Hier klicken und Ihr eigenes Rezept eingeben.
Okt. 192026
 

Preußischer Pfefferklops (Rindfleisch-Schnitzel in Pfeffer-Zwiebel-Schmorrahm) 🇩🇪

Herkunft: Berlin / Brandenburg (Hugenotten-Erbe)

Zutaten

  • 700 g Rindfleisch (4 fingerdicke Scheiben, aus der Keule oder Schulter)
  • 1 Zwiebel
  • Salz
  • Pfeffer aus der Handmühle
  • 60 g Butter
  • 20 g Mehl
  • ½ l brauner Fond (kräftige Rinderbrühe)
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 Gewürzkörner (Piment)
  • Rotwein
  • 1 EL Senf
  • Majoran

Beilage:

  • Gemischtes Gemüse
  • Neue Kartoffeln, mit Kümmel gekocht

Zubereitung

  1. Fleisch anbraten
    Die Zwiebel abziehen und in Scheiben schneiden. Die Fleischscheiben waschen, trockentupfen, salzen und pfeffern und mit den Zwiebeln in einem Bratentopf in Butter schön braun anbraten. Das Fleisch aus dem Topf nehmen.
  2. Sauce ansetzen
    Die Zwiebelscheiben mit Mehl bestäuben, mit dem Fond angießen, verrühren und die Fleischscheiben wieder hineingeben.
  3. Schmoren
    Alles zugedeckt mit Lorbeerblatt und Gewürzkörnern vorsichtig weich schmoren (ca. 1–1½ Stunden bei sanfter Hitze).
    Verdampfte Flüssigkeit eventuell durch Rotwein ersetzen.
  4. Abschmecken
    Die Sauce mit Salz, reichlich Pfeffer, Senf und einer Spur Majoran abschmecken.
  5. Servieren
    Mit gemischtem Gemüse und neuen, mit Kümmel gekochten Kartoffeln servieren.

Hintergrundwissen und Geschichte

Der Klops: Französische Hugenotten in Berlin

  • Die Vorlage liefert eine bemerkenswerte etymologische Herleitung:
    • “Klops” sei die eingedeutschte Form des französischen “escalope” (= Schnitzel) – das stimmt in Teilen: Das Wort kam über das Französische ins Deutsche, und die Hugenotten brachten ihre Schnitzel-Kultur mit
    • Die Hugenotten (französische protestantische Glaubensflüchtlinge) wurden 1685 nach dem Widerruf des Edikts von Nantes von dem Großen Kurfürsten nach Berlin eingeladen: Sie machten ein Sechstel der Berliner Bevölkerung aus und prägten Handwerk, Bildung UND Küche (die französischen Begriffe der Berliner Küche: “Roulade” kommt aus derselben Wurzel!)
    • Der “Pfefferklops” ist also ein kulinarisches Zeugnis der Berliner Immigrationsgeschichte: französische Technik (das Schnitzel/Schmorstück), preußische Nüchternheit (Pfeffer statt feiner Kräuter!)
  • Allerdings: Der Begriff “Klops” hat im Berliner Raum noch eine zweite Bedeutung (die Fleischklump… den Fleischkloß bei “Klops… bei “Frikadelle”) – hier ist aber die Schnitzel-Bedeutung gemeint, wie die Vorlage erklärt.

“Pfeffer”-Klops: Die preußische Würze

  • Der Name bringt die Würzung auf den Punkt: reichlich Pfeffer ist das Signaturmerkmal:
    • Die preußische Küche war kräftig-würzig statt raffiniert: Pfeffer, Majoran, Senf, Lorbeer und Piment – der klassische Fondskorridor der brandenburgischen Schmorraum-Küche
    • Der Senf in der Sauce ist die Berliner Signatur: Senf war das Allzweckgewürz der preußischen Hauptstadt (vom Senfhändler um die Ecke bis zur “Molle mit Senf”!)
    • Der Majoran als “Spur” rundet die klassische Fleischgewürz-Trias ab
  • Die Sauce ist eine einfache Mehlschwitze mit braunem Fond – die preußische Grundsauce der Sonntagsbraten-Küche: kräftig, ehrlich, ohne Wein-Eleganz (der Rotwein ist nur Option zum Nachgießen!).

Brauner Fond: Die Basis der preußischen Küche

  • Der braune Fond (kräftige Rinderbrühe mit Röst… mit Röstaromen) ist das Fundament der Berliner Schmorgerichte:
    • Preußische Sonntagsküche: Am Wochenende wurde der Fond angesetzt (Knochen, Wurzelgemüse, Suppenfleisch), daraus entstanden die Saucen der Woche
    • Die Vorlage mit ½ l Fond ergibt die klassische Sättigungssauce: nicht dünn wie ein Jus, sondern sämig-gebunden mit Mehl
  • Wer keinen Fond hat: kräftige Rinderbrühe (selbst gekocht oder gute Bio-Qualität) mit einem Schuss Rotwein und etwas Tomatenmark vertieft.

Fingerdicke Scheiben schmoren: Die Methode

  • Die Technik ist ein interessantes Zwischending:
    • Fingerdicke Rinderscheiben (ca. 2 cm) sind eigentlich zu dick für Schnitzel und zu dünn für Schmorbraten – die Lösung: kurz anbraten, dann langsam schmoren
    • Das Ergebnis ist kein “rosa Schnitzel”, sondern weich geschmorte, mürbe Scheiben in Pfeffersauce: die preußische Vorstellung von Rindfleisch (durchgegart und zart, nicht rosa!)
    • Die Garzeit (ca. 1–1½ Stunden) macht die Keulen- oder Schulter-Scheiben butterzart
  • Fleischstücke der Wahl: Keule (Blume/Flanke), Schulter oder Beiried – die klassischen preußischen Schmorstücke (nicht das Filet! Das wäre Verschwendung unter dieser Methode!)

Neue Kartoffeln mit Kümmel: Die preußische Beilage

  • Die Beilage ist die klassische brandenburgische Sommerbeilage:
    • Neue Kartoffeln (die kleinen Frühkartoffeln der brandenburgischen Sandsch… der märkischen Sandböden) sind zart und brauchen keine lange Garzeit
    • Kümmel im Kochwasser ist die traditionelle norddeutsche Würze (hilft obendrein gegen Blähungen – die bekömmlichkeits-orientierte alte Küche!)
    • Gemischtes Gemüse (klassisch: Erbsen, Möhren, Kohlrabi) rundet den preußischen Sonntagssteller ab
  • Die Kombination Schnitzel + Pfeffersauce + Kartoffeln + Gemüse ist das klassische preußische Sonntagsmittagessen.

Tipps für den perfekten Pfefferklops

  1. Fleisch abtupfen und kräftig würzen:
    Wie die Vorlage: Trockentupfen vor dem Braten (Feuchtigkeit verhindert die Kruste!), Salzen und Pfeffern nicht zu sparsam – der Pfeffer ist der Star des Gerichts.
  2. Butter richtig heiß, Fleisch nicht überfüllen:
    Die Scheiben in richtig heißer Butter von beiden Seiten kräftig braun anbraten (nicht überfüllen! … erst wenn die Butter schäumt, aber nicht braun ist, das Fleisch einlegen).
  3. Zwiebeln im Bratensatz anrösten:
    Die Zwiebelscheiben im verbliebenen Bratensatz kräftig bräunen: Sie geben Röstaromen und Süße in die Sauce (die Grundlage des Geschmacks!).
  4. Mehl nur stauben:
    Das Mehl über die Zwiebeln stäuben (nicht klumpig einrühren!): Das bindet die Sauce sämig ohne Mehlschleier. Gut verrühren, bevor der Fond angelangt wird.
  5. Sanft schmoren, nicht kochen:
    Zugedeckt auf kleinster Flamme (oder 150 °C im Ofen) schmoren: Die Sauce soll kaum percepti… kaum perlen, nicht sprudeln. Vorsichtig schwenken statt rühren, damit die Scheiben nicht zerfallen.
  6. Pfeffer frisch und reichlich:
    Der Pfeffer frisch aus der Mühle (wie die Vorlage betont!) und großzügig: Erst am Ende abschmecken, damit die Schärfe frisch bleibt (lang mitgekochter Pfeffer wird stumpf-bitter!).
  7. Senf erst am Ende:
    Der Senf kommt erst am Ende in die Sauce: Senf verflüchtigt sein Aroma bei langem Kochen. Er gibt die feine Schärfe-Süße (die Berliner Signatur!).

Varianten

  • Mit eingelegten… Mit Senfkruste (die Berliner Wendung):
    Die Scheiben vor dem Schmoren mit Senf bestreichen: die pikantere Variante, die die Senfnote ins Fleisch selbst verlagert.
  • Mit Rotweinsauce (die elegante Hugenotten-Version):
    Statt Fond: ½ l Rotwein + Schalotten als Basis: die feinere französische Schule, die der “escalope”-Herkunft entspräche.
  • Mit Champignons: Gebratene Champignonscheiben in die Sauce: die klassische Bistro-Verwandte.
  • Mit saurer Sahne:
    Am Ende sauere Sahne unter die Sauce ziehen (nicht mehr kochen lassen!): die märkische Milchsäure-Variante.
  • Mit Rosmarin statt Majoran:
    Der Majoran durch Rosmarin ¼… ersetzen: die moderne mediterrane Anleihe.
  • Vegetarisch mit Portobello:
    Statt Rindfleisch: Portobello-Scheiben (oder andere dicke Pilzscheiben) nach derselben Methode: die moderne Alternative mit derselben Sauce (dann kürzere Schmorzeit!).

Dazu passt:

  • Neue Kartoffeln mit Kümmel (die klassische Beilage, wie die Vorlage vorschreibt!)
  • Gemischtes Gemüse (Erbsen, Möhren, Kohlrabi): die preußische Gemüsetradition
  • Ein märkischer Rotwein gibt es nicht – stattdessen: ein einfacher Bordeaux oder ein deutscher Spätburgunder: die Hugenotten-Verbeugung an die französische Herkunft des Klops
  • Ein Berliner Weißer mit Schuss als Aperitif: die Berliner Vorfreude auf den Pfefferklops
  • Als Nachtisch klassisch-berlinerisch: Berliner Pfannkuchen oder Quarkkeulchen – die süße Vollendung des preußischen Sonntagsmittags

Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 022026
 

Nürnberger Sauerbraten mit Lebkuchen (“Lebfudhen”) 🇩🇪

Herkunft: Franken / Nürnberg

Zutaten

Fleisch:

  • 1 kg Ochsenfleisch (Schulter oder Schlegel)

Essigbeize:

  • 2–3 l Wasser
  • ¼–½ l Essig
  • 2 Zwiebeln (mit je 4 Gewürznelken besteckt)
  • 1 Zitronenscheibe
  • Salz
  • Pfefferkörner
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 gelbe Rüben (Möhren)
  • 1 Stück Sellerie
  • 1 Petersilienwurzel (“Peterlewurzel”)

Für die Sauce:

  • 50 g Mehl
  • 50 g Fett
  • 1 Saucenlebkuchen (“Lebfudh”)
  • 1 Prise Zucker

Dazu:

  • Seidene Klöße (fränkische Kartoffelklöße)

Zubereitung

  1. Fleisch beizen
    Das Fleisch 2 Tage in die Essigbeize legen (Wasser, Essig, Zwiebeln mit Nelken, Zitronenscheibe, Salz, Pfefferkörner, Lorbeer, Rüben, Sellerie und Petersilienwurzel) – im Kühlschrank, damit die Säure das Fleisch mürbt.
  2. Fleisch schmoren
    Das Fleisch aus der Beize nehmen. Die Beize zum Kochen bringen, das Fleisch mit dem Saucenlebkuchen hineingeben und schmoren, bis es weich ist (ca. 1½–2 Stunden).
  3. Einbrenne herstellen
    Aus Fett, Mehl und einer Prise Zucker eine dunkle Einbrenne (Mehlschwitze) bereiten – kräftig braun rösten, mit der Beize aufgießen, abschmecken und die Sauce durch ein Sieb passieren.
  4. Vollenden
    Das Fleisch in Stücke teilen und nochmals kurz in der Sauce aufkochen.
  5. Servieren
    Mit Seidenen Klößen servieren – dem klassischen fränkischen Begleiter.

Hintergrundwissen und Geschichte


Sauerbraten: Der deutsche Nationalbraten

  • Der Sauerbraten ist eines der ältesten und berühmtesten Gerichte der deutschen Küche – ein in Essigbeize eingelegtes Rindfleisch, das durch die Säure zart wird und seinen charakteristischen säuerlich-würzigen Geschmack erhält.
  • Historischer Ursprung:
    • Die Beize war ursprünglich Konservierungsmethode: Fleisch wurde in Essig eingelegt, um es vor Verderb zu schützen – besonders für Jagd- und Marktzeiten
    • Die Legende erzählt, Sauerbraten sei aus geraubtem Fleisch entstanden, das zur Tarnung gebeizt wurde – beautiful oder nicht, die Beize machte zähes Fleisch genießbar
    • Seit dem Mittelalter ist Sauerbraten in fast allen Regionen Deutschlands dokumentiert – mit jeweils eigener lokaler Note

Der Nürnberger Sauerbraten: Die Lebkuchen-Sauce

  • Das Alleinstellungsmerkmal des fränkischen Sauerbratens: die Sauce wird mit Lebkuchen (“Lebfudhen”) gebunden und aromatisiert!
  • Warum Lebkuchen?
    • Nürnberg ist seit dem Mittelalter die Stadt des Lebkuchens – die alten Nürnberger Lebkuchen waren würzig (mit Zimt, Nelken, Anis, Koriander) und stark gesüßt
    • Ein alter, harter Saucenlebkuchen war das perfekte Bindungs- und Würzmittel: Seine Stärke bindet die Sauce, seine Gewürze würzen sie, sein Honig/Zucker mildert die Säure der Beize
    • Das Prinzip: Süße gegen Säure – der Klassiker der fränkischen Küche
  • Der Begriff “Lebfudh” (mundartlich für Lebkuchen, von “Leb-” = Laib und “-kuchen”) zeigt die alte Verwurzelung des Gerichts in der Nürnberger Bäckertradition.

Die dunkle Einbrenne: Fränkische Sorgfalt

  • Die dunkle Einbrenne (Mehlschwitze) ist das fränkisch-schwäbische Bindungsprinzip:
    • Fett + Mehl + Zucker werden kräftig braun geröstet – die dunkle Farbe gibt der Sauce ihre typische tiefbraune Farbe und Röstaromen
    • Erst dann wird mit der Beize aufgegossen – so entsteht ein kräftiger, glatter Sausenfond
  • Der Trick: Passieren durch ein Sieb – die klassische fränkische Küche besteht auf glatte Sauce ohne Gemüsestücke (die Beizgemüse haben ihr Aroma bereits abgegeben).

Seidene Klöße: Der edle fränkische Kloß

  • “Seidene Klöße” (auch “Feine Klöße” oder “Halbseidene”) sind die feinste Variante der fränkischen Kloßküche:
    • Sie bestehen aus gekochten und rohen Kartoffeln (½/½), die fein gepresst und gesiebt werden
    • Ihre Textur ist seidig-zart (daher der Name) – im Gegensatz zu den gröberen “Blauen” oder “Grünen” Klößen
    • Der Sauerbratensaft ist ihr klassischer Partner: Die säuerlich-würzige Sauce dringt in die mehlige Textur ein
  • Die Kloßkultur ist das Kernstück der fränkischen Küche – Kloß mit “etwas” (Sauce) ist das Grundmuster des fränkischen Sonntagsessens.

Die Beize: Eine Wissenschaft für sich

  • Die klassische Beize besteht aus:
    • Essig + Wasser – das Säurebad (Verhältnis ca. 1:5)
    • Wurzelgemüse (Möhren, Sellerie, Petersilienwurzel) – Aromatik
    • Gewürze (Nelken, Pfeffer, Lorbeer, Zitronenscheibe) – Würztiefe
    • Zwiebeln – Süße und Grundaroma
  • Warum 2 Tage?
    • Die Säure denaturiert die Muskelproteine langsam – das Fleisch wird zart statt zäh
    • Gleichzeitig nimmt es Aroma und Farbe an (leicht rötlich-braun)
    • Ein zu kurzes Bad macht hartes Fleisch, ein zu langes (über 4–5 Tage) ein mürbe-weiches, “zerfallendes” Ergebnis

Gewürznelken in den Zwiebeln: Der klassische Trick

  • Die mit Nelken besteckten Zwiebeln sind ein traditioneller Trick:
    • Die Nelken aromatisieren die Zwiebel beim Köcheln von innen
    • Sie sind nachher leicht herauszufischen (statt im Sud nach einzelnen Nelken zu suchen)
    • Klassisch auch bei Sauerbraten, Rotkohl und Wildbeizen verwendet

Ochsenfleisch: Der klassische Sauerbraten-Schnitt

  • Schulter oder Schlegel (Hintere) vom Ochsen sind die traditionellen Sauerbraten-Stücke:
    • Bindegewebsreiche, “arbeitende” Muskelteile – sie sind von Natur aus zäh, aber durch lange Beize und Schmoren perfekt zart
    • Ihr kräftiger Geschmack trägt die säuerliche Sauce
  • Die moderne Alternative: Rinderbrust (noch saftiger) oder Bug.

Tipps für den perfekten Nürnberger Sauerbraten

  1. Beize wirklich 2 Tage:
    Mindestens 48 Stunden im Kühlschrank – täglich wenden, damit alle Seiten Kontakt zur Säure haben. Mit einem Teller beschweren, damit das Fleisch untergetaucht bleibt.
  2. Beize vor dem Schmoren aufkochen:
    Die Beize wird zuerst gekocht – das tötet evtl. Keime und startet die Aromaextraktion des Gemüses.
  3. Fleisch vorher scharf anbraten (moderne Variante):
    Das Original kocht direkt in der Beize – wer mehr Tiefe will, brät das abgetupfte Fleisch vorher kräftig scharf an (Maillard-Aromen).
  4. Lebkuchen richtig wählen:
    Ein harter, würziger, nicht schokoladig überzogener Lebkuchen (z. B. ein alter “Weiße Lebkuchen” oder “Elisen”-Rest) – er zergeht in der heißen Sauce. Alternativ: Lebkuchengewürz + etwas Honig.
  5. Einbrenne wirklich dunkel – aber nicht verbrannt:
    Die Schwitze soll nussig-braun sein – schwarz verbrannte Einbrenne macht die Sauce bitter.
  6. Sauce passieren:
    Das Haarsieb oder Passiertuch macht den Unterschied zur fränkischen “feinen” Sauce – Aroma ohne Stücke.
  7. Fleisch erst am Ende in Stücke schneiden:
    Im Ganzen schmoren, dann erst tranchieren – so bleibt der Saft im Fleisch.

Varianten

  • Rheinischer Sauerbraten:
    Mit Rosinen und oft Printen oder Zwieback als Bindung – die süßere Variante (der berühmte “Rheinische” mit Rosinenstreit!).
  • Schwäbischer Sauerbraten:
    Mit Zwieback oder Lebkuchen gebunden, oft mit Spätzle statt Klößen.
  • Westfälischer/Herbst-Sauerbraten:
    Mit Pumpernickel gebunden – die dunkle Brot-Variante (Westfälische Küche).
  • Bayerischer Sauerbraten:
    Mit Knödeln (Halbseidene oder Semmelknödel) und oft Rotkohl – das bayerische Sonntagsmenü.
  • Venison-Sauerbraten (Wild):
    Dieselbe Beizmethode für Hirsch oder Reh – die herbstliche Jagd-Version, klassisch mit Preiselbeeren.
  • Moderne leichte Variante:
    Statt Einbrenne mit Speisestärke oder geriebenem Lebkuchen allein binden – weniger Fett, schneller gemacht.

Die klassische fränkische Serviertafel

  • Seidene Klöße (unverzichtbar!)
  • Apfelmus oder Rotkohl (die süße Komponente)
  • Preiselbeeren (die säuerliche Adlung)
  • Ein fränkisches Rotbier oder ein kräftiger Rotwein (Franken: Domina oder Spätburgunder)
  • Zum Abschluss klassisch: Eine “Schicht” fränkischer Kuchen – die Franken beenden jedes Sonntagsmahl süß

Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Sep. 242026
 

Husarensauce (Sauce hussard) 🇫🇷

Zutaten

  • 30 g Butter
  • 100 g Zwiebeln, gehackt
  • 50 g Schalotten, gehackt
  • 2 dl trockener Weißwein
  • 2 dl Demi-glace
  • 1 EL Tomatensauce
  • 6 dl Kalbsfond
  • 80 g gekochter Schinken, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, gerieben
  • 1 kleines Kräutersträußchen (Thymian, Rosmarin, Oregano)
  • 1 EL Meerrettich, gerieben
  • 2 EL gekochter Schinken, gewürfelt
  • 1 EL Petersilie, gehackt
  • Salz (nach Bedarf)

Zubereitung

  1. Zwiebeln und Schalotten dünsten
    Die Zwiebeln und Schalotten in der Butter bei mittlerer Hitze glasig dünsten, ohne sie zu bräunen.
  2. Mit Weißwein einkochen
    Mit dem Weißwein auffüllen und auf die Hälfte einkochen lassen.
  3. Fond und Schinken hinzufügen Demi-glace, Kalbsfond, den fein gehackten Schinken, den geriebenen Knoblauch und das Kräutersträußchen hinzufügen.
    Die Sauce 20 Minuten kochen lassen, bis sie um zwei Drittel eingekocht ist.
  4. Seihen und verfeinern
    Das Kräutersträußchen herausnehmen und die Sauce durch ein Passiertuch seihen.
    Den geriebenen Meerrettich hinzufügen und die Sauce auf 3 dl einkochen lassen.
  5. Fertigstellen
    Erneut durch ein Passiertuch streichen und mit den Schinkenwürfeln und der gehackten Petersilie vervollständigen. Nach Bedarf mit Salz abschmecken.

Hintergrundwissen und Geschichte


Was ist die Husarensauce?

  • Die Husarensauce (Sauce hussard) ist eine kräftige, aromatische Sauce der klassischen europäischen Küche, die zu Rindfleisch, Kalbfleisch, Wild oder geschmorten Fleischgerichten serviert wird.
  • Sie vereint drei Grundelemente:
    1. Demi-glace – die konzentrierte Grundsaucenbasis der klassischen Küche
    2. Geräucherten/gekochten Schinken – für eine würzig-salzige Tiefe
    3. Meerrettich – für die charakteristische, leicht scharfe Note

Der Name: Husaren und die Küche

  • Husaren waren leichte Kavallerieregimenter, die ursprünglich aus Ungarn stammten (ungarisch huszár = “Reiter”) und im 18. und 19. Jahrhundert in vielen europäischen Armeen – auch in Preußen, Österreich und Sachsen – dienten.
  • In der klassischen Küche des 19. Jahrhunderts war es üblich, Gerichte nach militärischen Einheiten oder Truppenteilen zu benennen – als Ausdruck von Männlichkeit, Kraft und Eleganz. Bekannte Beispiele:
    • Bœuf à la hussarde (Rindfleisch nach Husarenart)
    • Sauce hussarde mit Schinken, Kapern und Essig
    • “Husaren-Braten” – ein kräftig marinierter Wildbraten
  • Die Vorstellung dahinter: Eine Sauce, die so kräftig, würzig und robust ist wie die Truppe, nach der sie benannt wurde.

Demi-glace: Das Herzstück der klassischen Küche

  • Demi-glace ist eine halbfertige Grundsauce der klassischen französischen Küche – eine Mischung aus Sauce espagnole (einer der fünf Muttersaucen) und Kalbsfond, die über Stunden eingekocht wird.
  • Auguste Escoffier verfeinerte die Demi-glace im späten 19. Jahrhundert zu dem, was heute als Standard gilt.
  • Wer keine fertige Demi-glace zur Hand hat, kann sie durch stark eingekochten, ungeklärten Kalbsfond ersetzen (der im Ofen bei 120 °C mehrere Stunden reduziert wird).

Die Rolle des Schinkens

  • Gekochter Schinken (wie in diesem Rezept) gab der Sauce ihre salzig-würzige Komponente – ähnlich wie in der “Sauce périgueux” (mit Trüffeln) oder der “Sauce chasseur” (mit Pilzen und Schalotten).
  • In der Tradition des 19. Jahrhunderts verwendete man fein gehackten Schinken nicht als sichtbare Einlage, sondern als Aromaspender, der beim langen Kochen seine Kraft vollständig an die Sauce abgibt. Erst am Ende kommen die Schinkenwürfel als sichtbare Einlage zurück.

Meerrettich: Die deutsche Dimension

  • Die Kombination aus Schinken, Kalbsfond und Meerrettich verweist auf die deutsch-österreichische Tradition der feinen Küche (z. B..filename Tafelspitz mit Meerrettichsauce, ein Wiener Klassiker).
  • Meerrettich war – ähnlich wie Kapern – ein Gewürz der “gehobenen Küche”, wenn er frisch gerieben und richtig dosiert wurde. Er sollte die Sauce schärfen und “heben”, ohne sie zu dominieren.
  • Wichtig: Meerrettich wird erst am Ende hinzugefügt (nach dem Passieren), weil sein flüchtiges, scharfes Aroma beim langen Kochen verloren geht.

Passiertuch und Tuch-Finish

  • Das zweimalige Passieren (Seihen und Streichen) macht aus einer kräftigen Sauce eine seidig-feine Konsistenz – ein klassisches Merkmal der Haute Cuisine des 19. Jahrhunderts.
  • Heute kann ein feines Sieb mit einem sauberen Geschirrtuch ausgelegt werden.

Zu welchen Gerichten passt die Husarensauce?

  • Rindsfilet, Rinderschmorfleisch, Rouladen
  • Kalbsmedaillons, Kalbsrücken
  • Wildbraten (Hirsch, Reh)
  • Gefüllte Eier – in der gehobenen Küche des 19. Jahrhunderts wurden Husarensauce und gefüllte Eier zu einem klassischen Vorspeisen-Gericht kombiniert (“Œufs à la hussarde”)
  • Kartoffelgratin oder Kroketten als Beilagebegleiter

Tipps für die perfekte Husarensauce

  1. Kalbsfond selbst reduzieren:
    Wer keine Demi-glace hat, kann selbst reduzierten Kalbsfond verwenden – er ist das Aroma-Herzstück. Fertigfond aus dem Glas muss dafür länger und stärker eingekocht werden.
  2. Zwiebeln nicht bräunen:
    Die Zwiebeln und Schalotten müssen glasig, aber nicht braun werden – sonst wird die Sauce bitter.
  3. Meerrettich frisch reiben:
    Frisch geriebener Meerrettich ist mehrfach intensiver als aus dem Glas. Nach dem Reiben sofort verarbeiten, sonst verliert er Schärfe.
  4. Kräutersträußchen entfernen:
    Das Sträußchen (Thymian, Rosmarin, Oregano) gibt während der Kochzeit Aroma ab, soll aber nicht mitgegessen werden – es wird nach dem Kochen entfernt.
  5. Nicht zu salzen:
    Schinken und Kalbsfond enthalten bereits viel Salz. Erst am Ende abschmecken.

Moderne Varianten

  • Mit Trüffelöl:
    Vor dem Servieren einige Tropfen trüffelöl unterziehen – für die luxuriöse “Duxelles-Plus”-Variante.
  • Mit Champignons:
    Die Schinkenwürfel durch gebratene Champignonwürfel ersetzen oder ergänzen.
  • Mit Kapern:
    1 EL Kapern zusammen mit den Schinkenwürfeln hinzufügen – klassisch für die schärfere “Sauce charcutière”-Richtung (die bekannteste Husaren-Verwandte, in Wirklichkeit aber identisch in der Methode).
  • Mit Portwein:
    Statt Weißwein Portwein zum Ablöschen verwenden – für eine süßere, weihnachtlichere Note.
  • Ohne Schinken (vegetarisch):
    Demi-glace und Schinken weglassen, stattdessen kräftig reduzierten Pilz-Gemüsefond und geräucherte Paprika verwenden.

Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Sep. 142026
 

Zupa z cielęciny „Mariacka“ 🇵🇱

Diese feine polnische Kalbfleischsuppe wird auf der Grundlage einer kräftigen Gemüsebrühe zubereitet. Fein gewolftes Kalbfleisch, gelber Käse und Eigelb verleihen ihr eine besonders cremige und gehaltvolle Konsistenz. Frischer Dill sorgt zum Schluss für ein würziges, frisches Aroma.

Zutaten

  • 1,5 Liter leichte Fleischbrühe mit ausgeprägtem Gemüsegeschmack
  • 300 g Kalbfleisch ohne Knochen
  • etwas Salz
  • etwas schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Tasse geriebener gelber Käse
  • 2 Eigelb
  • 2 Esslöffel abgekühlte Brühe
  • 1 Bund frischer Dill, fein gehackt
  • sehr dünne, knusprige Toastbrotwürfel oder Brotstreifen zum Servieren

Zubereitung

  1. Das Kalbfleisch sorgfältig von Häuten, Sehnen und Fett befreien.
  2. Das Fleisch zweimal durch den Fleischwolf drehen. Dieser Schritt ist wichtig, damit das Kalbfleisch besonders fein wird und sich später gut mit der Brühe verbindet.
  3. Die Gemüsebrühe erhitzen. Das fein gewolfte Kalbfleisch in die heiße Brühe geben.
  4. Die Suppe bei geringer Hitze etwa 25 Minuten köcheln lassen, bis das Kalbfleisch vollständig weich gegart ist.
  5. Den Topf vom Herd nehmen und den geriebenen Käse in die heiße Suppe geben.
  6. Die Eigelb in einer kleinen Schüssel mit einer kleinen Prise Salz und 2 Esslöffeln abgekühlter Brühe glatt verrühren.
  7. Sobald sich Eigelb und Brühe gut verbunden haben, die Mischung langsam in die Suppe geben und gründlich verrühren.
  8. Die Suppe mit Salz, Pfeffer und einer kleinen Prise frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.
  9. Kurz vor dem Ende der Zubereitung den fein gehackten Dill hinzufügen.
  10. Die Suppe vor dem Servieren nochmals vorsichtig erwärmen. Sie darf jetzt nicht mehr kochen, damit das Eigelb nicht gerinnt und die Suppe ihre feine, cremige Konsistenz behält.
  11. Die heiße Suppe mit sehr dünnen, knusprigen Gröstchen oder gerösteten Brotstreifen servieren.

Hintergrundwissen

Das Besondere an dieser Suppe liegt in der Verarbeitung des Kalbfleisches. Durch das zweimalige Durchdrehen durch den Fleischwolf entsteht eine sehr feine Fleischmasse. Dadurch verteilt sich das Fleisch gleichmäßig in der Brühe und die Suppe erhält eine ungewöhnlich zarte Struktur.

Der geriebene Käse macht die Suppe zusätzlich gehaltvoll. Zusammen mit dem Eigelb entsteht eine leichte Bindung, ohne dass Mehl oder Sahne benötigt werden.

Besonders wichtig ist dabei der letzte Schritt: Das mit Brühe verrührte Eigelb darf nach seiner Zugabe nicht mehr aufgekocht werden. Bei zu großer Hitze würde das Ei stocken und die Suppe könnte flockig werden. Das vorsichtige Erwärmen ist deshalb entscheidend für das gewünschte Ergebnis.

Die Muskatnuss wird nur in sehr kleiner Menge verwendet. Sie soll die Suppe aromatisch abrunden, aber den Geschmack des Kalbfleisches und der Gemüsebrühe nicht überdecken. Der Dill bringt anschließend eine frische, kräuterartige Note.

Die knusprigen, sehr dünnen Gröstchen bilden einen schönen Gegensatz zur weichen und cremigen Suppe.

Geschichte und Herkunft

Eine weitergehende historische Entstehungsgeschichte oder eine konkrete regionale Zuordnung ist in der Vorlage nicht angegeben. Deshalb lässt sich aus diesem Rezept allein nicht sicher ableiten, wann und wo die Suppe erstmals zubereitet wurde.

Der Name „Mariacka“ verweist sprachlich auf die polnische Bezeichnung Mariacki/Mariacka, die sich auf Maria beziehungsweise auf die Marienverehrung beziehen kann. Ob der Name dieser Suppe tatsächlich auf einen bestimmten Ort, eine Person oder einen traditionellen Zusammenhang zurückgeht, geht aus der vorliegenden Rezeptquelle jedoch nicht hervor.

Das Rezept selbst zeigt einige typische Merkmale einer traditionellen europäischen Suppenküche: Eine aromatische Brühe bildet die Grundlage, Fleisch sorgt für Substanz, Eigelb und Käse machen die Suppe gehaltvoll und Kräuter werden erst gegen Ende hinzugefügt, um ihr frisches Aroma zu erhalten.

Gerade die Verwendung von Kalbfleisch, Eigelb und Käse macht diese Variante deutlich reichhaltiger als eine einfache Gemüse- oder Fleischbrühe. Die sehr feinen Brotgröstchen als Beilage ergänzen die Suppe zusätzlich und machen sie zu einer kleinen, vollständigen Mahlzeit.


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 172025
 

Gedünsteter Tafelspitz in Rotwein-Marinade

Eine herzhafte Variante des klassischen Tafelspitzes, bei der das Fleisch durch eine Rotwein-Gewürz-Marinade eine besondere Tiefe und Würze erhält, bevor es weich gedünstet wird.

Zutatenliste

  • 800 g Tafelspitz (Rindfleisch)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Zwiebel
  • 150 g Wurzelwerk (z. B. Karotte, Sellerie, Petersilienwurzel)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3 Pfefferkörner (ganz)
  • Thymian (ein kleiner Zweig oder 1/2 TL getrocknet)
  • 1 Glas Rotwein (ca. 200 ml)
  • 100 g Speck (gewürfelt)
  • 1 Spritzer Cognac
  • 50 g Fett (zum Anbraten, z. B. Butterschmalz oder Öl)
  • 1 Liter Fleischsuppe (oder Rinderbrühe)
  • 1 EL Paradeismark (Tomatenmark) oder 1 frische, gewürfelte Paradeiser (Tomate)
  • Schnittlauch (frisch, zum Bestreuen)

Zubereitung

  1. Vorbereitung und Marinade:
    • Das Fleisch mit Salz und Pfeffer einreiben und in eine Schüssel legen.
    • Zwiebel und Wurzelwerk würfeln. Die Knoblauchzehe leicht andrücken.
    • Speck würfeln und mit dem Cognac benetzen.
    • Zwiebel, Wurzelwerk, Knoblauch, Lorbeerblatt, Pfefferkörner, Thymian, Rotwein und den vorbereiteten Speck über das Fleisch geben.
    • Die Marinade mindestens 1 bis 2 Stunden (oder idealerweise über Nacht im Kühlschrank) einziehen lassen.
  2. Anbraten:
    • Das Fett in einem Bräter (Bratreine) heiß werden lassen.
    • Das Fleisch aus der Marinade nehmen, abtupfen und von allen Seiten kräftig anbraten, bis es schön gebräunt ist.
  3. Dünsten:
    • Das Wurzelwerk aus der Marinade nehmen und zum Fleisch in den Bräter geben. Kurz mitdünsten.
    • Mit der Fleischsuppe (oder Rinderbrühe) aufgießen. Die restliche Marinade mit Rotwein kann ebenfalls hinzugefügt werden, um den Geschmack zu intensivieren.
    • Das Fleisch zugedeckt bei niedriger Hitze weichdünsten lassen (schmoren), bis es zart ist (Garzeit je nach Größe des Tafelspitzes ca. 1,5 bis 2,5 Stunden).
  4. Soße fertigstellen:
    • Wenn das Fleisch weich ist, dieses aus dem Bräter nehmen und warm stellen.
    • Die Soße (den Bratensatz und die Flüssigkeit) durch ein Sieb in einen Topf passieren.
    • Das Paradeismark (oder die frische Tomate) zur Soße geben und kurz köcheln lassen, um die Soße zu verbessern und abzurunden. Bei Bedarf die Soße etwas reduzieren oder leicht binden.
  5. Anrichten:
    • Das Fleisch gegen die Faser in Portionen schneiden.
    • Mit frischem Schnittlauch bestreut anrichten.
    • Die Soße separat in einer Sauciere servieren.
    • Als klassische Beilagen passen Hausnudeln, Semmelknödel, Kartoffelnudeln und Preiselbeeren.

Hintergrundwissen und Geschichte

Der Tafelspitz ist ein Nationalgericht der österreichischen Küche, insbesondere der Wiener Küche, und gilt als Inbegriff der Rindfleischkultur des ehemaligen Habsburgerreiches.

Definition und Tradition:

  • Der Tafelspitz: Das Gericht leitet seinen Namen von dem gleichnamigen Teilstück des Rindes ab – der vordere, dünn auslaufende Teil des Schwanzstücks (Schwanzrolle), der von einer leichten Fettschicht bedeckt ist. Das Fleisch ist mager und feinfaserig, weshalb es sich perfekt zum Kochen und Schmoren eignet, um butterzart zu werden.
  • Wiener Klassiker: Der berühmte Wiener Tafelspitz wird traditionell gekocht (gesiedet) und nicht wie in diesem Rezept gedünstet oder geschmort. Er wird klassisch in einer kräftigen Rindsuppe mit Wurzelgemüse zubereitet und oft in drei Gängen serviert: zuerst die Suppe, dann Markknochen und schließlich das in Scheiben geschnittene Fleisch mit Beilagen wie Apfelkren (Apfel-Meerrettich), Schnittlauchsauce und Rösterdäpfeln (Bratkartoffeln).

Die Rolle von Kaiser Franz Joseph I.:

  • Die Popularität des Tafelspitzes wird oft direkt mit Kaiser Franz Joseph I. (1830–1916) in Verbindung gebracht. Er war bekannt für seine einfache Esskultur und seine Vorliebe für gekochtes Rindfleisch, das ihm oft serviert wurde. Durch die Gunst des Kaiserhauses stieg das Gericht vom traditionellen Siedefleisch zu einem hochangesehenen “Tafelstück” auf, das in den besten Häusern Wiens, wie dem berühmten Hotel Sacher, serviert wurde.

Die Abwandlung des Rezepts (Gedünstet):

  • Das vorliegende Rezept weicht durch die Marinade und das anschließende Dünsten/Schmoren in der Soße vom streng klassischen Wiener Tafelspitz ab, der hauptsächlich durch Kochen in Brühe zubereitet wird. Das Dünsten mit Rotwein, Speck und Wurzelwerk verleiht dem Gericht einen intensiveren, dunkleren Bratengeschmack und eine sämigere Soße – eine beliebte Variante in vielen regionalen Küchen, die die Zartheit des Tafelspitzes mit der Würze eines Schmorbratens kombiniert.

Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 152025
 

Beef Wellington

Beef Wellington ist ein beeindruckendes Gericht, das ein zartes Rinderfilet, umhüllt von einer schmackhaften Pilz-Duft (Duxelles) und einer Teighülle, perfekt gart. Es ist ein klassisches Herzstück für festliche Anlässe.

Zutaten

  • 1 (ca. 2,2 kg) Rinderfilet  oder 2 kleinere Filets
  • 1 TL (ca. ) Trockensenf
  • Speckscheiben (larding pork) zum Umwickeln des Filets

Duxelles (Pilzfüllung)

  • 1 EL Butter
  •  225 g Pilze (Champignons), gehackt
  • 150 g Schinken, gehackt
  • ½ Zehe Knoblauch, mit Salz zerdrückt
  • ⅓ Tasse (ca. 80 ml) Sherry (oder trockener Rotwein)
  • 4 gehackte Hühnerlebern
  • 1 EL Tomatenmark (tomato puree)
  • 1 EL Rindfleischextrakt (z. B. Bovril oder dicker Rinderfond)

Teig und Glasur

  • Teig zum Umhüllen des Filets (Blätterteig, Blätterteig aus der Tiefkühltruhe, Brioche oder Fertig-Mürbeteig)
  • 1 Eigelb
  • 1 TL Wasser

Zubereitung

  1. Filet vorbereiten und anbraten: Das Filet mit Trockensenf bestreuen. Mit Speckscheiben (larding pork) umwickeln und festbinden.
  2. Vorbacken und Kühlen: Das Filet im vorgeheizten Ofen bei  25 Minuten braten. Anschließend das Filet gut kühlen (dies ist wichtig, um den Teig beim späteren Backen nicht zu durchnässen und das Fleisch nicht zu überkochen).
  3. Duxelles zubereiten:
    • In einer Pfanne Butter schmelzen und die gehackten Pilze darin braten, bis sie dunkelbraun sind.
    • Schinken, zerdrückten Knoblauch und Salz hinzufügen.
    • Mit Sherry ablöschen.
    • Die gehackten Hühnerlebern zu der Mischung geben und mitbraten.
    • Zuletzt Tomatenmark und Rindfleischextrakt einrühren. Gut vermischen und vom Herd nehmen.
  4. Zusammenfügen:
    • Den Teig so ausrollen, dass er das gesamte Fleischstück umhüllen kann. Das kalte Filet in die Mitte legen.
    • Die Pilz-Schinken-Leber-Mischung auf und um das Filet schichten.
    • Den Teig um das gesamte Filet wickeln, die Enden einschlagen und alle Nähte fest zusammendrücken.
  5. Backen und Servieren:
    • Das Beef Wellington mit der Nahtseite nach unten auf ein Backblech legen.
    • Das Eigelb mit Wasser verquirlen und den Teig damit bestreichen.
    • Mit übrig gebliebenem Teig verzieren (z. B. mit Streifen oder Mustern).
    • Im vorgeheizten Ofen bei  25–30 Minuten backen, bis der Teig goldbraun und durchgebacken ist.

 

Kulinarische und historische Notizen

Herkunft des Namens: Der Name Beef Wellington wird oft mit dem Duke of Wellington in Verbindung gebracht, dem britischen General, der Napoleon in der Schlacht bei Waterloo besiegte. Die Legende besagt, das Gericht sei zu seinen Ehren benannt worden. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass der Name im frühen 20. Jahrhundert populär wurde und eine patriotische Anspielung auf den berühmten “Iron Duke” war, da das Umhüllen von Fleisch mit Teig in der französischen Küche bereits als filet de bœuf en croûte bekannt war.

Die Duxelles als Barriere: Die Duxelles (die Pilzfüllung) spielt eine entscheidende Rolle. Sie liefert nicht nur Geschmack, sondern dient auch als wichtige Barriere zwischen dem Fleisch und dem Teig. Da das Filet noch leicht Saft verliert, selbst wenn es gekühlt ist, hilft die dicke, reduzierte Duxelles-Schicht zu verhindern, dass der Teig matschig wird.

Die Wahl des Teigs: Obwohl im Rezept verschiedene Teigsorten genannt werden, wird traditionell und für das beste Ergebnis Blätterteig verwendet. Blätterteig blättert beim Backen luftig auf und bildet einen perfekten Kontrast zur Zartheit des Rindfleisches.

Die Besonderheit des Rindfleischextrakts und der Hühnerleber: Die Zugabe von Rindfleischextrakt und Hühnerleber zur Duxelles ist typisch für die klassische, reichhaltige Küche. Diese Zutaten intensivieren das Umami des Gerichts und geben der Füllung eine tiefe, fast samtige Geschmacksbasis, die sich von den erdigen Pilzen abhebt.

 

Dieses Rezept stammt aus einem Kochbuch aus Louisiana, USA


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 142025
 

Paupiettes de Bœuf à la Crème (Rinderrouladen in Sahnesauce)

Dieses klassische französische Rezept präsentiert gefüllte Rinderrouladen (Paupiettes de Bœuf), die in einer cremigen Sauce geschmort werden. Eine ungewöhnliche, aber raffinierte Zutat ist die Sardellenfüllung, die dem Gericht eine besondere Würze verleiht.

Zutaten

  • 100 g)Sardellen (entgretet)
  • 3 Stängel Petersilie, fein gehackt
  • 1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, zerdrückt
  • 700 g Rinderfilet (oder dünne Rindfleischscheiben), in 4 Tranchen geschnitten
  • 4 EL Butter
  • 2 Tassen (ca. 470 ml) heiße Kalbsbrühe
  • Eine Prise Pfeffer
  • ¾ Tasse (ca. 150 ml) Sahne
  • 1 EL Zitronensaft
  • Optional: Salzkartoffeln oder Reis zum Servieren

Zubereitung

  1. Füllung vorbereiten: Die Sardellen entgräten. Die gehackte Petersilie, die gehackte Zwiebel und die zerdrückte Knoblauchzehe zusammen mit den Sardellen zu einer feinen Paste zerdrücken (écraser).
  2. Rouladen füllen und rollen: Das Rinderfilet in vier dünne Scheiben schneiden. Jede Scheibe mit der Sardellenpaste bestreichen. Die Scheiben fest aufrollen und mit Küchengarn zusammenbinden (attacher).
  3. Anbraten: Die Butter in einem gusseisernen Topf (casserole en fonte) bei mittlerer Hitze schmelzen. Sobald die Butter heiß ist, die Rinderrouladen in den Topf legen und von allen Seiten leicht goldbraun anbraten.
  4. Schmoren: Die heiße Kalbsbrühe und eine Prise Pfeffer hinzufügen. Die Hitze reduzieren und die Rouladen zugedeckt eine Stunde lang sanft schmoren lassen (mijoter à feu doux).
  5. Creme hinzufügen: Nach dreiviertel Stunden (also nach 45 Minuten Schmorzeit) die Sahne, vermischt mit dem Zitronensaft, hinzufügen.
  6. Fertigschmoren: Die Rouladen weitere 15 Minuten schmoren lassen.
  7. Servieren: Das Küchengarn entfernen und die Rouladen sofort servieren, traditionell mit Salzkartoffeln oder Reis.

Geschichte und Anekdoten

Die Paupiette – Ein Klassiker der französischen Küche: Die Paupiette ist eine typisch französische Zubereitungsart, bei der dünne Fleischscheiben (oft Kalb oder Rind) gefüllt und aufgerollt werden. Sie gilt als elegantere Form der Roulade und ist ein Beispiel für die französische Kunst, einfache Zutaten zu verfeinern.

Die Sardellenfüllung – Eine Überraschung: Die Verwendung von Sardellen in der Füllung ist für ein Gericht mit Rindfleisch in einer cremigen Sauce vielleicht überraschend, aber sie ist ein brillanter kulinarischer Schachzug. Sardellen liefern eine intensive Umami-Note, die das Fleisch und die Sauce auf eine Weise würzt, die reicher ist als Salz. Sie lösen sich beim Kochen fast vollständig auf und hinterlassen keinen dominanten Fischgeschmack, sondern eine tiefe, pikante Würze. Dies ist ein Merkmal der raffinierten französischen Küche, die subtile Aromen einsetzt.

Der Gusseisentopf (Cocotte): Die Anweisung, einen Gusseisentopf (casserole en fonte) zu verwenden, ist kein Zufall. Gusseisen verteilt die Hitze gleichmäßig und speichert sie gut, was für das lange, sanfte Schmoren solcher Gerichte ideal ist. Es sorgt für eine konstante Temperatur und verhindert ein Anbrennen.

Die Affinage mit Zitrone und Sahne: Die Zugabe von Zitronensaft zur Sahne am Ende des Schmorprozesses ist ein weiteres typisch französisches Detail. Die Säure des Zitronensafts hellt die reiche Sahnesauce auf, verhindert, dass sie zu schwer wird, und rundet das Aroma ab. Es ist diese Art von Details, die die französische Küche so besonders machen.


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 142025
 

Boeuf Bourguignon (Ragoût de bœuf à la mode de Bourgogne)

Der Boeuf Bourguignon ist ein weltberühmter Klassiker der französischen Küche, ein reichhaltiger Schmortopf, der Rindfleisch in einer tiefgründigen Soße aus Rotwein, Speck und aromatischen Kräutern gart.

Zutaten

  • 1 kg Rinderschulter ohne Knochen, in Würfel geschnitten
  • 3 EL Schweineschmalz (saindoux)
  • 100 g gesalzener Speck (lard salé), gewürfelt
  • 12 kleine Zwiebeln
  • 1 EL Mehl
  • 2 Tassen trockener, alter Burgunder (Rotwein)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Stück Orangenschale (als Knoten gebunden)
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Zweig Thymian
  • 1 Prise Muskatnuss
  • Salz (kein Pfeffer, siehe Zubereitung)
  • Gehackte Petersilie (zum Garnieren)

 

Zubereitung

  1. Vorbereiten der Einlagen: Das Schweineschmalz in einem Schmortopf (cocotte) schmelzen. Sobald es raucht, den gewürfelten Speck darin anbraten und anschließend herausnehmen. Dann die kleinen Zwiebeln darin anbraten und ebenfalls herausnehmen.
  2. Fleisch anbraten: Die Rindfleischwürfel nebeneinander in den Topf legen und von allen Seiten goldbraun anbraten.
  3. Binden und Aromatisieren: Den Speck wieder zum Fleisch geben. Das Mehl hinzufügen und mit einem Holzlöffel verrühren.
  4. Ablöschen: Den gut erhitzten Rotwein hinzufügen und gut umrühren.
  5. Würzen und Schmoren: Die Knoblauchzehe, die Orangenschale und das Bouquet Garni (Lorbeerblatt und Thymian) sowie die Prise Muskatnuss und Salz hinzufügen.
  6. Den Topf fest verschließen und bei schwacher Hitze dreieinhalb Stunden schmoren. Sollte zu viel Wein oder Saft verdunsten, nur schluckweise kochendes Wasser hinzufügen.
  7. Fertigstellen: Zum Schluss die angebratenen Zwiebeln hinzufügen und die Garzeit um fünfzehn Minuten verlängern.
  8. Servieren: Das Bouquet Garni entfernen. Das Fleisch und die Soße auf eine Servierplatte geben und mit gehackter Petersilie bestreuen.

Geschichte und Anekdoten

Ein Gericht mit aristokratischen Wurzeln: Der Boeuf Bourguignon hat seine Wurzeln in der Region Burgund (Bourgogne), einer Hochburg der französischen Küche, die auch für ihre exzellenten Rinderrassen (wie die Charolais-Rinder) und ihre weltberühmten Rotweine bekannt ist. Ursprünglich war das Schmoren mit Wein eine Methode der einfachen Landbevölkerung, um zähere Fleischstücke zart zu kochen und gleichzeitig minderwertigen Wein zu verwerten. Mit der Zeit wurde es jedoch von der städtischen und sogar aristokratischen Küche adaptiert und verfeinert.

Die Rolle des Weins: Der Burgunder Wein ist das A und O dieses Gerichts, da er nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch eine komplexe Säure und Fruchtnote liefert, die das Kollagen im Fleisch aufschließt. Das Rezept besteht ausdrücklich auf altem, trockenem Burgunder, was für die Tiefe des Geschmacks entscheidend ist.

Die Geheimzutat: Orangenschale: Die Verwendung eines Knotens Orangenschale (un nœud d’écorce d’orange) ist ein raffinierter, klassischer Geheimtipp. Sie fügt eine helle, leicht bittere Note hinzu, die die schwere Soße auflockert und ihr eine besondere Eleganz verleiht.

Kein Pfeffer beim Schmoren: Das Rezept weist explizit darauf hin, keinen Pfeffer hinzuzufügen. In der klassischen Küche wurde manchmal darauf verzichtet, Pfeffer über sehr lange Garzeiten mitzukochen, da er bei zu langem Kochen einen bitteren Geschmack entwickeln kann. Die Köche zogen es vor, das Gericht erst vor dem Servieren zu pfeffern.


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 112025
 

Bifflamott (Bœuf à la mode)

Bifflamott ist ein klassischer Schmorbraten aus der bayerischen Küche, dessen Name eine charmante Verballhornung des französischen “Bœuf à la mode” ist. Es ist ein festliches Gericht, das viel Zeit in Anspruch nimmt, aber mit einem unvergleichlich reichen Geschmack belohnt.

Zutaten

  • Fleisch:
    • Rindfleisch (Schwanzstück oder Oberschale)
  • Für die Beize:
    • Wasser
    • roter Wein
    • Essig
    • 2 gelbe Rüben (Karotten)
    • 1 dicke Zwiebel
    • 8 Nelken
    • 6 Wacholderbeeren
    • 8 Pfefferkörner
    • 2 Porreestangen (Lauch)
    • 1 Petersilwurzel (Wurzelpetersilie)
  • Zum Braten:
    • Schmalz
    • in Streifen geschnittener Speck (zum Spicken)
    • 4 Markknochen vom Rind oder Kalb
    • Beizflüssigkeit (aus der Marinade)
    • 1 Stück angebräunte Brotrinde (z.B. von Graubrot, zum Andicken)
    • Mehl
    • 1 gehäufter Esslöffel Zucker
    • Rotwein
  • Zum Würzen (je 1 Esslöffel gehackte Kräuter):
    • Dill, Estragon, Petersilkraut, Schnittlauch, Selleriekraut, Liebstöckel (Maggikraut)
    • Wacholderbeeren
    • Salbei, Thymian
    • Etwas Salz und Pfeffer

 Zubereitung

  1. Fleisch beizen: Das Rindfleisch für zwei bis drei Tage in die vorbereitete Beize (Wasser, Rotwein, Essig, grob geschnittenes Gemüse, Nelken, Wacholderbeeren, Pfefferkörner) legen und täglich wenden.
  2. Vorbereiten zum Braten: Das Fleisch nach dem Beizen gut abtrocknen. Mit den Speckstreifen spicken (d.h. Speckstreifen mit einer Spicknadel durch das Fleisch ziehen, um es saftiger zu machen und Geschmack zu geben).
  3. Anbraten: In einem großen Bräter oder Topf das Schmalz erhitzen. Das gespickte Fleisch zusammen mit den Markknochen rundherum kräftig anbraten, bis es Farbe annimmt.
  4. Würzen und Schmoren: Das Fleisch mit den gehackten Kräutern, Wacholderbeeren, Salbei, Thymian, Salz und Pfeffer würzen. Etwas Beizflüssigkeit und das Gemüse aus der Beize (ohne die ganzen Gewürze) zugeben.
  5. Schmorzeit: Das Gericht zugedeckt bei mittlerer Hitze gut 2 Stunden lang schmoren lassen. Dabei immer wieder etwas Flüssigkeit (Beizflüssigkeit oder Brühe) nachgießen, damit das Fleisch nicht trocken wird.
  6. Brotrinde hinzufügen: Gegen Ende der Schmorzeit die in Schmalz angeröstete Brotrinde zugeben, diese hilft später beim Andicken der Sauce und gibt Farbe.
  7. Sauce zubereiten: Das fertige Fleisch aus dem Fond nehmen und warm stellen. Den Bratenfond durch ein Sieb passieren, um Gemüse und Gewürze zu entfernen.
  8. Andicken und Abschmecken: Das Mehl in etwas kaltem Wasser anrühren und damit den passierten Fond unter ständigem Rühren andicken. Mit dem halben Tasse Rotwein und dem gehäuften Esslöffel Zucker abschmecken. Die Sauce sollte eine sämige Konsistenz haben und würzig-süß-säuerlich schmecken.
  9. Servieren: Das Fleisch in Scheiben schneiden und nochmals für etwa 15 Minuten in die fertige Sauce legen, um es darin warm zu halten und die Aromen aufnehmen zu lassen.

 

Beilage

Traditionell werden Semmelknödel zum Bifflamott gereicht, um die reichhaltige Sauce aufzunehmen.


Geschichte und Anekdoten zu Bifflamott

Vom “Bœuf à la mode” zum “Bifflamott”: Der Name dieses Gerichts ist ein wunderschönes Beispiel für die Sprachveränderung im Laufe der Zeit. Das französische “Bœuf à la mode” bedeutet wörtlich “Rindfleisch nach Art” oder “Rindfleisch nach der Mode”. Im 17. und 18. Jahrhundert war die französische Küche stilprägend in den europäischen Adels- und wohlhabenden Bürgerhäusern. Mit der Zeit wurde der Begriff im bayerischen Dialekt liebevoll zu “Bifflamott” “verstümmelt” oder eingedeutscht.

Ein Gericht für besondere Anlässe: Bifflamott war und ist ein Gericht, das Zeit und Mühe erfordert, weshalb es als Sonntagsbraten oder, noch traditioneller, als obligatorisches Festessen bei Hochzeiten galt. Seine aufwendige Zubereitung spiegelte den besonderen Anlass wider. Die lange Beizzeit und das langsame Schmoren sorgten dafür, dass auch weniger zarte Fleischstücke mürbe und aromatisch wurden.

Die Rolle des Beizens und Spickens: Das Beizen des Fleisches diente nicht nur der Geschmacksgebung, sondern auch der Zartmachung und, in früheren Zeiten, der Haltbarmachung. Der Essig in der Beize zersetzt die Kollagenfasern und macht das Fleisch mürber. Das Spicken mit Speck war entscheidend, um magerem Rindfleisch während des langen Schmorprozesses Saftigkeit und zusätzlichen Geschmack zu verleihen.

Der Geschmack: Das Bifflamott zeichnet sich durch seine komplexe Geschmacksnote aus, die süßlich, säuerlich, würzig und herzhaft zugleich ist. Die Kombination aus Rotwein, Essig, Zucker, Gewürzen und Wurzelgemüse ergibt eine tiefgründige Sauce, die das zarte Schmorrind perfekt ergänzt.

Verdrängung durch Sauerbraten: Obwohl das Bifflamott geschichtlich älter ist, wurde es im Laufe der Zeit oft vom Sauerbraten verdrängt. Der Sauerbraten ist in der Zubereitung etwas weniger zeitaufwendig und hat sich als Sonntagsklassiker etabliert. Dennoch bleibt Bifflamott ein Juwel der bayerischen Küche, das Liebhaber traditioneller Braten immer wieder neu entdecken.


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 112025
 

Fleischfarfeln (Fleischknödel)

Dieses Gericht ist eine deftige und sättigende Spezialität, bei der Knödel (Farfeln) aus einer Kartoffel-Fleisch-Masse in einer würzigen Suppe serviert werden.

Zutaten

  • durchzogener Speck, Selchfleisch (geräuchertes Schweinefleisch) und geselchtes Rindfleisch (Gesamtmenge der drei Fleischsorten)
  • 1 Zwiebel
  • 2 große, gekochte Kartoffeln
  • 3 Eier
  • Salz
  • Pfeffer
  • Petersilie (gehackt)
  • Mehl
  • Schnittlauch (zum Servieren)

Zubereitung

  1. Fleisch und Zwiebel vorbereiten: Den durchzogenen Speck feinwürfelig schneiden. Die Zwiebel schälen und fein hacken. Das Selchfleisch und das geselchte Rindfleisch würfelig schneiden.
  2. Anrösten: Den gewürfelten Speck in einer Pfanne auslassen (braten, bis das Fett schmilzt). Die gehackte Zwiebel hinzufügen und darin “anlaufen lassen” (glasig dünsten).
  3. Fleisch anbraten: Das gewürfelte Selchfleisch und Rindfleisch zu Speck und Zwiebel geben und mitrösten. Anschließend die Mischung abkühlen lassen.
  4. Teigmasse vorbereiten: Die gekochten Kartoffeln reiben. In einer großen Schüssel die geriebenen Kartoffeln, die 3 Eier und das geröstete Fleisch-Speck-Gemisch vermischen.
  5. Würzen: Die Masse mit Salz, Pfeffer und gehackter Petersilie kräftig würzen.
  6. Teig kneten: Nach und nach das Mehl (bis zu den ) zu der Masse geben und gut verkneten, bis ein fester, gut formbarer Teig entsteht.
  7. Farfeln formen: Mit einem Suppenlöffel große Nocken (Knödel) von der Masse abstechen und formen.
  8. Kochen: In einem großen Topf Salzwasser oder – für mehr Geschmack – eine kräftige Fleischbrühe zum Kochen bringen. Die Farfeln einlegen und kochen, bis sie an die Oberfläche steigen und gar sind (typischerweise etwa 10–15 Minuten, je nach Größe).
  9. Abschmecken und Servieren: Den Kochsud (falls er verwendet wird) würzig abschmecken. Die Farfeln in der Suppe anrichten und großzügig mit gehacktem Schnittlauch bestreut servieren.

Wissenswertes und Anekdoten zu Farfeln

Der Name: Der Name Farfeln ist eine weniger gebräuchliche, oft regional (besonders im alpenländischen Raum) verwendete Bezeichnung für Nocken oder Knödel. Diese Art von Knödel, die Eier, Kartoffeln und Fleisch enthält, ist extrem sättigend und galt früher als vollwertige Hauptmahlzeit.

Die Fleischwahl: Die Kombination aus Speck, Selchfleisch (geräuchertes Schweinefleisch) und geselchtem Rindfleisch ist typisch für die bäuerliche Küche. Selchfleisch – also geräuchertes Fleisch – war traditionell eine Methode, um Fleisch haltbar zu machen. Die Verwendung verschiedener Fleischsorten stellte sicher, dass alle vorhandenen Fleischreste sinnvoll verwertet wurden, was in der traditionellen Küche ein wichtiges Prinzip war. Das ausgelassene Speckfett dient als Geschmacksträger und verleiht den Farfeln ihre besondere Deftigkeit.

Das Servieren in Suppe: Das Servieren der Farfeln in ihrem eigenen Kochsud oder einer kräftigen Brühe ist eine klassische Art der Zubereitung. Die Farfeln saugen etwas von der Flüssigkeit auf, was sie saftig hält. Der reichlich verwendete Schnittlauch sorgt für eine frische, würzige Gegenkomponente zur schweren Fleischmasse. Solche Gerichte waren oft die “Sonntagsessen” oder wurden bei Festlichkeiten serviert.


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 092025
 

PICHELSTEINER EINTOPF

Ein klassischer bayerischer Eintopf mit drei Fleischsorten und viel Gemüse. Die Schichttechnik und das erst-am-Ende-Mischen sind typisch für dieses traditionelle Gericht!

Zutaten:

  • 500-800 g Fleisch (Rind-, Schweine-, Hammelfleisch gemischt)
  • 500 g Kartoffeln
  • 2 große gelbe Rüben
  • 1 kleine Sellerieknolle
  • 2 Petersilienwurzeln
  • 2 Stangen Lauch
  • 1 Zwiebel
  • 50 g Fett
  • Ca. 1/2 l Brühe
  • Salz
  • Pfeffer
  • Petersilie (gehackt)

Zubereitung:

  1. Gewaschenes Fleisch in Würfel schneiden
  2. Grünzeug und Kartoffeln putzen bzw. schälen
  3. Kartoffeln in größere Würfel schneiden
  4. Sellerie und Petersilienwurzeln in kleinere Würfel schneiden
  5. Lauch und gelbe Rüben in Scheiben schneiden
  6. Feingehackte Zwiebel im Fett andünsten
  7. Schichtweise Fleisch, etwas Salz und Pfeffer, Grünzeug und Kartoffeln in den Topf geben
  8. Brühe darübergießen
  9. Alles ungefähr eine Stunde dampfen, bis es gar ist
  10. Wichtig: Erst jetzt den Eintopf durchmischen!
  11. In vorgewärmter Gemüseterrine servieren
  12. Gehackte Petersilie darüberstreuen

Info: Der klassische bayerische Pichelsteiner wird traditionell in Schichten gegart und erst beim Servieren gemischt!

Der Eintopf wurde vermutlich nach dem nahegelegenen Büchelstein benannt, wo ab 1839 das Büchelsteiner Fest gefeiert wurde, bei dem das schnell zubereitete, warme Gericht große Beliebtheit erlangte. Eine Legende besagt, dass das Rezept um 1850 von der Wirtin Augusta Winkler in Grattersdorf am 862 Meter hohen Büchlstein im Bayerischen Wald gefunden wurde.

Es wird außerdem berichtet, dass Bismarck diesen Eintopf 1893 nach langer Krankheit mit großem Appetit verzehrt habe. Die Tradition des schichtweisen Garens und das erst-am-Ende-Mischen sind typisch für dieses bodenständige bayerische Gericht!


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 092025
 

Labskaus nach alter Art

Ein herzhaftes Seemannsgericht mit Tradition – perfekt für Liebhaber deftiger, norddeutscher Küche


Zutaten

  • 750 g gepökeltes Rindfleisch (z. B. Keule oder Brust)
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL weiße Pfefferkörner
  • 1 Nelke
  • 1 Stange Porree (Lauch)
  • 1 kleine Sellerieknolle
  • 1 Möhre (Karotte)
  • 1 kleine Petersilienwurzel
  • 1 kg Kartoffeln
  • 2 mittlere Zwiebeln
  • 40–50 g Butter
  • 4 Matjesfilets
  • 400 g vorgekochte rote Rüben (Rote Beete)
  • 2 Gewürzgurken
  • 4 Spiegeleier

Zubereitung

  1. Fleisch und Gemüse garen Das gepökelte Rindfleisch mit Wasser in einem großen Topf aufkochen, Gewürze hinzufügen und bei mittlerer Hitze ca. 1 ½ Stunden garziehen lassen. Den Schaum gelegentlich abschöpfen. Nach ca. 1 Stunde das geputzte, gewaschene und kleingeschnittene Gemüse dazugeben.

  2. Kartoffeln kochen Kartoffeln schälen, waschen und ohne Salzzugabe sehr weich kochen, dann abgießen.

  3. Zwiebeln anbraten Zwiebeln schälen, würfeln und in 1 EL Butter glasig dünsten.

  4. Labskaus zubereiten Fleisch und Gemüse aus der Brühe nehmen, das Fleisch kleinschneiden. Alles zusammen mit den Kartoffeln, Matjesfilets, Zwiebeln, Gewürzgurken und roten Rüben durch die mittlere Scheibe des Fleischwolfs drehen. So viel Fleischbrühe hinzufügen, dass ein weicher Brei entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und kurz erwärmen.

  5. Spiegeleier braten Die Spiegeleier in der restlichen Butter braten.

  6. Servieren Den Labskaus auf Teller verteilen, je ein Spiegelei daraufgeben und mit Gurkenfächern garnieren. Dazu passt Bauernbrot.


Anekdote & Hintergrund

Labskaus ist ein echtes Seemannsgericht und hat eine bewegte Geschichte: Auf langen Schiffsreisen, wenn der Proviant knapp wurde, mischte der Schiffskoch oft alle verfügbaren Reste – gepökeltes Fleisch, Salzheringe, Kartoffeln und was sonst noch übrig war. So entstand ein nährstoffreiches, haltbares Gericht, das sich monatelang zubereiten ließ.

Besonders an der Ostseeküste und in Mecklenburg-Vorpommern ist Labskaus bis heute sehr beliebt. Hier verleiht ihm die besondere Qualität der regionalen Kartoffeln ein intensives Aroma. Traditionell wird Labskaus mit einem kühlen Bier und einem „Korn“ (Kornbranntwein) serviert – so, wie es die Seeleute einst taten.


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 082025
 

Kronfleisch (Zwerchfellfleisch vom Rind)

Zutaten

Hauptzutaten:

  • 750 g Kronfleisch (Zwerchfellfleisch vom Rind)
  • 1-1 1/4 l Wasser
  • Salz

Suppengrün:

  • 1 gelbe Rübe
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stück Lauch (Porree)
  • 1 Stück Sellerie

Gewürze:

  • Pfeffer
  • Feingehackter Schnittlauch

Zum Servieren:

  • Geriebener Meerrettich (frisch und scharf!)
  • Dicke Scheibe Holzofenbrot oder Brezen

Zubereitung

Kochen:

  1. Kronfleisch kurz waschen
  2. In gesalzenem Wasser mit dem Grünzeug 15-20 Minuten leicht kochen
  3. Wichtig: Die Krone muss in der Mitte rosa sein!

Anrichten:

  1. Kronfleisch in Scheiben schneiden
  2. Mit etwas heißer, gut gewürzter Brühe übergießen
  3. Mit Schnittlauch bestreuen
  4. Vom Holzteller essen

Dazu reichen:

  • Scharfen, frisch geriebenen Meerrettich (der einem das Wasser in die Augen treibt!)
  • Dicke Scheibe Holzofenbrot oder Brezen

Tradition

Kronfleisch wird klassisch vom Holzteller gegessen und ist eine bayerische Spezialität. Der frisch geriebene Meerrettich ist ein absolutes Muss und sollte richtig scharf sein!


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Juli 232023
 

Rheinische Pepse – eine regionale Spezialität.

Die “Rheinische Pepse” sind eine regionale Spezialität aus dem Rheinland, insbesondere aus der Gegend um Köln. Sie sind kleine Fleischklöße, die traditionell aus Pferdefleisch hergestellt werden.

 

Hier ein Rezept für “Rheinische Pepse” mit Pferdefleisch:

Zutaten:

  • 500 g Pferdefleisch (alternativ kann auch Rindfleisch verwendet werden)
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 Ei
  • 2-3 EL Semmelbrösel oder Paniermehl
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • 1 TL gemahlener Piment (optional)
  • 1 TL gemahlener Muskat (optional)
  • Butter oder Öl zum Braten

Das Pferdefleisch in kleine Stücke schneiden und dann durch einen Fleischwolf drehen oder in einem Mixer fein zerkleinern. In einer Schüssel das gehackte Pferdefleisch mit der fein gehackten Zwiebel, dem Knoblauch, dem Ei, den Semmelbröseln und der Petersilie vermischen. Mit Salz, Pfeffer, gemahlenem Piment und gemahlenem Muskat nach Geschmack würzen. Gut vermengen.

Aus der Fleischmasse kleine Klöße formen und leicht flach drücken, um Pepse zu bilden. In einer Pfanne Butter oder Öl erhitzen und die Pepse von beiden Seiten bei mittlerer Hitze goldbraun braten, bis sie durchgegart sind.

Die fertigen Rheinischen Pepse auf einem Teller anrichten und nach Wunsch mit Beilagen wie Kartoffelsalat, Sauerkraut oder gemischtem Salat servieren.

 

Da Pferdefleisch nicht überall leicht erhältlich ist, können Sie dieses Rezept alternativ auch mit Rindfleisch zubereiten. Die Pepse sind eine köstliche und traditionelle rheinische Spezialität, die sowohl als Hauptgericht als auch als Beilage serviert werden kann.


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Feb. 132015
 
  • 1,5 – 2 kg Rinderbrust
  • etwas Salpeter (ca. 1,5 g)
  • 125 g Salz
  • Suppengrün
  • 1 TL Zucker

Mäßig fette Rinderbrust wird entknöchelt und mit dem Salz, Zucker und Salpeter recht fest eingerieben, in einen Steintopf
gelegt und mit Stein und Schiefer stark beschwert, so dass sich Pökellake bilden kann. Nach 8—10 Tagen kann das Fleisch,
nachdem es etwas gewässert hat, ohne Salz mit Suppengrün und reichlich Wasser gekocht werden. Besser ist das Einlegen
in eine Pökellake, bei der man 100 g Salz auf 1 l Wasser rechnet.

Als Pökelfleisch

Das Pökelfleisch wird, nachdem es einige Male gewaschen ist, mit kochendem Wasser und in Scheiben geschnittenen Zwiebeln
aufgesetzt und in 2—3 Stunden gargekocht. Wenn es weich ist, legt man es auf eine Platte, bedeckt es mit einem flachen Teller, beschwert es mit einem Stein und lässt es so erkalten. Auf diese Weise lässt es sich später sehr schön aufschneiden. — Will man Pökelfleisch warm zu Tisch geben, so schmort man es. Sollte das Fleisch etwas stark gepökelt sein, so empfiehlt es sich, es vor der Zubereitung 1/2 Stunde in Wasser zu legen und dieses von Zeit zu Zeit zu erneuern.

45,) Jüdisches Rezept, Düsseldorf, 1926

 


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Feb. 132015
 

Sauerbraten einlegen

 

  • 1 – 1,5 kg Rindfleisch
  • 10 g Salz
  • 1 EL Zwiebeln, gehackt
  • Prise Thymian
  • 1 EL Senf
  • 1 l Essig
  • 1-1,5 l Wasser
  • kleingeschnittenes Suppengrün

Das vorbereitete Fleisch wird in einen möglichst hohen, schmalen Topf gelegt, man rechnet auf 3 l Marinade entweder 1/3 Essig und 2/3 Wasser oder halb und halb. Das vorbereitetje Suppengrün und die Zwiebel brät man in Fett an, gießt Essig und Wasser dazu, läßt es 10 Minuten kochen, lässt es etwas auskühlen und gießt es fast kalt über das Fleisch, So läßt man den Sauerbraten an einem kühlen Ort 8—10 Tage stehen und wendet das Fleisch jeden Tag.

Sauerbraten schmoren

  • 1 – 1,5 kg Fleisch
  • 1 Zwiebel
  • 60 g Fett
  • Salz
  • Pfeffer
  • Mehl
  • Gewürze wie Lorbeer, Thymian, Piment

Das Fleisch wird gewaschen, geklopft, mit Salz und Pfeffer bestreut, mit Mehl bestäubt in heißem Fett von allen Seiten angebraten, dann gibt man die Gewürze und die Zwiebel hinzu und schmort den Braten gar. Er muß jede 1/2 Stunde gewendet werden. Hin und wieder sollte er mit etwas Wasser begossen werden. Die Sauce wird durch einen Seiher gegeben und mit Stärke angedickt

45,) Jüdisches Rezept, Düsseldorf, 1926.


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 312014
 

Das Matrosenfleisch ist ein Klassiker der Wiener Küche aus Rindfleisch. Es ist ein kräftiges Ragout in brauner Sauce aus Wurzelgemüse und Rindfleisch.

  • 1 kg Rindfleisch
  • 500 g Zwiebeln
  • 200 ml Rotwein
  • 150 g Möhren
  • 150 g Gelbe Rüben
  • 150 g Petersilienwurzeln
  • 150 g Knollensellerie
  • 200 ml Saure Sahne
  • 500 ml Bratensaft
  • 2 Gewürzgurken
  • Essig
  • Salz
  • Pfeffer
  • Majoran
  • Thymian
  • Knoblauch
  • Mehl

Das Fleisch in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und in dünne Scheiben schneiden. Im Topf 1 TL Zucker mit 3 EL Öl anschwitzen und darin dann die Zwiebelringe goldgelb anrösten. Mit Rotwein und 1 Spritzer Essig ablöschen. Das Fleisch hinzugeben und kräftig anbraten lassen. Nun Salz, Pfeffer, Majoran und 2 Zehen zerdrückten Knoblauch hinzu geben und zugedeckt ca. 25 Minuten dünsten lassen.  Jetzt den Bratensaft zugießen und nochmals 25 Minuten abgedeckt dünsten lassen. Die Gurken in feine Würfel schneiden, das Wurzelgemüse schälen und in 1 cm Würfel schneiden und in Salzwasser weich kochen. Nun das Gemüse abschrecken und abtropfen lassen. Ca. 5 Minuten vor Ende der Garzeit 1,5 EL Mehl  und die Saure Sahne zum Fleisch geben, gut durchrühren und nochmals aufkochen lassen. Erst kurz vor dem Servieren wird das separat gekochte Gemüse und die gewürfelte Gewürzgurke hinzu gegeben und das Ragout nochmals 5 Minuten köcheln lassen. Als Beilage reicht der Österreicher Nockerln.

Österreichisches Rezept


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 312014
 

Gaisburger Marsch

Gaisburger Marsch ist ein traditionelles Eintopfgericht aus Schawaben. Stuttgarter Offiziersschüler hatten scheinbar eine Vorliebe für diesen kräftigen Ochsenfleischeintopf, in  Gaisburg in der Gaststätte “Bäckerschmiede” angeboten wurde, weshalb das Gericht gleich als Gaisburger Marsch in die Analen der Kochgeschichte eingegangen ist. Dieser Eintopf besteht aus Rinderbrühe, Ochsenfleisch und Spätzle. Anbei ein klassisches Rezept:

  • 500 g Spätzle, vorgegart
  • 400 g Ochsenfleisch oder Tafelspitz
  • 400 g Kartoffeln
  • 1 Gänsekeule
  • 1 l Gemüse- oder Fleischbrühe
  • 1 EL Pfefferkörner, grob gemahlen
  • 3 Lorbeerblätter
  • 2-3 Möhren
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stange Lauch
  • 6 Pfefferkörner
  • Wacholderbeeren
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat
  • Chili
  • 2 Zweige Bohnenkraut

Das Fleisch der Gänsekeule auslösen. Den Tafelspitz und das Fleisch der Gänsekeule in Würfel schneiden, gut vermischen und die geschroteten Pfefferkörner überstreugen. Die Brühe im Topf aufkochen, Lorbeeblätter, Wacholderbeeren und Pfefferkörner in ein Säckchen geben und mit dem Fleisch in die Brühe geben. Nun ca. 60 Minuten köcheln lassen, das Gewürzsäckchen herausnehmen. Mit den Gewürzen kräftig abschmecken und  das Bohnenkraut hinzu geben. Die Zwiebel schälen, in Scheiben schneiden. Das restliche Gemüse in Würfel schneiden, den Lauch in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und alles zusammen zum Eintopf geben. Nun diesen nochmals 20 Minuten köcheln lassen. Abermals kosten und abschmecken und die vorgegarten Spätzle unter den Eintopf heben und kurz aufkochen lassen. Mit Kräutern garnieren und sofort servieren.

 


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Mai 282014
 
  • 1 kg Rindfleisch
  •  500 g Zwiebeln
  • 2 EL Paprikapulver, scharf
  • 2 EL Paprikapulver, mild
  • 1 EL Kümmel
  • 1 EL Salz
  • 350 ml Rotwein, trocken
  • 1 Chilischote, getrocknet
  • 500 ml Sahne
  • Öl zum Braten
  • Wasser

Am Besten ist es, den Gulasch am Vortag vorzubereiten. Das Öl im Topf erhitzen und das in mundgerechte Stücke geschnittene Rindfleisch scharf anbraten. Die Zwiebeln fein hacken und zum  Fleisch geben. Nun Salzen und mit etwas Wasser angießen. Das Paprikapulver und  den fein gehackte Chili dazugeben. Den Kümmel dazugeben.  Nun kochen lassen, bis das Wasser fast verschwunden ist. Man muss aufpassen, dass das Gericht nicht anbrennt. Dann mit Rotwein ablöschen, und wieder einkochen lassen. Nun ca. 1,5 bis 2 Stunden köcheln lassen, immer wieder Wasser angießen und reduzieren lassen.  Auskühlen lassen und über Nacht  kühl stehen lassen. Am nächsten Tag aufkochen lassen und heiß lassen, bis das Fleisch auch warm ist. Dann mit der Sahne  auffüllen und gut umrühren. Die Sauce in einer Saucenterrine servieren. Das Fleisch in Scheiben schneiden und servieren. Dazu serviert man am Besten Böhmische Knödel.

 


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Mai 042014
 

Das Gericht wurde 1378 das erste Mal urkundlich in Dortmund in dem Bericht über die Agnes von der Vierbecke erwähnt und ist damit eines der ältesten Rezepte aus dem Ruhrgebiet. Der Name setzt sich aus Pfeffer (für Gewürze) Pott ( für Topf) und Hast (für Fleisch) zusammen.

Traditionell wird dazu Rindfleisch in Schmalz kräftig angebraten und mit gleicher Menge Zwiebeln im Topf schmoren gelassen.

  • 1 kg Rindefleisch
  •  600g – 1kg Zwiebeln
  • 1 EL Schweineschmalz
  • 800 ml Brühe
  • 3 Nelken
  • 3 Lorbeerblätter
  • 5 Pfefferkörner
  • 2 El Kapern oder 3 Gewürzgurken
  • 3 El Semmelmehl
  • 1 Spritzer Essig oder Saft von 1/2 Zitrone
  • Zucker
  • Salz
  • Pfeffer

Das Rindfleisch wie zum Gulasch in nicht zu große Würfel schneiden. Die  Zwiebeln und Gurken ebenfalls würfeln.  Die  Kapern grob hacken. Die Das Schmalz im Bräter erhitzen  und das Fleisch darin portionsweise scharf anbraten, Die Zwiebeln hinzufügen.  Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Mit der Brühe ablöschen und nun die Nelken, den Lorbeer, die Kapern und die Pfefferkörner hinzu geben und 1,5 bis 2 Stunden leicht köcheln lassen, bis das Fleisch schön weich geworden ist.

Zum Schluss alles nochmal mit Salz, Pfeffer,  Zitrone oder Essig abschmecken  und mit Semmelmehl leicht andicken.

Dazu  reicht man Salzkartoffeln, Rote Beete  und/oder Gewürzgurken.

 


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(2 Bewertungen, bisher: 1,50 von 10)

Diesen Beitrag drucken