Essen ohne Fleisch</li>
<li>Historisch oft <strong>an Fastentagen</strong> oder als <strong>sommerliches Kirschen-Essen</strong> serviert, wenn die Ernte anfiel</li>
<li>Die Kinder&#8230; genau wie bei den Bauchstecherle: <strong>Resteküche schmeckt Kindern besonders</strong> – süß, weich, mit Kirschen!</li>
</ul>
</li>
</ul>
<hr />
<h4><strong>Tipps für den perfekten Kerscheplotzer</strong></h4>
<ol start="1">
<li><strong>Wirklich altbackene Brötchen:</strong> <strong>1–2 Tage altes Weißbrot</strong> ist ideal – es saugt die Milch auf, ohne zu zerfallen. Frisches Brot wird breiig!</li>
<li><strong>Brot gut ausdrücken (leicht):</strong><br />
Wenn nach dem Einweichen viel Milch übrig bleibt, das Brot <strong>leicht ausdrücken</strong> – sonst wird der Plotzer wässrig.</li>
<li><strong>Kirschen abtropfen:</strong><br />
Kirschen aus dem Glas <strong>abtropfen lassen</strong> (Saft auffangen – für Sauce oder zum Trinken!). Tiefkühl-Kirschen auftauen und abtropfen.</li>
<li><strong>Eischnee richtig unterheben:</strong><br />
Erst <strong>ein Drittel des Eischnees</strong> unterrühren (lockert die Masse), dann den <strong>Rest vorsichtig unterheben</strong> – mit Spatel in Schneebewegung.</li>
<li><strong>Form großzügig buttern:</strong><br />
Butter auch den <strong>Rand</strong> einstreichen – der Plotzer geht auf, und die Kruste am Rand ist die Leckerei.</li>
<li><strong>Abdecken rechtzeitig:</strong><br />
Nach ca. 25 Minuten prüfen: Wird die Oberfläche <strong>zu dunkel</strong>, mit <strong>Alufolie oder Backpapier</strong> abdecken – innen gart er weiter.</li>
<li><strong>Stäbchenprobe:</strong><br />
Der Plotzer ist fertig, wenn das <strong>Stäbchen sauber</strong> herauskommt – innen darf er noch <strong>leicht feucht-saftig</strong> sein (Eischnee-Textur!).</li>
</ol>
<hr />
<h4><strong>Varianten</strong></h4>
<ul>
<li><strong>Mit Kirschwasser:</strong> <strong>1–2 EL Kirschwasser</strong> in die Masse – die Pfälzer Erwachsenen-Variante (verstärkt das Kern-Aroma).</li>
<li><strong>Mit Apfelscheiben (Scheiterhaufen-Art):</strong><br />
Statt Kirschen: <strong>Apfelscheiben mit Zimt</strong> – der bayerisch-österreichische Scheiterhaufen.</li>
<li><strong>Mit Zwieback statt Brötchen:</strong> <strong>Zwieback oder Toastbrot</strong> statt Brötchen – die gleichmäßige Vorratsvariante.</li>
<li><strong>Mit Grieß-Zugabe:</strong> <strong>2 EL Grieß</strong> in die Masse – bindet zusätzlich, macht den Plotzer schnittfester.</li>
<li><strong>Mit Streuseln obenauf:</strong> <strong>Butter-Zucker-Mehl-Streusel</strong> vor dem Backen – die süße Krusten-Variante.</li>
<li><strong>Mit Vanillesauce (klassisch):</strong><br />
Die warme <strong>Vanillesauce</strong> ist die klassische Begleitung – der Plotzer saugt sie auf.</li>
</ul>
<hr />
<p><strong>Dazu passt:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Vanillesauce</strong> (der Klassiker!)</li>
<li><strong>Kalte Milch</strong> (das Kinder-Essen) oder <strong>geschlagene Sahne</strong></li>
<li>Ein Glas <strong>Kirschsaft</strong> vom Abtropfen</li>
<li>Aus der Region: ein <strong>riesenglas Pfälzer Kirschwasser</strong> oder ein süßer <strong>Riesling/Weißherbst</strong> als Digestif</li>
</ul>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
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