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Okt. 042026
 

Saure Nierle (Saure Nieren – Badisch-Schwäbisch) 🇩🇪

Zutaten

  • 750 g Nieren (Kalbs- oder Schweinsnieren)
  • Salz
  • 2 EL Mehl
  • 2 Zwiebeln
  • 75 g Butter
  • ¼ l Rindsbouillon (Rinderbrühe)
  • Pfeffer
  • Saft einer Zitrone
  • ½ Tasse gehackte Petersilie
  • ½ Tasse Sahne
  • Weißwein (ein Schuss)
  • Paprikapulver
  • 1 Bund Schnittlauch

Dazu:

  • Körniger Reis

Zubereitung

  1. Nieren wässern
    Die Nieren in schwachem Salzwasser 1 Stunde wässern – das entfernt den strengen Geruch und das Blutwasser.
    Anschließend der Breite nach aufschneiden, die weißen Stränge (Nierengänge) entfernen und die Nieren in dünne Scheiben schneiden.
  2. Nieren anbraten
    Die Scheiben abtrocknen (wichtig!) und in Mehl wenden.
    Zusammen mit den Zwiebelscheiben in heißer Butter goldbraun anbraten – dabei mit einem Holzlöffel öfter wenden (nicht zu lange braten, sonst werden sie zäh!).
  3. Sauce aufgießen und vollenden
    Mit der Bouillon auffüllen und mit Pfeffer, Zitronensaft und gehackter Petersilie würzen.
    Das Gericht mit Sahne und einem Schuss Weißwein verfeinern und mit Paprikapulver und gehacktem Schnittlauch bestreuen.
  4. Servieren
    Dazu körnigen Reis servieren.

Hintergrundwissen und Geschichte

Saure Nieren: Der Klassiker der südwestdeutschen Wirtshausküche

  • Saure Nieren (mundartlich “Saure Nierle” – schwäbisch-badisch) sind ein klassisches Gericht der gutsbürgerlichen Küche – berühmt aus Baden, Schwaben und der Pfalz, aber in ganz Deutschland bekannt:
    • Ein typisches “Fünf-Uhr-Gericht” des Gastronomen – der Herzhafter Klassiker des späten Mittags
    • Als “G’schwellte Rübchen… nein: als Klassiker der Bierdunst-Küche und des Weinstuben-Angebots Baden-Württembergs
  • Das Gericht wird sehr unterschiedlich zubereitet – und oft wird der Sauce nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet. Hier die “richtige” Zubereitung.

Kalbs- oder Schweinsnieren: Der große Unterschied

  • Der Unterschied ist erheblich:
    • Kalbsnieren: zart, mild, hellrosa – die feine Variante, teurer, mit kürzerer Garzeit (ca. 2–3 Minuten braten)
    • Schweinsnieren: kräftiger im Eigenaroma, günstiger – klassisch die Hausmannskost-Version, brauchen sorgfältigeres Wässern und kurzes scharfes Braten
  • In beiden Fällen gilt: Nieren werden kurz und heiß gegart – zu lange gebraten werden sie gummiartig und verlieren ihre Zartheit.

Das Wässern: Der wichtigste Schritt

  • Das 1-stündige Wässern in schwachem Salzwasser ist bei Nieren Pflicht:
    • Es zieht das Blutwasser und die Harnstoffe aus dem Fleisch – sonst schmeckt das Gericht streng (“nach Niere”)
    • Das Salzwasser unterstützt die Osmose und macht die Scheiben zusätzlich zart
  • Die weißen Stränge (Ureter und Nierengänge) müssen unbedingt entfernt werden – sie sind zäh und geschmacklich unangenehm und verkürzen die Haltbarkeit.

Mehl + Butter + Bouillon: Die klassische Saucenbasis

  • Das Wenden in Mehl vor dem Braten ist ein klassischer Trick der Innereien-Küche:
    • Das Mehl bildet zusammen mit der Butter die Grundlage der Sauce (Roux, ohne es extra zu machen!)
    • Es schützt die empfindliche Nierenoberfläche vor dem Austrocknen
    • Es gibt der Sauce nach dem Aufgießen mit Bouillon automatisch sämige Konsistenz
  • Der Zitronensaft in der Sauce ist das “Säure-Gegenstück” des Namens – “sauer” bezog sich historisch auf die Säure von Essig, Wein und Zitrone, die die strengen Innereienaromen adelt.

Zwiebeln, Petersilie, Schnittlauch: Die Kräuter-Adlung

  • Die Kombination Petersilie + Schnittlauch ist die klassische Innereien-Begleitung (siehe: Leber-Semmelknödel-Küche):
    • Petersilie – kocht mit und gibt die Würztiefe
    • Schnittlauch – roh obenauf, die frische, zwiebelige Note
  • Der Schuss Weißwein ist der badische Schliff: Baden ist Weißweinland (Markgräflerland!) – der trockene Gutedel/Chasselas ist der klassische Koch- und Trinkwein des Gerichts.

Tipps für die perfekten Sauren Nierle

  1. Wässern nicht abkürzen:
    Die volle Stunde Wässern macht den Unterschied zwischen streng und mild. Wer es ganz sicher liebt, wässert sogar in Milch – das mildert zusätzlich.
  2. Trocken tupfen vor dem Braten:
    Nasse Nierenscheiben spritzen im Butterschmalz und braten nicht an, sondern kochen – abtrocknen ist Pflicht.
  3. Heiß und kurz braten:
    In heißer Butter goldbraun, aber nur 2–3 Minuten – die Nieren sollen innen noch rosa-zart bleiben. Überbraten wird zäh!
  4. Mehl macht die Sauce:
    Das zuvor gewendete Mehl bindet die Sauce nach dem Auffüllen mit Bouillon – wenn die Sauce zu dünn ist, hilft eine Beurre manié (Butter-Mehl-Knüte), wenn zu dick: etwas Bouillon nachgießen.
  5. Sahne erst am Ende:
    Die Sahne und der Weißwein kommen erst zum Ende – nicht kochen lassen, nur ziehen lassen, damit die Sahne nicht ausflockt.
  6. Salz sparsam:
    Bouillon ist salzig, das Wässern hat Salz hinterlassen – erst kosten, dann salzen.
  7. Reis wirklich körnig: Körniger Langkorn-Reis oder Parboiled – der klassische Begleiter, weil er die Sauce aufsaugt, ohne zu verkleben.

Varianten

  • Badisch mit Gutedel:
    Beim Verfeinern klassisch einen Markgräfler Gutedel verwenden – der regionale Klassiker.
  • Schwäbisch mit Spätzle:
    Statt Reis: frische Spätzle – die schwäbische Interpretation, die die Sauce aufsaugen.
  • Mit Mostarda oder Meerrettich:
    Ein Löffel frisch geriebener Meerrettich in die Sauce – die scharf-frische badische Note (verwandt mit “Karpfen mit Meerrettich”).
  • Mit Champignons: Blätterteigchampignons in Scheiben mitanbraten – die edle Wirtshausvariante.
  • Mit Bratkartoffeln:
    Statt Reis: kräftige Bratkartoffeln – die rustikale Kneipen-Version.
  • Paris Style:
    Das Gericht als Rognons à la française – mit Senf und Weißwein verfeinert, mit frischen Kräutern obenauf (die feine Bistro-Variante).

Dazu passt:

  • Körniger Reis (klassisch)
  • Ein trockener Weißwein (Gutedel, Riesling oder Silvaner) – derselbe wie in der Sauce
  • Ein grüner Salat mit feiner Vinaigrette zum Abschluss

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Sep. 142026
 

Potrawka z cielęciny 🇵🇱

Kalbfleischragout aus der altpolnischen Küche

Dieses Gericht aus der altpolnischen Küche wird aus zartem Kalbsfilet zubereitet, das in feine Streifen geschnitten, gewürzt und kurz in heißem Fett gebraten wird. Eine Sauce aus kräftiger Sahne und süßem Paprikapulver macht das Gericht besonders cremig und aromatisch.

Zutaten

  • 400 g Kalbsfilet
  • Mehl zum Bestäuben
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Olivenöl und Butter zum Braten, zu gleichen Teilen
  • ½ Teelöffel gemahlenes, süßes Paprikapulver
  • 1 Glas dicke Sahne oder Crème fraîche

Zum Servieren

  • Kartoffelklöße
  • alternativ grobe, hausgemachte Nudeln
  • grüner Salat
  • etwas Zitronensaft für den Salat

Zubereitung

  1. Das Kalbsfilet gut durchkühlen. Das erleichtert das Schneiden in besonders dünne Streifen.
  2. Das kalte Fleisch quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden.
  3. Jede Scheibe mit den Händen etwas flach drücken und anschließend in etwa 1 cm breite Streifen schneiden.
  4. Mehl mit Salz und Pfeffer vermischen.
  5. Die Kalbfleischstreifen sehr sorgfältig mit dem gewürzten Mehl bestäuben. Jeder einzelne Fleischstreifen sollte vollständig mit einer dünnen Mehlschicht überzogen sein.
  6. In einem großen, möglichst weiten Topf oder Bräter Olivenöl und Butter erhitzen. Das Fett sollte sehr heiß sein.
  7. Das Fleisch hineingeben und unter häufigem Wenden von allen Seiten kräftig anbraten.
  8. Die gesamte Bratzeit sollte höchstens 2–3 Minuten betragen. Kalbsfilet ist sehr zart und würde bei längerer Garzeit schnell trocken werden.
  9. Den Topf vom Herd nehmen.
  10. Die Sahne verquirlen und über das gebratene Fleisch gießen.
  11. Falls erforderlich, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  12. Das Paprikapulver hinzufügen und alles gründlich vermischen.
  13. Die Potrawka nochmals für etwa 1 Minute bei geringer Hitze erwärmen. Sie sollte dabei nicht lange kochen.
  14. Sofort servieren.

Servieren

Traditionell wird die Kalbfleisch-Potrawka mit Kartoffelklößen oder groben hausgemachten Nudeln serviert.

Dazu passt ein einfacher grüner Salat. Der Salat wird lediglich mit etwas Zitronensaft beträufelt. Seine frische Säure bildet einen angenehmen Gegensatz zur cremigen und gehaltvollen Sahnesauce.

Hintergrundwissen

Das Geheimnis dieses Gerichts liegt vor allem in der kurzen Garzeit. Kalbsfilet gehört zu den besonders zarten Fleischstücken und benötigt nur sehr wenig Zeit in der Pfanne beziehungsweise im Bräter. Das Fleisch wird deshalb in dünne Streifen geschnitten und bei sehr hoher Temperatur kurz gebraten.

Das Mehl erfüllt dabei mehrere Funktionen. Es haftet an den Fleischstreifen, unterstützt die Bräunung und trägt später dazu bei, dass sich die Sahne mit den Bratensäften zu einer leicht gebundenen Sauce verbindet.

Die Kombination aus Butter und Olivenöl verbindet zwei unterschiedliche Eigenschaften: Butter bringt Geschmack und eine milchige, nussige Note mit, während Olivenöl das Braten bei hoher Temperatur unterstützt.

Das süße Paprikapulver wird erst nach dem eigentlichen Braten zusammen mit der Sahne hinzugegeben. Dadurch wird verhindert, dass das Paprikapulver bei der sehr hohen Brattemperatur verbrennt und bitter wird.

Die Säure des Zitronensafts im grünen Salat ist ein bewusster Kontrast zur reichhaltigen Fleisch-Sahne-Kombination. Zusammen mit den Kartoffelklößen oder den hausgemachten Nudeln ergibt sich eine klassische, kräftige Mahlzeit.

Geschichte und Herkunft

Die Vorlage bezeichnet das Gericht ausdrücklich als „Potrawka z cielęciny z kuchni staropolskiej“, also als Kalbfleisch-Potrawka aus der altpolnischen Küche.

Der Begriff Potrawka bezeichnet im Polnischen traditionell ein Gericht aus Fleisch oder Geflügel mit einer Sauce. Der Begriff ist dabei weniger als Bezeichnung für ein einziges festgelegtes Rezept zu verstehen, sondern beschreibt eine bestimmte Art der Zubereitung.

Die altpolnische Küche war stark von regional verfügbaren Produkten und von Einflüssen der europäischen Hof- und Bürgerküche geprägt. Fleischgerichte wurden häufig mit reichhaltigen Saucen kombiniert und mit Klößen, Nudeln oder anderen sättigenden Beilagen serviert.

Bei diesem Rezept fällt insbesondere die Kombination aus zartem Kalbfleisch und einer cremigen Sahnesauce auf. Gleichzeitig ist die Zubereitung relativ unkompliziert: Das Fleisch wird nur kurz gebraten, anschließend mit Sahne verbunden und mit Paprika abgeschmeckt.

Eine genauere Datierung oder die Zuordnung zu einer bestimmten Region lässt sich aus der vorliegenden Rezeptquelle nicht ableiten. Die Bezeichnung „aus der altpolnischen Küche“ sollte daher als Einordnung der Rezepttradition verstanden werden und nicht als Nachweis eines bestimmten historischen Ursprungs.


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Feb. 182026
 

Kalbsnieren mit Champignons 🇩🇪

Zutaten

  • 750–1000 g Kalbsnieren
  • 250 g Champignons
  • 80 g Butter
  • 1 EL Mehl
  • 1 Zwiebel
  • Frische Petersilie
  • ½ Glas Weißwein
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zitronensaft
  • Etwas Fleischbrühe

Zubereitung

  1. Nieren vorbereiten: Die Kalbsnieren gründlich waschen, das Fett entfernen und in dünne Scheiben schneiden.
  2. Anbraten: In einer Pfanne die Butter erhitzen, die Nierenscheiben und die fein gehackte Zwiebel darin kurz scharf anbraten.
  3. Mehl einstreuen: Die Nieren mit Mehl bestäuben, wenden und kurz mitrösten.
  4. Ablöschen: Mit etwas Fleischbrühe und Weißwein ablöschen.
  5. Pilze zugeben: Die fein geschnittenen Champignons und gehackte Petersilie hinzufügen. Mit Zitronensaft beträufeln.
  6. Fertig garen: Alles bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren so lange garen, bis die Pilze gar sind – nicht kochen lassen!
  7. Abschmecken: Mit Salz und Pfeffer würzen und sofort servieren, damit die Nieren zart bleiben.

Serviervorschlag

Dazu passen klassisch Kartoffelpüree, Salzkartoffeln oder ein frischer Salat.


Hintergrund und Geschichte

Kalbsnieren mit Champignons ist ein klassisches Gericht der französischen und mitteleuropäischen Küche. Nieren galten früher als Delikatesse und wurden besonders in der gehobenen Küche geschätzt. Die Kombination mit Champignons und Weißwein verleiht dem Gericht eine feine, aromatische Note. Wichtig ist die kurze Garzeit, damit die Nieren zart und saftig bleiben. Heute wird das Gericht oft in Restaurants mit regionaler oder klassischer Küche angeboten.

Bayrisches Rezept


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Okt. 152025
 

Tiroler Gröstl – Herzhaftes Pfannengericht aus den Alpen

Ein traditionelles Gericht aus der Tiroler Küche, das Reste verwertet und ordentlich Energie liefert.

Zutatenliste

KategorieZutatMenge
HauptzutatenErdäpfel (Kartoffeln)500 g
Kalbsbraten (gekocht oder gebraten)80 g
Rindsbraten (gekocht oder gebraten)80 g
Speck (durchwachsen)60 g
Aromen & FettZwiebel1 Stück
Knoblauch20 g (oder 2-3 Zehen)
Schmalz (oder Butterschmalz/Öl)Zum Braten
Gewürze & KräuterMajoran
Petersilie
Schnittlauch
Bohnenkraut
Thymian
Kümmel
Zum ServierenEier4 Stück

Zubereitung

  1. Vorbereitung:
    • Die gekochten oder gebratenen Erdäpfel und das Fleisch (Kalbs- und Rindsbraten) in Scheiben schneiden.
    • Den Speck würfeln.
    • Die Zwiebel und den Knoblauch fein hacken.
  2. Erdäpfel braten:
    • Das Schmalz in einer großen Pfanne erhitzen.
    • Die Erdäpfelscheiben darin auf beiden Seiten knusprig und goldbraun braten. Anschließend warm halten.
  3. Fleisch & Speck:
    • In einer zweiten Pfanne den gewürfelten Speck mit etwas Schmalz anbraten, bis er knusprig ist.
    • Das in Scheiben geschnittene Fleisch dazugeben und kurz mitbraten.
  4. Aromatisieren:
    • Zwiebel und Knoblauch zum Fleisch-Speck-Gemisch geben und kurz mitbraten.
  5. Vermischen:
    • Die gebratenen Erdäpfelscheiben sowie alle Kräuter und Gewürze (Majoran, Petersilie, Schnittlauch, Bohnenkraut, Thymian, Kümmel) hinzufügen.
    • Alles vorsichtig und locker umdrehen (damit die Erdäpfel nicht zerfallen) und gut durchwärmen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Anrichten:
    • Die 4 Eier in einer separaten Pfanne als Spiegeleier zubereiten.
    • Das Gröstl auf Tellern anrichten und jeweils ein Spiegelei darauf platzieren. Sofort servieren.

Das Tiroler Gröstl ist tief in der traditionellen Küche Tirols (Österreich und Südtirol/Italien) verwurzelt und gehört zu den bekanntesten Gerichten der Alpenregion.

Historischer Hintergrund

  • Resteessen (Restl-Essen): Das Gröstl ist der Inbegriff der traditionellen bäuerlichen und alpinen Küche. Es entstand als typisches Resteessen (Restl-Essen), um die Überbleibsel von einem Sonntagsbraten oder anderen Fleischgerichten vom Vortag sinnvoll und schmackhaft zu verwerten.
  • Energiequelle: In den Bergen diente es als nahrhafte und energiereiche Mahlzeit für Holzfäller, Bergbauern und Wanderer. Es ist reich an Fett (Schmalz, Speck) und Kohlenhydraten (Kartoffeln) und bot die nötige Grundlage für harte körperliche Arbeit.
  • Der Name: Das Wort “Gröstl” leitet sich vom Verb “rösten” oder “grillen” ab und bezieht sich auf die Zubereitungsart in der Pfanne, bei der die Zutaten (besonders die Kartoffeln) knusprig gebraten werden.
  • Die Pfanne: Traditionell wurde das Gröstl direkt in der Eisenpfanne serviert, in der es zubereitet wurde, was seine rustikale Herkunft unterstreicht und die Speise lange warm hält.

 

  • Die Erdäpfel (Kartoffeln): Sie sind immer der Hauptbestandteil und werden oft bereits am Vortag gekocht, um sie dann am nächsten Tag im Schmalz knusprig zu braten.
  • Das Fleisch: Während das Original Reste von Braten (Kalb, Rind, Schwein) verwendet, wird es heute in Gasthäusern oft auch frisch mit Rindfleisch, Schweinefilet oder Wurst zubereitet. Die klassische Kombination ist aber die Resteverwertung.
  • Das Ei: Das Spiegelei auf dem Gröstl ist obligatorisch und symbolisiert das Ende der Zubereitung.
  • Die Gewürze: Kräftige Alpenkräuter wie Majoran, Thymian und Kümmel sind typisch und tragen maßgeblich zum rustikalen Geschmack bei.

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Okt. 142025
 

Cervelle au Beurre Noir (Hirn in schwarzer Butter)

Dieses klassische französische Rezept präsentiert Hirn, vorzugsweise Kalbshirn, auf eine elegante und schlichte Weise, bei der die “schwarze Butter” (eigentlich braune Butter) das Gericht veredelt.

Zutaten

  • 2 Hirne (vorzugsweise Kalbshirn; alternativ Schweine-, Rind- oder Schafshirn)
  • Mehl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Butter (für das Anbraten und die schwarze Butter)
  • Ein Schuss Zitronensaft oder Essig
  • Optional: Ein Schuss Court-Bouillon (für Rinderhirn)

 

Zubereitung

  1. Vorbereitung (Dégorger): Das Hirn gründlich wässern (dégorger), um es zu reinigen. Etwas warmes Wasser darüber gießen, um die feine Haut, die es bedeckt, leichter entfernen zu können.
    • Tipp für Rinderhirn: Bei Rinderhirn (cervelle de boeuf) ist es besser, es zunächst in einem Court-Bouillon (gewürzter Sud) zu pochieren.
  2. Schneiden und Würzen: Das vorbereitete Hirn in 3 oder 4 Scheiben schneiden. Die Scheiben leicht in Mehl wenden, salzen und pfeffern.
  3. Braten (Sauter): Butter in einer Pfanne erhitzen. Die bemehlten Scheiben darin braten (sauter), bis sie gar sind.
  4. Affinieren und Servieren (Beurre Noir): Die Scheiben herausnehmen und abtropfen lassen.
    • Die Pfanne zurück auf den Herd stellen. Die verbliebene Butter bräunen lassen, bis sie leicht dunkel wird (Vorsicht, nicht verbrennen lassen!).
    • Das gebratene Hirn mit der braunen Butter (Beurre Noir) beträufeln.
    • Sofort mit einem Schuss Zitronensaft oder einem Schuss Essig (filet de vinaigre) beträufeln und servieren.

Geschichte und Anekdoten

Die französische Leidenschaft für Innereien: Cervelle (Hirn) war, wie Rognons (Nieren) und Ris (Bries), ein integraler Bestandteil der klassischen französischen Küche und galt als Delikatesse. Es wurde für seine zarte, fast cremige Textur geschätzt. Die Zubereitungsart au Beurre Noir ist die bekannteste und vielleicht eleganteste Art, Hirn zu servieren.

Beurre Noir – Die braune Butter: Der Begriff Beurre Noir (schwarze Butter) ist in der französischen Küche etwas irreführend. Er beschreibt eigentlich Nussbutter (Beurre Noisette), eine Technik, bei der die Butter erhitzt wird, bis die Milchproteine karamellisieren und der Geschmack nussig und braun wird. Die Zugabe von Säure (Zitrone oder Essig) am Ende dient dazu, die intensiven, nussigen Aromen zu kontrastieren und zu beleben – eine typische Verfeinerung.

Die Qualität der Hirne: Der Autor des Rezepts legt Wert auf die Qualität und listet die Rangfolge auf: Kalbshirn ist das beste, gefolgt von Schweine-, Rinder- und Schafshirn. Diese Unterscheidung hängt von der Textur und dem Geschmack ab, wobei das junge, zarte Kalbshirn als das feinste galt.

Die hygienische Sorgfalt: Die Anweisung, das Hirn zunächst zu wässern (dégorger), war ein entscheidender Schritt bei der Zubereitung von Innereien. Dies diente dazu, Blutreste und Verunreinigungen zu entfernen und somit ein sauberes, weißes und geschmacklich reines Endprodukt zu gewährleisten.


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Okt. 142025
 

Rognon de Veau Sauté (Gebratene Kalbsniere)

Dieses Rezept ist eine schnelle und klassische Zubereitung von Kalbsniere nach französischer Art, bei der der Schlüssel in der sehr kurzen und kräftigen Bratzeit liegt, um die Niere zart und saftig zu halten.

Zutaten

  • 400 g Kalbsniere
  • 40 g Fett (Schmalz oder Butter/Öl-Mischung)
  • 1 EL Mehl
  • 200 mlBratensaft (Jus de rôti)
  • 100 ml Wasser
  • Salz
  • Pfeffer
  • Ein kleines Stück frische Butter
  • Ein Schuss Zitronensaft oder Weißwein

Zubereitung

  1. Niere vorbereiten: Die dünne Außenhaut der Niere sowie das Fett vollständig entfernen. Die Niere in dünne Scheiben schneiden und mit Salz und Pfeffer würzen.
  2. Scharf anbraten: Das Fett in einer Pfanne stark erhitzen. Sobald das Fett zu rauchen beginnt, die Nierenscheiben hineingeben und maximal 2 Minuten bei starker Hitze braten (sauter). Die Niere sofort abtropfen lassen und aus der Pfanne nehmen.
  3. Sauce herstellen: Das Mehl in der Pfanne im verbliebenen Bratfett leicht anbräunen. Mit dem Bratensaft und dem Wasser ablöschen und verrühren, bis sich eine glatte Sauce bildet.
  4. Fertigstellen: Die Niere zurück in die Pfanne zur Sauce geben und gut vermischen.
  5. Affinieren und Servieren: Ein kleines Stück frische Butter, einen Spritzer Zitronensaft oder Weißwein hinzufügen. Sofort servieren.

Geschichte und Anekdoten

Innereien in der klassischen Küche: Gerichte mit Innereien wie Nieren (rognon), Leber (foie) und Bries (ris) waren lange Zeit ein Prüfstein für die Qualität der klassischen französischen Küche. Sie galten als anspruchsvoll in der Zubereitung, da sie bei falscher Behandlung schnell zäh und unappetitlich werden. Das vorliegende Rezept betont die kurze, intensive Bratzeit (sauter à feu vif), welche die Niere außen leicht karamellisiert und innen zart hält – ein Zeichen meisterhafter Beherrschung dieser Zutat.

Die Bedeutung der Affinage: Der letzte Schritt – das Hinzufügen von frischer Butter (petit morceau de beurre frais), Zitronensaft oder Weißwein – ist typisch für die französische Cuisine. Diese Technik des affinierens (Veredelns) am Ende des Kochprozesses dient dazu, der Sauce Glanz, eine samtige Textur und eine frische Säure zu verleihen. Die Säure (von Zitrone oder Wein) balanciert die Reichhaltigkeit der Niere perfekt aus.

Ein kulinarischer Statussymbol: Während Innereien in vielen Kulturen als “Arme-Leute-Essen” galten, wurden sie in Frankreich, insbesondere als Rognon de Veau, in Restaurants zu einem Statussymbol. Gut zubereitete Niere steht für eine Küche, die keine Teile des Tieres verschwendet und einfache Zutaten in Delikatessen verwandelt.


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Okt. 112025
 

Kalbsbäckchen in Rotweinsoße

Ein zart schmelzendes Festessen, bei dem die Kalbsbäckchen in einem reichhaltigen Rotweinfond geschmort werden. Ein Gericht, das Geduld belohnt und heute den Genuss der guten Zeit symbolisiert.

Zutaten für 4 Personen

  • Fleisch und Würze:
    • 4 Kalbsbäckchen
    • Salz
    • Pfeffer
    • Pflanzenöl
  • Soße und Gemüse:
    • 1 Bund Suppengemüse (Karotte, Sellerie, Lauch, Petersilie)
    • 3 Zwiebeln
    • Tomatenmark
    • trockener Rotwein
    • Kalbsfond
  • Gewürze:
    • 2 Lorbeerblätter
    • 2 Gewürznelken
    • Pimentkörner
  • Zum Andicken:
    • Etwas Speisestärke

 Zubereitung

  1. Fleisch anbraten: Die Kalbsbäckchen von Sehnen befreien und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Das Pflanzenöl in einem Schmortopf oder einer Pfanne erhitzen und die Bäckchen darin rundum anbraten, bis sie eine schöne Farbe angenommen haben. Die Bäckchen anschließend aus der Pfanne nehmen.
  2. Gemüse vorbereiten: Das Suppengemüse auseinandernehmen, schälen oder waschen. Die Zwiebeln schälen. Das gesamte Gemüse (Karotte, Sellerie, Zwiebeln) in grobe Stücke schneiden.
  3. Gemüse anrösten: Das Gemüse (außer dem Lauch) in derselben Pfanne kräftig anrösten. Dann den Lauch hinzufügen und kurz anschwitzen lassen.
  4. Tomatenmark und Ablöschen: Das Tomatenmark einrühren, kurz anrösten und mit einem Schuss Rotwein ablöschen. Den Wein einkochen lassen. Sobald das Gemüse wieder beginnt zu braten, ein weiteres Mal mit Rotwein ablöschen und erneut einkochen.
  5. Schmoren vorbereiten: Den Backofen auf Ober-/Unterhitze vorheizen.
  6. Flüssigkeit und Gewürze: Die Kalbsbäckchen zurück in den Topf geben. Die Lorbeerblätter, Gewürznelken und Pimentkörner hinzufügen (am besten in einem Tee-Ei, siehe Tipp). Den Kalbsfond angießen. Die gewaschene Petersilie vom Suppengemüse ebenfalls hinzugeben.
  7. Schmoren: Den Deckel aufsetzen und die Kalbsbäckchen im vorgeheizten Backofen 60 Minuten schmoren lassen.
  8. Soße andicken (optional): Die Kalbsbäckchen und das Gemüse aus der Soße nehmen. Wenn die Soße dicker gewünscht wird, diese aufkochen. Die Speisestärke in etwas kaltem Wasser anrühren und langsam in die kochende Soße einrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Die Soße 2–3 Minuten köcheln lassen.
  9. Servieren: Das Fleisch und das Gemüse zurück in die Soße geben und heiß servieren.

Tipp

  • Für die Gewürze (Lorbeer, Nelken, Piment) am besten ein Tee-Ei benutzen. So können die Gewürze später einfach aus der Soße entfernt werden.

 

Geschichte und Anekdote

“Bäckchen” – Vom Arme-Leute-Essen zum Festessen: Kalbs- oder Ochsenbäckchen sind ein klassisches Beispiel für ein Stück Fleisch, das früher als “zweiter Schnitt” galt. Es ist ein eher zähes Bindegewebefleisch aus der Wange, das die harte Arbeit des Kauens leistet. Da diese Stücke nicht sehr teuer waren, galten sie lange Zeit als Arme-Leute-Essen.

Die Transformation durch Schmoren: Das Geheimnis und die Eleganz des Gerichts liegen in der Zubereitung: Durch langes und langsames Schmoren bei niedriger Temperatur zerfällt das enthaltene Kollagen im Bindegewebe. Das Fleisch wird dadurch unglaublich zart, saftig und schmelzend. Diese Eigenschaft hat die Kalbsbäckchen in den letzten Jahrzehnten von der einfachen Hausmannskost zu einer hochgeschätzten Delikatesse der Sterneküche gemacht.

Französischer Einfluss: Die Technik des Schmorens in Rotwein und Fond (braiser) ist stark von der klassischen französischen Küche beeinflusst, in der Schmorgerichte wie dieses (vergleichbar mit Daube oder Bœuf bourguignon) seit Jahrhunderten für ihre Tiefe und Komplexität geschätzt werden.


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Okt. 102025
 

Stufatino di Vitello

(Toskanisches Kalbsragout – zart, aromatisch und voller mediterraner Würze)


Zutaten

  • 700 g mageres Kalbfleisch, gewürfelt
  • 1 Glas Weißwein
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 1–2 Pfefferschoten, fein gehackt
  • 1–2 große, reife Tomaten (gehäutet, entkernt, kleingeschnitten) oder 3 EL Tomatenmark
  • 2 Knoblauchzehen, zerkleinert
  • 3 EL gehackte Petersilie

Zubereitung

  1. Knoblauch und Pfefferschoten anbraten In einer schweren Kasserolle Knoblauch und Pfefferschoten in Olivenöl goldbraun anbräunen.

  2. Kalbfleisch anbraten Das mit Mehl bestäubte Kalbfleisch hinzufügen und rundum kräftig anbraten.

  3. Mit Wein ablöschen Mit Weißwein ablöschen und einkochen lassen, bis der Wein fast verdampft ist.

  4. Tomaten zugeben und schmoren Tomaten oder Tomatenmark hinzufügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bei niedriger Hitze im geschlossenen Topf etwa 1 Stunde garen, bis das Fleisch zart ist.

  5. Fenchel-Variante (optional) Für eine klassische Variante 10 Minuten vor Ende des Kochens eine in zarte Scheiben geschnittene Fenchelknolle hinzufügen.

  6. Servieren Vor dem Servieren die Petersilie unterrühren. Dazu passen Fagioli all’Uccelletto (Bohnen in Tomatensoße) oder gebratene Polenta.


Anekdote & Hintergrund

Stufatino di Vitello ist ein typisches toskanisches Schmorgericht, das die Einfachheit und den Reichtum der italienischen Landküche verkörpert. Ursprünglich ein Gericht der Bauern und Hirten, wurde es aus preiswertem Kalbfleisch und saisonalem Gemüse zubereitet. Die Verwendung von Weißwein und Pfefferschoten verleiht dem Ragout eine besondere Tiefe und Würze.

In der Toskana wird dieses Gericht oft bei Familienfesten oder auf dem Land serviert, wo es mit frischem Brot oder Polenta gereicht wird.

Man kann 10 Minuten vor Kochende eine Fenchelknolle, in Scheiben geschnitten, hinzu fügen. Die Variante mit Fenchel ist besonders in der Region um Florenz beliebt und zeigt, wie die toskanische Küche mit wenigen Zutaten große Aromen erzeugt


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Jan. 092023
 
  • 500 g Kalbsleber
  • 100 g geräucherter Speck
  • 1 Zwiebel
  • 1 Burkane (Möhre)
  • etwas Sellerie,
  • 1 EL Butter
  • Salz
  • Zitronensaft oder Essig
  • etwas Wein

Die Leber wird gehäutet und mit dem fein geschnittenen Speck und dem Gemüse so lange geschmort, bis sie beim Einstechen nicht mehr blutet. Danach dreht man Leber und Gemüse mehrmals durch den feinen Fleischwolf, anschließend streicht man durch ein Sieb. Die Butter wird schaumig gerührt und dazugegeben. Und die Pastete mit Salz, Zitrone oder Essig und etwas Wein abgeschmeckt, dann kalt anrichten.

Man verziert mit feinen Zitronenscheiben und grüner Petersilie.

 

Baltisches Gericht


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Aug. 292021
 

Leberpastete, “Pain de foie de veau leger”

  • 1kg Kalbsleber
  • 250g Brotrinde
  • 8 Eier
  • 8 Eigelb
  • 500 ml Milch
  • Zwiebel
  • Pfeffer
  • Salz

Die rohe Leber wird zerstoßen, durch ein Sieb gestrichen und mit dem in etwas Sahne aufgeweichtem und ausgedrückten Brot sowie mit Pfeffer und Salz, den Eiern und Eigelb sowie der mit einer Zwiebel gekochten Milch zu deinem Teig verknetet. Dieser wird in eine Form gegeben und im Wasserbad gekocht.

 

Berlin, 1910


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Feb. 202015
 
  • 500 g Leber
  • 1 Prise Pfeffer
  • 1 Zwiebel
  • 1 Prise Majoran
  • 1-2 Semmel
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • 1—2 Eier
  • Gänsefett
  • nach Belieben rohes od. gekodites Fleisch oder Lunge
  • 1 Prise Salz

Die Leber wird ordentlich vorbereitet und geputzt, durch die Maschine gedreht, desgleichen die Zwiebel und die eingeweichten ausgedrückten Semmel. Die Masse wird mit dem Fett, den Eiern, Salz, Pfeffer, gehackter Petersilie und Majoran vermengt, dann in eine gut gefettete und ausgestreute Puddingform gefüllt und eine Stunde im Wasserbad gekocht. Die Pastete läßt sich in verschiedenster Weise verändern, durch Zugabe von rohem gehacktem Fleisch oder gekochtem Fleisch (Resteverwendung), oder durch Zugabe von gehackter Lunge.

45,) Jüdisches Rezept, Düsseldorf, 1926


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Feb. 202015
 

Kalbfleischsülze

  • 1 Kalbskopf
  • Essig
  • 1 —2 Kalbsfüße
  • Salz
  • Suppengrün
  • 6  – 10 saure Gurken

Der vorbereitete Kalbskopf und die Kalbsfüße werden überbrüht und mit Suppengrün und Salz
ca. 2—3 Stunden langsam gekocht. Wenn das Fleisch weich ist, wird es von den Knochen gelöst und in beliebig große Stücke geschnitten. Auf diese Menge rechnet man 6—10 klein geschnittene saure Gurken. Die Brühe, die ziemlich eingekocht sein muss, wird scharf mit Essig und Salz abgeschmeckt und durch ein Sieb
über das zerschnittene Fleisch gegeben. Man gießt in eine Schüssel einen Spiegel aus der Brühe, und, wenn dieser erstarrt ist, legt man das geschnittene Fleisch hinein und gießt die übrige Brühe
darüber.

45,) Jüdisches Rezept, Düsseldorf, 1926


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Jan. 242015
 

Für viele Gerichte, besonders Suppen, stellen Fonds die Grundlage dar. Heute wird die Verwendung klassischer Fonds oft durch gekörnte Brühe oder sogar Brühwürfel ersetzt – geht zwar schnell, aber der Geschmack wird dabei oft nur  durch Salz und Geschmacksverstärker ersetzt. Anbei einige Grundrezepte, damit die Suppe wieder schmeckt, wie früher! Die angegebenen Mengen ergeben jeweils ca. 2 Liter Brühe. Fond, der durch zu langes Kochen getrübt ist, kann durch Zusatz von etwas Rinderhack geklärt werden. Dazu gibt man den Hack in die kalte Brühe, rührt sie gut um und erhitzt diese langsam, ohne sie umzurühren. Dann 10 Minuten langsam köcheln lassen, etwas abkühlen lassen und durch ein Haarsieb oder Passiertuch geben.

Gemüsebrühe

  • 100 g Petersilienwurzeln
  • 100 g Knollensellerie
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Möhre
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 1 Stange Porree
  • 4 Champignons
  • 1 Zweig Thymian
  • 2 EL Butter
  • 2,5 l Wasser
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL Salz
  • 5 schwarze Pfefferkörner

Die Wurzeln, Sellerie, Zwiebel und Möhre werden geschält und in ca. 3 cm lange Stücke geschnitten. Porree,  Sellerie, und Champignons waschen und in ca. 3 cm Stückchen bzw. Würfel schneiden. In einem großen Topf die Butter schmelzen, das  Gemüse hinzu geben und ca.  3 Minuten andünsten lassen. Nun mit dem Wasser ablöschen. Den Thymian und die Gewürze in die Brühe geben und alles ca. 1 Stunde abgedeckt köcheln lassen. Die Brühe durch ein Sieb gießen. Es lassen sich auch andere  Sorten von Gemüse bzw. auch Gemüsereste verwenden.

Kalbsfond

 

  • 1,5 kg Kalbsknochen in Stücke
  • 200 g Zwiebeln
  • 1 Möhre
  • 150 g Knollensellerie
  • 1 Stange Porree
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1 Zweig Thymian
  • 2,5 l Wasser
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 EL Salz
  • 5 schwarze Pfefferkörner

Zwiebeln, Möhre und Sellerie schälen und in ca. 3 cm große Stücke schneiden. Den Porree putzen, waschen und ebenfalls in ca. 3 cm große Stücke schneiden. Die Petersilie und den Thymian waschen. Die Knochen zusammen mit 2,5 l kaltem Wasser in einem großen Topf aufkochen lassen und danach noch etwa 15 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Den entstehenden Schaum abschöpfen. Nun das kleingeschnittene Gemüse, die Kräuter und die Würzzutaten in den Fond geben und alles etwa 3 Stunden zugedeckt köcheln lassen. Zum Schluß den Fond durch ein feines Sieb gießen. Nach obigem Rezept lässt sich auch ein Geflügelfond, Wildfond, Rinderfond oder  Lammfond bereiten.

Fischfond

  • 1,5 kg Fischgräten, Fischköpfe, Fischabschnitte  und Fischschwänze
  • 1 Möhre
  • 300 g Zwiebeln
  • 150 g Petersilienwurzeln
  • 100 g Knollensellerie
  • 1 Stange Porree
  • 2,5 l Wasser
  • Saft einer Zitrone
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Salz
  • 5 schwarze Pfefferkörner

Möhre,  Zwiebeln,  Petetsilienwurzel und  Sellerie schälen und in etwa große  Stücke schneiden. Porree putzen, waschen und in Stücke schneiden. Die Fischgräten, Fischköpfe, Fischabschnitte und Fischschwänze waschen, in größere Stücke schneiden und zusammen mit dem kalten Wasser in einem großen Topf aufkochen lassen. Nun ca. 10 Minuten köcheln lassen und den entstehenden Schaum abschöpfen. Anschließend das Gemüse, den Zitronensaft und die Gewürze hinzu geben und alles noch ungefähr 90 Minuten abgedeckt köcheln lassen. Den Fond anschließend vorsichtig durch ein feines Sieb gießen.


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Jan. 052015
 

Ossobuco alla milanese

Ossobuco alla milanese ist ein altes traditionelles Schmorgericht in der italienischen Küche. Es ist sehr würzig und lecker – jede Familie, die Ossobuco zubereitet, hat (fast) ihr eigenes,  altes und überliefertes Rezept.

  • 4 kräftige Scheiben Kalbshachsen
  • 2 Zwiebeln
  • 2 EL Mehl
  • 3 EL Olivenöl
  • 5 Karotten
  • 1 Zweig Sellerie
  • 2 Knoblauchzehen
  • 4 TL gehackte Petersilie
  • 150 ml Weißwein
  • 500 g Tomatenmark
  • Fleischbrühe
  • 1 Orange
  • Salz
  • Pfeffer

Das Olivenöl in einem Schmortopf erhitzen und die Kalbshaxen von beiden Seiten kräftig anbraten. Das Fleisch herausnehmen und die klein geschnittenen Zwiebeln anbräunen. Nun das Fleisch in den Topf zurücklegen, mit Mehl bestäuben und gut durchrühren. Die gewürfelten Karotten, den gewürfelten Sellerie, den gehackten Knoblauch und die Petersilie dazugeben. Gut anbraten lassen. Mit dem  Weißwein angießen und kräftig vom Boden lösen und alles zusammen auf hoher Flamme 10 Minuten kochen lassen. Jetzt das Tomatenmark und ca. 100 ml  Fleischbrühe aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Den Schmortopf nun  ca. 2 Stunden bei 160°C im Backofen abgedeckt schmoren lassen. Etwa 15 Minuten vor Ende der Garzeit die fein geschnittene Orangenschale dazugeben und fertig garen lassen. Dazu lassen sich z.B. Nudeln reichen.

Italienisches Reezpt

 


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Juni 302014
 
  • 150 g mageres Rinderfleisch
  • 150 g mageres Schweinefleisch
  • 150 g mageres Kalbfleisch
  • 150 g mageres Lammfleisch
  • 200 g Knollensellerie
  • 200 g Karotten
  • 1 Petersilienwurzel
  • 200 g Zwiebeln
  • 200 g Grünkohl
  • 100 g durchwachsener Speck
  • 800 ml Rinderbrühe
  • 500 g Kartoffeln
  • ½ Bund Petersilie
  • Salz
  • Weißer Pfeffer

Das Fleisch in Würfel schneiden. Das
Gemüse waschenm, Knollensellerie,
Karotten, Petersilienwurzel und
die Zwiebeln schälen und würfeln. Den Grünkohl waschen, abtropfen lassen und in breite Streifen
schneiden.
Den Boden eines Schmortopfes mit dem in Scheiben geschnittenen Speck auslegen.
Fleisch und Gemüse vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen.
Auf den Speck die vermengten Fleisch- und Gemüsewürfel gleichmäßig verteilen,
Die Brühe aufgießen und  bei niedriger Hitze ca. 90 Minuten
abgedeckt schmoren lassen und nicht
umrühren. In der Zwischenzeit Kartoffeln schälen und in kleine
Würfel schneiden. Nach 30 Min.
Garzeit die Kartoffel auf das Gemüse
legen und den Eintopf ohne Umrühren fertig garen.
Den Eintopf erst kurz vor dem Servieren umrühren. Nun nochmals mit
Salz und Pfeffer abschmecken und mit
frisch gehackter Petersilie bestreuen.

 


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Nov. 082013
 

Man schneidet das Vorderviertel eines Kalbes in kleine viereckige Stückchen, wäscht sie mit heißem Wasser und bringt sie mit 2 blanchierten Kalbsfüßen und Salz um Kochen, gibt  nach dem Abschäumen  reichlich Weinessig, ganzen Pfeffer, Nelken, einige Lorbeerblätter, etwas Zitronenschale oder einige Stücke Muskatblüte hinzu, und lasse das Fleisch langsam weich kochen. Dann nehme man es heraus, koche die Brühe noch mit den Kalbsfüßen etwas ein, bis sie kalt zu Gelee wird, rühre den Schnee einiger Eiweiß hinein und lasse die Brühe durch ein Tuch laufen.

Das Fleisch wird nun in einige naß gemachte Formen gelegt und die Brühe darüber geschüttet. Zum Anrichten wird es gestürzt.

32.) Würzburg, 1862


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Nov. 072013
 

Man macht für 2 mit fein geschnittenem Speck gespickte Herzen folgende Farce:
Man hackt 60 g Speck mit einer Zwiebel fein, gibt 1 Hand voll geriebenes Schwarzbrot, 16 zerdrückte Wacholderbeeren, Salz, Pfeffer und etwas gemahlene Nelke hinzu,. verrührt alles gut miteinander und füllt damit die Herzen. Nun lässt man Butter in einer Kasserole zergehen, stellt die Herzen aufrecht hinein, bestreut sie mit Salz, Pfeffer und Nelke und lässt sie zugedeckt dämpfen. Wenn sie schön gelb sind, nimmt man das Fett ab, gibt etwas Fleischbrühe, 1 Glas Rotwein, Zitronensaft, fein geschnittene Zitronenschale und ein Lorbeerblatt hinzu und lässt alles zugedeckt langsam  kochen, bis die Herzen weich sind.

32.) Würzburg, 1862


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Nov. 072013
 

Das Kalbfleisch wird in Stücke geschnitten, gut durchgeklopft und mit Salz eingerieben. Nun in eine Kasserole mit einem Stück Butter, Thymian, Basilikum, kleingeschnittenen Zwiebeln, Petersilienwurzeln und Sellerie legen und bräunlich dämpfen. Anschließend das Fleisch heraus nehmen, in die Casserole noch ein paar Löffel Mehl und ein Stück Butter geben, alles braun rösten lassen und etwas Rindfleischbrühe hinzu gießen. Den Saft einer Zitronen hinein geben und die Sauce durch ein Sieb gießen. Die Sauce mit dem Fleisch nochmals aufkochen und servieren.

 

32.) Würzburg, 1862


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Sep. 032013
 

Anbei ein Rezept aus einer alten Handschrift des 15. Jahrhunderts mit dem Titel “Ein alemannisches Büchlein von guter Speise”.

Niem ain leber und braut die und schnid darnach das usser darab und schnid die leber zu schnitlin und was darab geschnitten werd, das stoss in ainem morser und tuo ruggin brott und brügin und win oder essich; darnach well es in ainer pfannen: das wirt ain leber pfeffer.

Nimm eine Leber, brate sie und schneide anschließend das Äußere ab und schneide die Leber in Schnitten, und das abgeschnittene stoße in einem Mörser und tue Roggenbrot und Brühe und Wein oder Essig daran, danach koche es in einer Pfanne, dann wird es ein Leberpfeffer.

26.) Süddeutschland, 15. Jahrhundert


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März 132013
 

Karbonade, Carbonade oder Carminade.

Man macht die Karbonaden oder Rostbrätchen von Kalbs- Lamm oder Schweinefleisch und zwar meistens von den Teilen, wo die Rippen gegen die Wamme des Tieren enden. Es werden kleine, runde Fleischstücke geformt und darauf gesehen, daß die Spizte des Rippenknochens, gleich einer kleinen Handhabe, in dem Fleische bleibt. Das Fleisch wird geklopft, mit Semmelmehl und Salz bestreut und auf dem Rost unter fleißigem Umwenden braun gebraten und zu Auflagen auf allerlei Gemüse verwendet. Will man die Karbonaden in einer Sauce servieren, so werden sie auf dem Rost nicht ganz ausgebraten, sodann in eine Kasserole gegeben und in einer kurzen Brühe von Süßer Sahne, Salz, Pfeffer und Ingwer fertig geschmort und endlich mit Zitronensaft beträufelt, angerichtet.

 

Karbonade von Kalbfleisch

Man löst die Rippen mit dem Fleische von dem Rückenknochen des Kalbs, zieht die oberste Haut ab, schneidet immer eine Rippe mit dem Fleische durch, haut das spitze Ende von den Rippen etwas ab, schabt das übrige spitze Ende zu einer Handhabe sauber, klopft das Fleisch mürbe, legt es etwas gesalzen auf den Rost, beigießt das Ganze vorsichtig mit Butter und bestreut es mit Semmelmehl, lässt alles unter öfterem Umwenden braten.

Diese Verfahrensweise wird bei allen Fleischkarbonaden angewendet, blos die von Schweinefleisch ausgenommen, welche nicht mit Butter beträufelt werden.

 

Karbonade von Schweinefleisch

Man schneidet die Rippen von jungen Schweinen etwas kurz, hackt sie mit dem Küchenmesser auf beiden Seiten über Kreutz, tunkt die Fleischstücken in geschmorte Butter und drückt solches auf beiden Seiten in eine Mischung von geriebener Semmel, gestoßenem Pfeffer und Salz. Diese Stücke legt man nun auf den Rost und lässt solche über gelindem Feuer braten.

Oder: die Rippen werden mürbe geklopft und in einer Pfanne, mit Wasser und Salz, 30 Minuten gekocht; dann werden sie langsam in Butter fertig gebraten, dabei mit Semmelmehl und gehackten Petersilienkraut, während dem Braten, bestreut und warm zu Tisch gegeben.

17.) Franken,  1822


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