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Okt. 022026
 

Süppchen von Mies- und Jakobsmuscheln (Muschelsüppchen mit Riesling 🇩🇪

Friesisches Rezept

Zutaten

  • 1 Stange Porree
  • 2 Zwiebeln
  • 40 g Butter (plus 2 EL zum Binden)
  • 800 g Miesmuscheln
  • 250 ml trockener Riesling
  • 2 EL Mehl
  • 250 g Jakobsmuscheln
  • 160 g Crème fraîche
  • Salz
  • 120 g Sauerampfer oder Kerbel

Zubereitung

  1. Gemüse vorbereiten
    Den Porree putzen, waschen und würfeln. Die Zwiebeln schälen und ebenfalls würfeln.
  2. Miesmuscheln garen
    Die 40 g Butter in einer Pfanne erhitzen und die Hälfte von Porree und Zwiebeln 5 Minuten andünsten.
    Die Miesmuscheln zugeben, mit der Hälfte des Rieslings aufgießen, zugedeckt kochen, bis sich die Muscheln öffnen und gar sind (ca. 5–8 Minuten; geschlossene Muscheln verwerfen!).
  3. Suppe binden
    Die Muscheln mit 2 EL Butter und 2 EL Mehl binden und kurz aufkochen.
  4. Jakobsmuscheln pochieren
    Die Jakobsmuscheln im restlichen Wein mit den übrigen Porree- und Zwiebelwürfeln pochieren, bis sie gar sind (ca. 2–3 Minuten – sie sollen außen weiß, innen noch zart sein).
    Herausnehmen und warm stellen.
  5. Sud pürieren
    Den Pochiersud mit dem Mixstab pürieren und mit der Crème fraîche verfeinern.
    Durch ein Haarsieb gießen und mit Salz abschmecken.
  6. Vollenden
    Die Mies- und Jakobsmuscheln zugeben und alles nochmals erhitzen (nicht mehr kochen!).
    Den Sauerampfer oder Kerbel waschen, in feine Streifen schneiden, zur Suppe geben und die Suppe heiß servieren.

Hintergrundwissen und Geschichte

Muschelsüppchen: Der Klassiker der feinen Küche

  • Ein “Suppchen” (Petite Soupe) mit Mies- und Jakobsmuscheln ist ein klassisches Gericht der französisch geprägten feinen Küche – Muscheln galten seit jeher als edel und festlich, und die Verbindung mit Riesling verweist auf die elsässische und deutsche Spitzengastronomie.
  • Das Gericht vereint die zwei großen Muschelwelten:
    • Miesmuscheln – die “einfache”,砂reiche Nordseemuschel mit kräftigem Eigengeschmack
    • Jakobsmuscheln (Coquilles Saint-Jacques) – die edle Pilgermuschel mit zartem, süßlichem Fleisch
  • Der Trick: Beide geben ihr Aroma an den Sud ab – die Miesmuscheln Kraft, die Jakobsmuscheln Finesse – während die Crème fraîche alles eint.

Riesling: Der klassische Muschelwein

  • Der trockene Riesling ist DER klassische Koch- und Begleitwein für Muscheln und Meeresfrüchte:
    • Seine feine Säure hebt die Süße der Jakobsmuscheln
    • Seine mineralische Note (besonders bei deutschen Rieslingen aus Mosel oder Rheingau) harmoniert mit dem “Meeresgeschmack”
    • Im Elsass ist die Kombination Riesling + Muscheln (z. B. die berühmte Moules à l’Alsacienne) ein Nationalgericht
  • Faustregel der Küche: Der Wein in der Suppe ist auch der Wein am Tisch – derselbe Riesling zum Servieren.

Jakobsmuscheln: Die edelste Pilgermuschel

  • Die Jakobsmuschel (Coquille Saint-Jacques) ist seit dem Mittelalter Symbol der Pilger nach Santiago de Compostela – die Muschelschale auf dem Pilgerhut war das Erkennungszeichen.
  • Kulinarisch gilt das weiße Muschelfleisch (Nuss) als eine der edelsten Meeresfrüchte – zart, süß, mit leicht nussigem Aroma.
  • Pochieren statt braten ist die schonende Methode für Suppen: Die Muscheln bleiben zart und saftig, statt in der Pfanne fest zu werden.
  • Faustregel: 2–3 Minuten im kaum siedenden Sud – weitergegart werden sie gummiartig.

Miesmuscheln: Kraft aus der Nordsee

  • Die Miesmuschel (Mytilus edulis) ist die “Arbeitsmuschel” der Nordseeküche – billig, aromatisch und in riesigen Bänken geerntet.
  • In der feinen Küche dient sie oft als Aromaspender: Ihr Sud (mit Zwiebeln, Wein und Porree) ist die Grundlage unzähliger klassischer Muschelsuppen (vgl. Bouillabaisse-Verwandtschaft oder die belgische Muschelküche).
  • Wichtig: Nur geschlossene Muscheln vor dem Garen und geöffnete Muscheln nach dem Garen essen; die Reste verwerfen.

Sauerampfer: Die säuerliche Krönung

  • Sauerampfer (Rumex acetosa) ist das klassische Wildkraut der feinen Küche:
    • Sein säuerlich-frisches Aroma (Oxalsäure) durchbricht die Cremigkeit der Suppe
    • Verwandt ist er mit der Sauce oseille (Sauerampfersauce) der französischen Küche – der klassische Begleiter von Fisch
    • Der gefüllte Sauerampfer (Rumex … mit Blase) in der alten Küche war ein Sonntagsessen der süddeutschen Regionen
  • Alternative Kerbel: milder, anisig-fein – die klassische Garnitur von Muschelsuppen (ähnlich wie bei der Consommé avec cerfeuil).
  • Beide Kräuter werden nur kurz vor dem Servieren zugegeben – Hitze zerstört Aroma und Farbe.

Binden mit Butter und Mehl (Beurre manié-Prinzip)

  • Das Binden mit Butter und Mehl ist die schnelle Methode der klassischen Küche:
    • Butter und Mehl werden verknetet oder direkt im Sud aufgekocht
    • Es entsteht eine leichte, seidige Bindung – bewusst dünn, denn ein “Suppchen” ist ein feines, leichtes Süppchen, keine schwere Cremesuppe
  • Das nachfolgende Passieren durch ein Haarsieb ist das Qualitätsmerkmal der feinen Küche: Die Suppe wird glatt und glänzend, Gemüsereste bleiben im Sieb.

Tipps für das perfekte Muschelsüppchen

  1. Muscheln gründlich putzen:
    Miesmuscheln vor dem Garen in kaltem Wasser waschen und “Bärte” (Byssus) abziehen – nur geschlossene Muscheln verwenden.
  2. Riesling wirklich trocken:
    Der Wein prägt die Suppe maßgeblich – ein trockener Kabinett oder trockener Elsässer Riesling gibt die feine Balance. Keine süßen Weine!
  3. Jakobsmuscheln nicht übergaren: 2–3 Minuten Pochieren genügen – die Muscheln sollen innen noch leicht glasig-zart sein.
  4. Suppe nicht mehr kochen, nachdem die Crème fraîche drin ist:
    Nur noch erhitzen – kochen lässt die Crème ausflocken und die Muscheln zäh werden.
  5. Haarsieb wirklich verwenden:
    Der Unterschied zwischen “gut” und “feiner Küche” liegt hier: Die passierte, glatte Textur macht das Suppchen zum Edelgericht.
  6. Sauerampfer/Kerbel erst am Schluss:
    In feine Streifen (Julienne) schneiden und kurz vor dem Servieren einstreuen – roh behalten sie Aroma und leuchtendes Grün.

Varianten

  • Mit Pastis oder Noilly Prat:
    Einen Schuss Pastis (Anis) oder Noilly Prat (Wermut) zum Ablöschen – die französische Erweiterung mit mehr Tiefe.
  • Mit Safran:
    Eine Safranraute in den Sud ziehen – die festlich-goldene Variante (Bouillabaisse-Note).
  • Mit Vanille:
    Eine aufgeschnittene Vanilleschote mitpochieren – die moderne Sterneküchen-Kombination mit Jakobsmuscheln (süß-salzige Balance).
  • Als Vorsuppe (Petite Entrée):
    In kleinen Demi-Tassen oder Espressotassen servieren – das klassische “Suppchen” als Amuse-Bouche für festliche Menüs.
  • Mit Brunnenkresse statt Sauerampfer:
    Die pfeffrig-frische Alternative – krebssuppenähnliche Note.
  • Mit leichtem Schlagsahne-Häubchen:
    Vor dem Servieren ein Häubchen leicht geschlagene Sahne auf die Mitte – die klassische “Feinschmecker-Krone”.

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Feb. 262026
 

Ostfriesische Pfeffernüsse 🇩🇪

Zutaten

  • 2 kg Sirup

  • 125 g Gänseschmalz

  • 250 g Butter

  • 2,5 kg Mehl

  • 125 g süße Mandeln

  • 125 g Zucker

  • 125 g Sukkade

  • 75 g Pottasche

  • Zimt nach Geschmack

  • Gemahlene Nelken nach Geschmack

  • Etwas Rosenwasser


Zubereitung

Sirup, Gänseschmalz und Butter zusammen aufkochen. Die Mischung vom Herd nehmen und nach und nach Mehl, Mandeln, Zucker, Sukkade sowie die Gewürze unterrühren.

Die Pottasche in etwas Rosenwasser auflösen und zuletzt unter den Teig mischen. Der Teig wird nun zugedeckt gelagert und muss vier bis neun Tage, gern auch länger, ruhen. Während dieser Zeit wird er täglich gründlich durchgeknetet, damit sich die Zutaten gut verbinden und das typische Aroma entsteht.

Nach der Ruhezeit den Teig zu Rollen formen und in etwa streichholzschachtelgroße Stücke schneiden. Die Stücke auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Ofen etwa zehn Minuten backen. Die Pfeffernüsse sollen fest, aber nicht zu dunkel werden.


Hintergrundwissen und Geschichte

Pfeffernüsse haben in Ostfriesland eine lange Tradition und sind eng mit dem St.-Martins-Brauch verbunden. Früher kehrten um diese Zeit die Schiffe von der Seefahrt zurück, das Vieh wurde aufgestallt und die Ernte war abgeschlossen. Diese Phase des Jahres war geprägt von Dankfesten und gemeinschaftlichen Feiern.

Die Wurzeln dieser Feste reichen bis in vorchristliche Zeiten zurück, als Herbst- und Erntefeiern zu Ehren des Gottes Wodan begangen wurden. Mit der Christianisierung trat später der heilige Martin an diese Stelle. Die Pfeffernüsse wurden Teil der neuen Bräuche und galten als besondere Gabe für Kinder.

Die lange Lagerung des Teiges und die Verwendung von Sirup, Fett und Gewürzen machen deutlich, dass dieses Gebäck für den Winter gedacht war. Pfeffer im heutigen Sinne ist meist nicht enthalten; der Name verweist auf die damals kostbaren Gewürze, die dem Gebäck seine intensive Würze verleihen. Ostfriesische Pfeffernüsse sind damit ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Brauchtum, Jahreszeitenküche und regionaler Backtradition.


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Feb. 182026
 

Grünkohl nach friesischer Art 🇩🇪

Zutaten

  • 2 kg Grünkohl (frisch oder TK)
  • 100 g Schmalz
  • 2 große Zwiebeln
  • 500 g Pinkelwurst
  • 500 g Bauchspeck
  • 6 EL Hafergrütze
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

  1. Grünkohl vorbereiten: Den Grünkohl in einem großen Topf kurz aufkochen, das Wasser abgießen und den Kohl fein hacken.
  2. Zwiebeln anbraten: Schmalz in einem Topf auslassen und die geschälten, gewürfelten Zwiebeln darin glasig dünsten.
  3. Kohl und Speck zugeben: Den gehackten Grünkohl, den gewürfelten Bauchspeck und die Hafergrütze hinzufügen.
  4. Kochen lassen: Alles bei mittlerer Hitze etwa 1–1½ Stunden köcheln lassen.
  5. Pinkelwurst hinzufügen: In der letzten halben Stunde die Pinkelwurst mitgaren.
  6. Abschmecken: Mit Salz und Pfeffer würzen und zu Salzkartoffeln oder Pellkartoffeln servieren.

Hintergrund und Tradition

Grünkohl ist seit jeher ein beliebtes Wintergericht im Norden Deutschlands, besonders in Ostfriesland. Das Sprichwort „Bi Groenkool hört Speck un Malligkeit“ („Zum Grünkohl gehören Speck und Fröhlichkeit“) unterstreicht seine gesellige Bedeutung. Traditionell wird Grünkohl mit deftigen Beilagen wie Pinkelwurst (eine grobe Grützwurst aus Schweinefleisch und Hafergrütze), Kasseler Kotelett, geräucherter Schweinebacke oder Brägenwurst (die auch Schweinehirn enthält) serviert. Die Pinkelwurst verdankt ihren Namen dem plattdeutschen „Pink“ (kleiner Finger), was umgangssprachlich für „kleine Wurst“ steht.

Grünkohlessen sind in vielen Regionen ein geselliges Fest, oft verbunden mit Spaziergängen („Kohlfahrten“) und gemütlichem Beisammensein.


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Okt. 092025
 

Nordfriesische Birnensuppe

Herzhaft-süße Suppe mit Raucherspeck – ein klassisches nordfriesisches Gericht


Zutaten

  • 400 g durchwachsener Raucherspeck
  • ½ Liter Wasser
  • 500 g Birnen
  • 100 g Rosinen
  • ½ Liter Buttermilch
  • 2 EL Mehl
  • 3 EL Zucker

Zubereitung

  1. Speck garen Den Raucherspeck mit dem Wasser zum Kochen bringen und zugedeckt 2 Stunden garen.

  2. Birnen vorbereiten Die Birnen schälen, vom Kerngehäuse befreien und in Scheiben schneiden.

  3. Speck und Früchte kombinieren Den Speck aus der Brühe nehmen und in Scheiben schneiden. Birnen und Rosinen ca. 10 Minuten in der Brühe garen lassen.

  4. Suppe binden Buttermilch mit Mehl und Zucker verrühren, unter Rühren aufkochen. Die Brühe mit Birnen und Rosinen hinzufügen und alles weitere 10 Minuten ziehen lassen.

  5. Servieren Den Speck auf vier Teller verteilen und die heiße Birnensuppe darübergeben.


Tipp: Dazu passt frisches Bauernbrot oder ein Klecks Sahne. Guten Appetit!


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