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Sep. 302026
 

Amigdalota (Griechisches Marzipangebäck)  🇬🇷

Zutaten

  • 200 g gemahlene Mandeln
  • 200 g Zucker
  • 3 Eiweiß
  • Mark von 1 Vanilleschote
  • ca. 20 halbe Mandeln (zum Dekorieren)

Zubereitung

  1. Masse anrühren
    Die gemahlenen Mandeln mit dem Zucker, den Eiweißen und dem Vanillemark in einer Schüssel zu einer glatten, geschmeidigen Masse verrühren.
    Die Masse 15–20 Minuten ruhen lassen, damit die Mandeln die Feuchtigkeit aufnehmen.
  2. Formen
    Mit angefeuchteten Händen kleine Kugeln, Rauten oder Tropfen formen (traditionell je nach Insel unterschiedlich geformt).
    Auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und jeweils 1 halbe Mandel aufdrücken.
  3. Backen
    Im vorgeheizten Backofen bei ca. 150–160 °C ca. 20–25 Minuten backen, bis die Plätzchen goldig und außen leicht fest sind (innen bleiben sie weich).
    Vollständig auf dem Blech auskühlen lassen – sie werden erst beim Abkühlen fest.

Tipp:
Klassisch werden Amigdalota auch nur getrocknet (bei niedriger Temperatur) oder mit Puderzucker bestäubt serviert. Manche Varianten werden nach dem Backen in Orangenblütenwasser getaucht und in Puderzucker gewälzt.


Hintergrundwissen und Geschichte

Amigdalota: Die Mandel-Spezialität der Inseln

  • Amigdalota (αμυγδαλωτά, von amigdalo = Mandel) sind Mandelplätzchen – die berühmteste Süßspezialität der griechischen Inseln:
    • Andros, Tinos und Mykonos (Kykladen) sind die klassischen Amigdalota-Inseln
    • Auf Kreta heißen die entsprechenden Plätzchen Kalitsounia-Verwandte oder “Amygdalota”
    • Auf Zypern ist das Pendant das Loukoumi-artige Mandelkonfekt
  • Traditionell werden sie zu Hochzeiten, Taufen, Ostern und Weihnachten serviert – und in schönen Blechdosen verschenkt.

Die Mandel: Das Gold der Kykladen

  • Die Mandelbäume der Kykladen und Kytheras liefern seit Jahrhunderten die Grundlage der griechischen Süßwarenküche (Siytika):
    • Mandeln halten trockene Sommertropfenklimate gut aus und wachsen auf kargen Böden
    • Bittermandeln und Süßmandeln wurden historisch oft gemischt – für das typische intensive Aroma
  • Die berühmten griechischen Mandelsüßigkeiten bilden eine eigene Familie:
    • Amigdalota (Plätzchen)
    • Pasteli (Mandel-Sesam-Riegel)
    • Amygdalato Glyko (kandierte ganze Mandeln)
    • Kourabiedes (Mandel-Butterplätzchen mit Puderzucker)

Verwandtschaft mit dem europäischen Marzipan

  • Das Prinzip gemahlene Mandeln + Zucker + Eiweiß ist die Basis aller Marzipan-Traditionen Europas – von Lübeck über Toledo (Mazapán) bis Sizilien (Martorana-Früchte).
  • Die arabischen Ursprünge (Mandel + Zucker) gelangten über die osmanische und byzantinische Welt nach Griechenland – die griechische Variante ist einfacher und eifreier gehalten als das geknetete deutsche Marzipan.

Form als Herkunftsmarke

  • Interessant: Die Form der Amigdalota verrät die Herkunft:
    • Kugeln – Tinos, Andros
    • Rauten/Diamanten – Mykonos
    • Flache Scheiben mit Mandel – Kythira
  • Jede Insel hat ihre eigene Schule – Rezepte werden familienintern weitergegeben und sind ein Stolz der lokalen Konditoren.

Fastenfreundliche Süßigkeit

  • Da Amigdalota kein Mehl und keine Milchprodukte enthalten (nur Mandeln, Zucker, Eiweiß), sind sie – je nach Fastenregeln – auch in der orthodoxen Fastenzeit teilweise erlaubt bzw. leicht anpassbar.
  • Sie sind damit die perfekte Süßigkeit für die lange Fastenzeit vor Ostern und den Osterfesttags-tisch.

Tipps für perfekte Amigdalota

  1. Mandeln frisch mahlen: Frisch gemahlene Mandeln schmecken intensiver als fertig gemahlene – und die Masse bindet besser.
  2. Eiweiß nach und nach zugeben:
    Die Masse soll formbar, aber nicht flüssig sein – lieber erst 2 Eiweiß einrühren und das dritte nur bei Bedarf.
  3. Hände befeuchten:
    Beim Formen die Hände leicht anfeuchten – so klebt die klebrige Mandelmasse nicht und die Oberfläche wird glatt.
  4. Nicht zu lange backen:
    Amigdalota sollen außen leicht fest, innen weich sein – sie backen nach (wie Makronen). Zu lange gebacken werden sie trocken.
  5. Luftdicht lagern:
    In Blechdosen halten sie Wochen – und werden mit der Zeit immer schmelzender. Ein klassisches “Vorratsgebäck” für Besuch.

Varianten

  • Mit Orangenblütenwasser:
    Ein Schuss Orangenblütenwasser in die Masse – die feine, orientalische Note der Kykladen-Inseln.
  • Mit Rosenwasser:
    Die kytherische Variante – Rosenwasser statt Vanille.
  • In Puderzucker gewälzt:
    Nach dem Backen warm in Puderzucker wälzen – die “Schneewittchen”-Variante.
  • Doppelt gebacken:
    Bei niedriger Temperatur (100 °C) lange trocken lassen – die knusprige “Biscotto”-Variante für Kaffee.
  • Mit Bittermandelaroma:
    Wenige Tropfen Bittermandelöl – das historische, intensive Aroma der alten Rezepte.

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Sep. 132026
 

Gipfeli (Schweizer Croissants) 🇨🇭

Zutaten

  • 600 g Mehl (+ mehr zum Ausrollen)
  • 1 Würfel frische Hefe (ca. 42 g)
  • 2 EL Zucker
  • 300 ml Milch (100 ml + 200 ml)
  • 220 g Butter
  • 1 Eigelb
  • 1 Prise Salz

Benötigte Utensilien:

  • 2 Backbleche
  • Backpapier
  • Nudelholz

Zubereitung

  1. Vorteig vorbereiten 100 ml Milch lauwarm erhitzen und den Zucker einrühren. Die Hefe in die Milch bröseln und umrühren, bis sie sich aufgelöst hat. In einer Schüssel Mehl mit einer Prise Salz vermischen und eine Mulde formen. Die Hefemilch in die Mulde gießen und den Vorteig 20 Minuten ruhen lassen, bis sich Bläschen bilden.
  2. Teig kneten 70 g Butter schmelzen und die restlichen 200 ml Milch dazugeben. Den Teig in der Schüssel kneten und die Flüssigkeit nach und nach einarbeiten. Den Teig abdecken und 30–60 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
  3. Butterplatte vorbereiten Die restliche Butter (150 g) zwischen zwei Lagen Backpapier legen und mit dem Nudelholz zu einer 20 x 20 cm großen Platte (ca. 0,5 cm dick) ausrollen. Bei warmem Wetter die Butterplatte kurz in den Kühlschrank stellen.
  4. Teig ausrollen und Butter einarbeiten Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig zu einem 40 x 20 cm großen Rechteck ausrollen. Die Butterplatte auf eine Hälfte des Teigs legen und die andere Teighälfte darüberklappen, sodass die Butter vollständig eingeschlossen ist. Den Teig 20 Minuten ruhen lassen.
  5. Teig falten und ruhen lassen (1. Faltung) Den Teig auf einer bemehlten Fläche zu einem 40 x 20 cm großen Rechteck ausrollen. Die Außenkanten zur Mitte hin einschlagen, sodass sie sich in der Mitte berühren. Den Teig 20 Minuten ruhen lassen.
  6. Teig ausrollen und Dreiecke schneiden Den Teig erneut ausrollen, diesmal zu einem 70 x 40 cm großen Rechteck. Das Rechteck längs halbieren, sodass zwei 70 x 20 cm große Streifen entstehen. Jeden Streifen im Zickzack in 8 gleich große Dreiecke schneiden.
  7. Gipfeli formen Jedes Dreieck von der breiten Seite zur Spitze hin aufrollen und leicht krümmen, um die typische Gipfeli-Form zu erhalten. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Gipfeli darauflegen.
  8. Gehen lassen Die Gipfeli 30–40 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis sie deutlich aufgegangen sind.
  9. Backen Den Ofen auf 175 °C Umluft vorheizen. Das Eigelb verquirlen und die Oberseite der Gipfeli damit bestreichen. Die Gipfeli auf der mittleren Schiene 25–30 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.

Tipp: Gipfeli schmecken am besten frisch aus dem Ofen. Für ein Frühstück mit frischen Gipfeli gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Den Teig nach Schritt 6 einfrieren und später frisch formen und backen.
  • Die fertigen Gipfeli einfrieren und später im Ofen kurz aufbacken (bis zu 3 Monate haltbar).

Hintergrundwissen und Geschichte

Was sind Gipfeli?

Gipfeli (schweizerdeutsch für “Hörnchen”) sind die schweizerische Variante der französischen Croissants. Während Croissants in Frankreich traditionell mit Butterteig (Pâte feuilletée) zubereitet werden, sind Schweizer Gipfeli oft etwas süßer und kleiner als ihre französischen Verwandten. Sie werden in der Schweiz meist zum Frühstück oder als Snack gegessen, oft mit Marmelade, Honig oder Nutella gefüllt.


Geschichte der Croissants und Gipfeli

  • Französischer Ursprung: Das Croissant, wie wir es heute kennen, stammt nicht aus Frankreich, sondern hat seine Wurzeln in Österreich. Die Legende besagt, dass das Hörnchen (Kipferl) im 17. Jahrhundert in Wien erfunden wurde, um an die türkische Belagerung Wiens (1683) zu erinnern. Die Form sollte an den türkischen Halbmond erinnern. Im 18. Jahrhundert brachten österreichische Bäcker das Rezept nach Paris, wo es weiterentwickelt wurde. Die Butterteig-Variante (Pâte feuilletée) entstand erst später in Frankreich.
  • Schweizer Anpassung: In der Schweiz wurden die Croissants zu Gipfeli weiterentwickelt. Der Name leitet sich vom Schweizerdeutsch “Gipfel” (Hörnchen) ab. Schweizer Gipfeli sind oft etwas kompakter und süßer als französische Croissants, da sie manchmal mit etwas Zucker im Teig zubereitet werden.

Unterschiede zwischen Croissants und Gipfeli

MerkmalFranzösische CroissantsSchweizer Gipfeli
GrößeGroß (ca. 15–20 cm)Klein bis mittel (ca. 10–15 cm)
SüßeNeutral bis leicht süßOft etwas süßer
TeigKlassischer BlätterteigBlätterteig, manchmal mit Zucker
FormHalbmondförmigHörnchenförmig, oft stärker gekrümmt
VerzehrPur oder mit ButterOft mit Marmelade oder Schokolade gefüllt

Warum sind Gipfeli so beliebt?

  1. Klassisches Frühstücksgebäck: In der Schweiz sind Gipfeli ein fester Bestandteil des Frühstücks und werden oft mit Kaffee oder Tee serviert.
  2. Symbol für Schweizer Bäckerei-Kunst: Die Zubereitung von Gipfeli erfordert Geduld und handwerkliches Können, besonders bei der Faltung des Teigs (Tourage). Schweizer Bäcker legen großen Wert auf die Qualität der Zutaten (z. B. Schweizer Butter).
  3. Anpassungsfähigkeit: Gipfeli können süß oder herzhaft gefüllt werden, z. B. mit:
    • Marmelade (Aprikose, Himbeere)
    • Schokoladencreme (Nutella)
    • Käse oder Schinken (herzhafte Variante)
  4. Lange Tradition: In der Schweiz gibt es seit dem 19. Jahrhundert Bäckereien, die Gipfeli herstellen. Sie sind ein kulturelles Erbe und werden oft in lokalen Bäckereien frisch zubereitet.

Die Kunst des Blätterteigs

Der Schlüssel zu perfekten Gipfeli liegt im Blätterteig (Tourage). Dabei wird der Teig mehrfach gefaltet und ausgerollt, um viele dünne Schichten zu erzeugen. Beim Backen schmilzt die Butter zwischen den Schichten und erzeugt die typische, luftige Textur.

  • Faltungstechniken:
    • Einfache Faltung (Lettre): Der Teig wird wie ein Brief gefaltet (3 Schichten).
    • Doppelte Faltung (Livre): Der Teig wird zweimal gefaltet (4 Schichten). In diesem Rezept wird eine einfache Faltung verwendet.
  • Ruhezeiten: Der Teig muss zwischen den Faltungen ruhen, damit sich das Gluten entspannt und die Butter nicht schmilzt. Dies ist entscheidend für die Schichtung.

Gipfeli in der Schweizer Kultur

  • Sonntagsfrühstück: In vielen Schweizer Haushalten gehören Gipfeli zum Sonntagsfrühstück oder werden bei Familienfeiern serviert.
  • Bäckerei-Kultur: In der Schweiz gibt es eine starke Bäckerei-Tradition, und Gipfeli sind ein Aushängeschild für handwerkliche Qualität. Viele Bäckereien backen sie frisch am Morgen.
  • Regionale Varianten:
    • Zürcher Gipfeli: Oft etwas süßer und mit einer dünneren Teigschicht.
    • Berner Gipfeli: Etwas rustikaler und größer.
    • Graubündner Gipfeli: Manchmal mit Nüssen oder Rosinen gefüllt.

Tipps für perfekte Gipfeli

  1. Butter und Teig kühl halten: Wenn die Butter zu warm wird, schmilzt sie und der Teig verliert seine Schichtung. Bei warmem Wetter den Teig im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Gleichmäßiges Ausrollen: Der Teig sollte gleichmäßig dick ausgerollt werden, damit die Gipfeli gleichmäßig backen.
  3. Eigelb-Bestreichung: Das Eigelb gibt den Gipfeli eine goldbraune Farbe und Glanz. Alternativ kann auch Milch verwendet werden.
  4. Backzeit und -temperatur: Die Gipfeli sollten nicht zu dunkel werden. Eine Umluft-Temperatur von 175 °C ist ideal, um eine gleichmäßige Bräunung zu erreichen.

Moderne Varianten

  • Vegane Gipfeli: Mit pflanzlicher Butter und Pflanzenmilch zubereitet.
  • Vollkorn-Gipfeli: Mit Vollkornmehl für eine gesündere Variante.
  • Gefüllte Gipfeli: Mit Schokolade, Mandelcreme oder Frischkäse gefüllt.

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Feb. 262026
 

Ostfriesische Pfeffernüsse 🇩🇪

Zutaten

  • 2 kg Sirup

  • 125 g Gänseschmalz

  • 250 g Butter

  • 2,5 kg Mehl

  • 125 g süße Mandeln

  • 125 g Zucker

  • 125 g Sukkade

  • 75 g Pottasche

  • Zimt nach Geschmack

  • Gemahlene Nelken nach Geschmack

  • Etwas Rosenwasser


Zubereitung

Sirup, Gänseschmalz und Butter zusammen aufkochen. Die Mischung vom Herd nehmen und nach und nach Mehl, Mandeln, Zucker, Sukkade sowie die Gewürze unterrühren.

Die Pottasche in etwas Rosenwasser auflösen und zuletzt unter den Teig mischen. Der Teig wird nun zugedeckt gelagert und muss vier bis neun Tage, gern auch länger, ruhen. Während dieser Zeit wird er täglich gründlich durchgeknetet, damit sich die Zutaten gut verbinden und das typische Aroma entsteht.

Nach der Ruhezeit den Teig zu Rollen formen und in etwa streichholzschachtelgroße Stücke schneiden. Die Stücke auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Ofen etwa zehn Minuten backen. Die Pfeffernüsse sollen fest, aber nicht zu dunkel werden.


Hintergrundwissen und Geschichte

Pfeffernüsse haben in Ostfriesland eine lange Tradition und sind eng mit dem St.-Martins-Brauch verbunden. Früher kehrten um diese Zeit die Schiffe von der Seefahrt zurück, das Vieh wurde aufgestallt und die Ernte war abgeschlossen. Diese Phase des Jahres war geprägt von Dankfesten und gemeinschaftlichen Feiern.

Die Wurzeln dieser Feste reichen bis in vorchristliche Zeiten zurück, als Herbst- und Erntefeiern zu Ehren des Gottes Wodan begangen wurden. Mit der Christianisierung trat später der heilige Martin an diese Stelle. Die Pfeffernüsse wurden Teil der neuen Bräuche und galten als besondere Gabe für Kinder.

Die lange Lagerung des Teiges und die Verwendung von Sirup, Fett und Gewürzen machen deutlich, dass dieses Gebäck für den Winter gedacht war. Pfeffer im heutigen Sinne ist meist nicht enthalten; der Name verweist auf die damals kostbaren Gewürze, die dem Gebäck seine intensive Würze verleihen. Ostfriesische Pfeffernüsse sind damit ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Brauchtum, Jahreszeitenküche und regionaler Backtradition.


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Feb. 212026
 

Apfelkücherl 🇩🇪

Zutaten

  • 4–5 große Äpfel (festkochend, z. B. Boskop oder Elstar)
  • 200 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 2–3 Eier
  • 1/8 l Milch
  • Zucker zum Bestreuen
  • Zimt zum Bestreuen
  • Fett zum Ausbacken (z. B. Sonnenblumenöl oder Butterschmalz)

Zubereitung

  1. Teig vorbereiten: Mehl, Milch, Salz und Eier zu einem glatten Pfannkuchenteig verrühren. Der Teig sollte dickflüssig sein, aber noch gut an den Apfelscheiben haften.
  2. Äpfel vorbereiten: Äpfel schälen, entkernen und in etwa 0,5 cm dicke Scheiben schneiden.
  3. Apfelkücherl ausbacken: Fett in einer Pfanne auf mittlere bis hohe Hitze erhitzen. Apfelscheiben in den Teig tauchen, sodass sie gleichmäßig bedeckt sind, und dann im heißen Fett von beiden Seiten goldbraun ausbacken.
  4. Servieren: Die Apfelkücherl auf Küchenpapier abtropfen lassen, noch warm mit Zucker und Zimt bestreuen.

Hintergrundwissen & Geschichte

Apfelkücherl (auch Apfelringe oder Apfelspalten genannt) sind eine traditionelle Süßspeise, die vor allem in Bayern, Österreich und Teilen Süddeutschlands beliebt ist. Das Gericht hat seinen Ursprung in der bäuerlichen Küche, wo es als schnelle, süße Nascherei aus einfachen Zutaten zubereitet wurde.

Die Kombination aus saftigen Äpfeln und knusprigem Teig macht Apfelkücherl zu einem besonderen Genuss. Besonders im Herbst, zur Apfelerntezeit, werden sie gerne als Dessert oder süßer Snack serviert. Ähnlich wie Apfelringe in anderen Regionen sind sie ein klassisches Beispiel dafür, wie aus saisonalen Zutaten ein köstliches Gericht entsteht.

In manchen Familien werden Apfelkücherl auch zu besonderen Anlässen wie Volksfesten oder Familienfeiern zubereitet. Der Zimt verleiht ihnen eine warme, würzige Note, die perfekt zu den süßen Äpfeln passt.

Bayrisches Rezept


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Feb. 202026
 

Windnudeln 🇩🇪

Zutaten:

  • 45 g Butter
  • 250 ml Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 70 g Mehl
  • 2 Eier
  • 25 g Zucker
  • Etwas Butter zum Einfetten des Blechs
  • Optional: Schlagsahne zum Füllen

Zubereitung:

  1. Teig kochen: Butter, Wasser und Salz in einer Pfanne aufkochen. Mehl auf einmal hineinschütten und unter Rühren so lange erhitzen, bis sich der Teig von der Pfanne löst und einen glatten Klumpen bildet.
  2. Eier und Zucker einarbeiten: Pfanne vom Feuer nehmen, Teig kurz abkühlen lassen. Dann Eier und Zucker nach und nach unterrühren, bis ein glatter, glänzender Teig entsteht.
  3. Nudeln formen & backen: Backofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Ein Backblech mit Butter einfetten. Mit einem Teelöffel kleine, runde Häufchen auf das Blech setzen. Im Ofen 20 Minuten backen – nicht öffnen, sonst fallen die Nudeln zusammen!
  4. Optional füllen: Wenn die Nudeln kalt sind, kann man die „Köpfe“ abschneiden und mit Schlagsahne füllen.

Geschichte & Hintergrundwissen

Ursprung & Name

  • „Windnudeln“ ist ein typisch Wortspiel: „Windnudeln“ (oder „Windbeutel“) sind kleine, luftige Gebäckstücke, die an Nudeln erinnern.
  • Das Rezept stammt aus einer Zeit, als einfache Zutaten (Mehl, Butter, Eier) zu besonderen Leckereien verarbeitet wurden – oft für Feste oder als süße Beilage.

Kulturelle Bedeutung

  • Ähnlich wie Brandteiggebäck (z. B. Éclairs) wird der Teig durch das Kochen mit Butter und Wasser besonders elastisch und geht beim Backen stark auf.
  • Die Nudeln waren ein Zeichen von Sparsamkeit und Kreativität: Aus wenigen Zutaten entstand ein festliches Gebäck.
  • In manchen Familien wurden sie zu Hochzeiten oder Kirchweihfesten serviert, oft mit Sahne, Marmelade oder Pudding gefüllt.

Besonderheiten

  • Die Form erinnert an kleine Profiteroles oder Mini-Windbeutel.

Serviertipp:

  • Klassisch mit Puderzucker bestäubt oder mit Vanillesauce servieren.
  • Modern: Mit Schokoglasur überziehen oder als Mini-Dessert mit Fruchtcreme füllen.

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Feb. 132026
 

Scherben – Klassisches Fastnachtsgebäck vom Hochrhein

Zutaten

  • 500 g Mehl
  • 150 g Butter
  • 3 EL saurer Rahm
  • 2 EL Zucker
  • 2–3 EL Rosenwasser
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • 3 Eigelb
  • Etwas Mehl zum Ausrollen
  • Schmalz oder anderes Ausbackfett zum Frittieren
  • Einige EL Zucker zum Bestreuen

Zubereitung

  1. Teig herstellen: Alle Zutaten von Mehl bis Eigelb zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig für etwa 15 Minuten ruhen lassen.
  2. Ausrollen und schneiden: Den Teig auf einem bemehlten Brett dünn ausrollen. Mit der Rückseite eines Messers oder einem Kuchenrädchen Rechtecke oder Ovale in der Größe einer Hand ausschneiden.
  3. Ausbacken: Die Teigstücke im heißen Fett von beiden Seiten goldgelb ausbacken.
  4. Fertigstellen: Die Scherben noch warm mit Zucker bestreuen.

Hintergrundwissen und Geschichte

Scherben sind ein traditionelles Fastnachtsgebäck, das besonders im süddeutschen Raum und am Hochrhein verbreitet ist. Der Name „Scherben“ leitet sich von der Form der gebackenen Teigstücke ab, die an zerbrochene Scherben erinnern. Das Rezept wird oft als Familienüberlieferung weitergegeben und ist ein typisches Beispiel für die regionale Vielfalt der Fastnachtsgebäcke in Deutschland.

In vielen Gegenden werden ähnliche Gebäcke unter verschiedenen Namen wie „Mutzen“, „Krapfen“ oder „Fasnetsküechle“ zubereitet. Besonders charakteristisch für Scherben ist die Verwendung von Rosenwasser, das dem Gebäck eine besondere Note verleiht. Rosenwasser war früher ein kostbares Gewürz und wurde oft in der gehobenen Küche und bei Festtagsgebäcken eingesetzt.

Die Tradition, in der Fastnachtszeit frittierte Süßspeisen zu essen, geht auf den Brauch zurück, vor der Fastenzeit noch einmal üppig zu speisen und die Vorräte an Fett und Eiern aufzubrauchen. Scherben sind also nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern auch ein Stück lebendige Kulturgeschichte.


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Feb. 112026
 

Berliner Pfannkuchen 🇩🇪

Zutatenliste

  • 30 g Hefe
  • Etwa 1 Tasse Milch (lauwarm)
  • 70 g Zucker
  • 400 g Mehl
  • 2 Eier
  • 65 g Butter (weich)
  • Abrieb von 1 Zitrone
  • 1 Prise Salz
  • Marmelade (nach Wahl, z. B. Himbeere oder Erdbeere)
  • Ausbackfett (z. B. Rapsöl oder Schmalz)
  • Feiner Zucker zum Bestreuen

Zubereitung

  1. Vorteig vorbereiten: Hefe zerbröckeln und mit etwas lauwarmer Milch und einer Prise Zucker anrühren. 10 Minuten gehen lassen, bis sich Blasen bilden.
  2. Teig herstellen: Mehl in eine Schüssel sieben, in der Mitte eine Mulde formen und die Hefemasse hineingeben. Mit etwas Mehl bestäuben. Wenn das Mehl Risse zeigt, Hefe mit Mehl, Eiern, weicher Butter, Zitronenabrieb, Salz, restlichem Zucker und so viel lauwarmer Milch vermengen, bis ein glatter Teig entsteht. Kräftig kneten, bis er sich von der Schüssel löst.
  3. Gehen lassen: Teig mit einem Tuch bedeckt an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
  4. Formen: Teig nochmals durchkneten, auf bemehlter Fläche etwa 1 cm dick ausrollen. Runde Plätzchen (ca. 8 cm Durchmesser) ausstechen. Auf die Hälfte der Plätzchen einen Klecks Marmelade setzen, Ränder mit Wasser bestreichen, zweite Plätzchen darauflegen und Ränder festdrücken.
  5. Nochmals gehen lassen: Berliner mit einem Tuch bedeckt weitere 30 Minuten ruhen lassen.
  6. Ausbacken: Fett auf 180°C erhitzen. Berliner portionsweise goldbraun ausbacken, dabei einmal wenden. Nicht zu viele auf einmal backen, damit die Temperatur des Fettes nicht sinkt.
  7. Fertigstellen: Berliner auf Küchenkrepp abtropfen lassen, mit feinem Zucker bestreuen oder mit einer Zucker-Wasser-Glasur überziehen.

Geschichte

Regionale Vielfalt & Tradition: Der Berliner Pfannkuchen ist ein klassisches deutsches Gebäck, das je nach Region unterschiedliche Namen trägt: „Berliner“, „Krapfen“, „Krebbel“, „Fastnachtsküchle“ oder „Ballen“. Besonders in der Karnevalszeit und zu Neujahr ist er ein fester Bestandteil der deutschen Backkultur. Noch heute lädt der Mainzer Oberbürgermeister nach dem berühmten Rosenmontagszug zum traditionellen „Krebbel-Kaffee“ ein – ein festliches Ritual für Einheimische und Gäste.

Legenden & Ursprung: Eine beliebte Berliner Legende erzählt von einem wehruntauglichen Artilleristen, der während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) in der Backstube arbeitete. Er soll den Berliner Pfannkuchen erfunden und ihm die Form einer Kanonenkugel gegeben haben. Doch tatsächlich gibt es Hinweise, dass ähnliche Gebäcke bereits viel früher und an verschiedenen Orten existierten – möglicherweise sogar im alten Rom.

Kulturelle Bedeutung: Früher wurden die meisten „Krebbel“ ohne Füllung gebacken, der Teig wurde einfach dicker ausgerollt. Heute ist die gefüllte Variante mit Marmelade oder Creme am verbreitetsten. Der Berliner Pfannkuchen ist somit nicht nur ein kulinarisches Symbol, sondern auch ein Spiegel regionaler Bräuche und historischer Anekdoten.


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Feb. 082026
 

Bozner Zelten – das älteste Süßgebäck  🇮🇹

Ein traditionelles, fruchtig-würziges Festtagsgebäck, reich an gedörrten Früchten, Nüssen und Gewürzen. Hier ein Originalrezept nach alter Überlieferung.


Zutaten

  • 1,9 kg Zibeben (Korinthen)
  • 400 g Datteln
  • 950 g Sultaninen
  • 1,25 kg Feigen (am besten saftige)
  • 170 g Zitronat
  • 500 g Dunstobst (Marillen oder Pfirsiche)
  • 200 g Nusskerne
  • 550 g Mandeln (geschält und gespalten)
  • 200 g Pignoli (Pinienkerne)
  • 120 g Aranzini (Orangenat)
  • Schalen von 3 Orangen (fein gehackt)
  • Schalen von 4 Zitronen (fein gehackt)
  • 250 g Weinbeeren
  • 2½ TL Anis (fein gestoßen)
  • ½–¾ l Rum oder Branntwein
  • ¼ l Weißwein
  • 600 g Brotteig (Schwarz- oder Vorschlagbrotteig)
  • Zimt, Nelkenpulver, Muskatnusspulver nach Geschmack
  • Zuckerwasser zum Bestreichen

Zubereitung

  1. Früchte vorbereiten: Rosinen, Sultaninen und Weinbeeren waschen, trocknen und ggf. entkernen. Feigen, Datteln, Dunstobst und Zitronat in kleine Würfel oder Streifen schneiden. Mandeln schälen und spalten, Pignoli waschen und trocknen, Nüsse grob hacken.

  2. Früchte marinieren: Alle vorbereiteten Früchte, Nüsse, Gewürze, fein gehackte Zitronen- und Orangenschalen sowie den Anis in einer großen Schüssel vermengen. Mit Rum und Weißwein übergießen, gut durchmischen und über Nacht zugedeckt ziehen lassen.

  3. Brotteig einarbeiten: Am nächsten Tag den Brotteig unter die Fruchtmasse kneten.

  4. Zelten formen & backen: Auf einem gut gefetteten Backblech tortenförmige oder längliche Laibe (ca. 3 cm dick) formen. Mit nassen Händen glatt streichen, die Ränder mit einem Messer glätten und mit halben Mandeln, Pignoli oder Nüssen verzieren. Kurz gehen lassen. Im vorgeheizten Ofen bei 160–170 °C (Umluft) 30–60 Minuten backen. Während des Backens mehrmals mit starkem Zuckerwasser bestreichen, damit die Zelten glänzen.

  5. Fertigstellen: Auskühlen lassen und optional mit Südfrüchten garnieren.


Hintergrund & Geschichte

  • Ältestes Süßgebäck Europas: Der Zelten wurde ursprünglich ohne Zucker zubereitet. Die Süße kam allein von getrockneten Früchten. In manchen Regionen nutzte man sogar Mehlbeerenpulver als Süßungsmittel.
  • Bozner Spezialität: Der Bozner Zelten gilt als besonders edel und fruchtbetont und ist bis heute ein Symbol für Festtagsfreude.
  • Tradition: Zelten wird klassisch zu Weihnachten, Silvester oder Hochzeiten gereicht und hält sich wochenlang.
  • Symbolik: Die runde Form steht für die Sonne und den Kreislauf des Lebens.

Tipp: Zelten schmeckt mit der Zeit immer besser – am besten 1–2 Wochen vor dem Verzehr backen!


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Feb. 082026
 

Ausgezogene Küchle (Schwäbische Schmalzküchle) 🇩🇪

Zutaten (für ca. 12–15 Stück)

  • 500 g Mehl
  • 20 g Hefe
  • ¼ l Milch (lauwarm)
  • 100 g Zucker
  • 50 g Butterschmalz
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • Zucker zum Bestreuen (einige Esslöffel)

Zubereitung

  1. Hefeteig zubereiten:

    • Aus Mehl, Hefe, Milch, Zucker, Butterschmalz, Eiern und Salz einen glatten Hefeteig kneten.
    • Teig an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
  2. Teiglinge formen:

    • Teig in eigroße Stücke teilen und zu Kugeln rollen.
    • Kugeln nochmals kurz gehen lassen (ca. 10–15 Minuten).
  3. Küchle ausziehen:

    • Jede Teigkugel mit den Händen von der Mitte nach außen flach drücken und dabei drehend ausziehen.
    • Ziel: Der innere Kreis soll ganz dünn sein, der Rand bleibt als dicker Wulst stehen.
  4. Ausbacken:

    • Reichlich Fett (Butterschmalz oder Öl) in einer Pfanne auf 175–180 °C erhitzen.
    • Küchle von beiden Seiten goldgelb ausbacken – der dünne Mittelteil bleibt heller.
  5. Fertigstellen:

    • Noch warm mit Zucker bestreuen.

Hintergrund & Wissenswertes

  • Regionale Namen:
    • Schwaben: „Pfosen“ oder „Gezogene Küchle“
    • Franken: „Knieküchle“ – der Name kommt daher, dass die Hausfrauen den Teig früher über dem Knie auseinanderzogen.
  • Tradition: Die Küchle sind ein klassisches Faschings- oder Weihnachtsgebäck, aber auch auf Volksfesten und Märkten beliebt.
  • Tipp: Am besten schmecken sie frisch und warm – perfekt zu Kaffee oder als süßer Snack!

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Feb. 052026
 

Hanseatischer Klaben 🇩🇪 Bremer Klaben

Für 1 großen, schwer gefüllten Stollen


Zutaten

  • 1 kg Mehl
  • 100 g Hefe
  • 250 ml Milch (lauwarm)
  • 150 g Zucker
  • 400 g Butter (zimmertemperiert)
  • 1 TL Salz
  • Abrieb von 1 Zitrone
  • 250 g Rosinen
  • 250 g Korinthen
  • 125 g Mandeln (geschält & gehackt)
  • 100 g Orangeat
  • 100 g Zitronat
  • 2 EL Butter zum Bestreichen nach dem Backen

Zubereitung

  1. Vorteig ansetzen: Mehl in eine Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Hefe zerbröseln, mit etwas lauwarmer Milch und 1 TL Zucker verrühren. Diese Mischung in die Mehlmulde geben, mit etwas Mehl bedecken und an einem warmen Ort 15–20 Minuten gehen lassen, bis sich Blasen bilden.

  2. Teig herstellen: Zu dem Vorteig nach und nach restliche Milch, Zucker, Butter und Salz geben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig muss Zimmertemperatur haben – sonst gelingt er nicht! Teig abgedeckt 1 Stunde gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

  3. Früchte und Mandeln einarbeiten: Rosinen, Korinthen, Mandeln, Orangeat und Zitronat waschen, trocknen bzw. hacken. Alles unter den gegangenen Teig kneten. Teig nochmals 30 Minuten gehen lassen.

  4. Formen und backen: Teig auf einem gefetteten Backblech zu einem klotzigen, länglichen Stollen (dem Namen „Klaben“ alle Ehre machend!) formen. Nochmals 20 Minuten gehen lassen. Im vorgeheizten Ofen bei 200°C Ober-/Unterhitze ca. 1 Stunde backen, bis der Stollen goldbraun ist (Stäbchenprobe!).

  5. Fertigstellen: Den heißen Stollen sofort mit 2 EL geschmolzener Butter bestreichen – das gibt die typische, saftige Kruste.


Hintergrund & Geschichte

Der Klaben ist der hanseatische Cousin des Dresdner Stollens – aber noch schwerer beladen mit Rosinen, Korinthen und Mandeln! Während der Dresdner Stollen eher fein und zart ist, ist der Klaben ein robuster, üppiger „Klotz“ – ganz wie sein Name (verwandt mit „Kloben“ = Klotz) verrät.

Früher war der Klaben ein Festtagsgebäck der Hanseaten, das in den norddeutschen Haushalten zu Weihnachten selbst gemacht wurde. Die lange Gehzeit und das ausgiebige Kneten sorgten für einen besonders lockeren, aber dennoch kompakten Teig. Traditionell wurde der Klaben nicht zu süß gebacken, damit er sich gut zu Kaffee oder Glühwein servieren ließ.

Tipp: Für eine besonders saftige Variante kannst du die Trockenfrüchte vor dem Einarbeiten in Rum oder Orangensaft einlegen. Und keine Sorge – obwohl der Klaben wie ein „Klotz“ aussieht, liegt er nicht schwer im Magen, wenn er richtig gelungen ist!


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Feb. 052026
 

Sächsischer Christstollen, ein traditionelles Rezept.

Für 8–9 Stollen


Zutaten

  • 16 Pfund Mehl
  • 4 Pfund Butter
  • 2 Pfund Zucker
  • 4 Pfund Sultaninen (Rosinen)
  • 1 Pfund Citronat
  • Schale und Saft von 2 Zitronen
  • 208 g Vanillepulver
  • 2 Gläschen Rum
  • 400 g Hefe
  • Lauwarme Milch (nach Bedarf, zum Ansetzen der Hefe)

Zubereitung

  1. Hefe ansetzen: Die Hefe zerbröseln und mit etwas lauwarmer Milch zu einem Vorteig (Hefestück) verrühren.
  2. Teig vorbereiten: Zum Hefestück abwechselnd Butter, Mehl, Zucker und Milch geben und alles gut verkneten.
  3. Rosinenmischung einarbeiten: Sultaninen, Citronat, Zitronenschale, Zitronensaft, Vanillepulver und Rum unter den Teig mischen.
  4. Kneten und gehen lassen: Den Teig ausdauernd kneten, bis er glatt und elastisch ist. Traditionell wurde ein weißer Wollfaden in den Teig gegeben – erst wenn man ihn zwei- bis dreimal beim Kneten wiederfand, war der Teig fertig! Den Teig dann an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
  5. Stollen formen: Den Teig zu 8–9 länglichen Stollen formen.
  6. Backen: Die Stollen beim Bäcker oder im vorgeheizten Ofen bei 180°C Ober-/Unterhitze ca. 45–60 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.
  7. Fertigstellen: Die heißen Stollen sofort mehrmals mit geschmolzener Butter bestreichen und anschließend dick mit Puderzucker bestäuben.

Hintergrund & Geschichte

Dieses Rezept stammt aus einer Zeit, in der Stollenbacken in Mitteldeutschland ein großes, gemeinschaftliches Ereignis war.
Omas  backten ohne Maschinenhilfe und mit viel Kraftaufwand – der Teig wurde so lange geknetet, bis er perfekt war.

In den 1920er Jahren brachten Hausfrauen ihre Stollen mittags zum Bäcker, um sie abends wieder abzuholen. Die Backstube war dann ein Ort der Vorfreude: Der Duft von frischem Stollen erfüllte die Luft, und die Frauen warteten gespannt, ob ihre Stollen gelungen waren. Ein missratener Stollen – etwa wenn er flach wie ein Pfannkuchen aussah – löste Entsetzen aus.

Traditionell hielt ein gut gelungener Stollen bis Ostern und wurde dann feierlich angeschnitten.
Der Clou: Butter und Puderzucker direkt nach dem Backen sorgen für die typische, saftige Kruste.


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Feb. 032026
 

Crackers à l’Indienne – Würzige indische Knuspercracker 🇮🇳

Zutaten

  • 300 g Weizenmehl
  • 2 EL Ghee oder Butter (für den Teig)
  • 1/2 TL Backpulver
  • Ghee zum Frittieren
  • 2 TL grobem Salz
  • 2 EL Kreuzkümmel oder Sesamsamen
  • 170 ml kaltes Wasser

Zubereitung (ca. 25 Minuten)

  1. Teig herstellen: In einer Schüssel Mehl, Kreuzkümmel/Sesam, Salz und Backpulver vermischen. Das Ghee (oder die Butter) hinzufügen und mit den Fingerspitzen einarbeiten, bis eine krümelige Masse entsteht. Nach und nach das kalte Wasser hinzugeben und zu einem glatten, festen Teig kneten (ähnlich wie Mürbeteig).

  2. Teig ausrollen & formen: Den Teig auf einer bemehlten Fläche ca. 0,5 cm dick ausrollen. Mit einem Messer oder Teigrädchen rautenförmige Cracker (ca. 5 cm lang) schneiden.

  3. Frittieren: In einem Topf oder Fritteuse das Ghee auf 180–190°C erhitzen. Die Cracker portionsweise goldbraun und knusprig frittieren (ca. 2–3 Minuten pro Charge). Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

  4. Servieren: Warm oder kalt als Snack, zu Chutneys, Dips oder als Beilage zu Currys genießen.


Hintergrund & Geschichte

Crackers à l’Indienne sind eine indische Variante der klassischen Cracker, die mit typisch indischen Gewürzen wie Kreuzkümmel oder Sesam verfeinert werden. Das Rezept stammt aus der traditionellen nordindischen Küche, wo frittierte Teiggebäcke wie Mathri oder Nimki seit Jahrhunderten als knusprige Snacks beliebt sind.

Warum Ghee?

Ghee (geklärte Butter) ist ein Grundnahrungsmittel der indischen Küche. Es verleiht den Crackern nicht nur einen nussigen Geschmack, sondern macht sie auch länger haltbar und knuspriger als mit normalem Öl.

Kreuzkümmel & Sesam: Die Gewürze des Orients

  • Kreuzkümmel (Jeera) ist ein klassisches indisches Gewürz, das für seine verdauungsfördernde Wirkung bekannt ist.
  • Sesam bringt eine leicht nussige Note und ist reich an gesunden Fetten.

Kulturelle Bedeutung

Diese Cracker sind ein Beliebter Begleiter zu Chai (indischem Tee) oder werden bei Festen und Familienfeiern serviert. Sie symbolisieren die indische Gastfreundschaft – einfach, aber voller Geschmack!

 


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Nov. 062025
 

Schlosserbuben

Die Schlosserbuben sind eine traditionelle Süßspeise aus Österreich.
Dieses Rezept ist in der Art modifiziert, dass gefüllte Trockenpflaumen in einem leichten Backteig frittiert und anschließend in Schokolade gewälzt werden.

Zutatenliste

  • 12 große Backpflaumen ohne Stein (Kurpflaumen)
  • 12 geschälte Mandeln
  • Ausbackfett (zum Frittieren)
  • 4 bis 5 gehäufte EL geriebene Schokolade
  • 2 EL Zucker

Für den Backteig:

  • 100 g Mehl
  • 150 ml Weißwein
  • 2 EL Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Eigelb
  • 1 Eiweiß (zu steifem Schnee geschlagen)

Zubereitung

  1. Pflaumen füllen: Jede entsteinte Backpflaume mit einer geschälten Mandel füllen.
  2. Backteig vorbereiten:
    • Aus Mehl, Weißwein, Zucker, Salz und Eigelb einen glatten Teig rühren.
    • Das zu steifem Schnee geschlagene Eiweiß vorsichtig unter den Teig heben.
  3. Frittieren: Die gefüllten Pflaumen durch den Backteig ziehen.
  4. In heißem Ausbackfett goldbraun frittieren.
  5. Vollenden: Die frittierten Schlosserbuben aus dem Fett nehmen. Die geriebene Schokolade mit dem Zucker vermischen.
  6. Die noch warmen Schlosserbuben sofort in der Zucker-Schokoladen-Mischung wälzen, bis sie vollständig bedeckt sind.

Hintergrundwissen und Geschichte

  • Regionale Herkunft: Eigentlich ein österreichisches Rezept,, wird das Gericht explizit als schwäbisches Familienrezept verortet. Die schwäbische Küche (Südwestdeutschland) ist bekannt für ihre bodenständigen und oft süßen Haupt- oder Zwischenmahlzeiten (Mehlspeisen).
  • Der Name: Der Name “Schlosserbuben” ist charmant und typisch für alte süddeutsche Rezepte, deren genaue Namensherkunft oft in Handwerkerberufen oder lokalen Anekdoten liegt. Er deutet auf die historische Verbindung zur Handwerkertradition oder auf eine beliebte Süßigkeit für die Jugend hin.
  • Typische Bestandteile: Das Rezept verwendet die klassischen süßen Komponenten der Region:
    • Trockenfrüchte: Die gefüllten Backpflaumen sind eine beliebte Füllung in der süddeutschen und österreichischen Küche (z. B. in Knödeln).
    • Backteig (Brandteig/Ausbackteig): Ein leichter Teig, oft mit Wein oder Milch angesetzt, dient als knusprige Hülle für Obst oder Süßspeisen.
    • Schokolade: Die Veredelung mit geriebener Schokolade und Zucker war in der bürgerlichen Küche des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbreitet.
  • Charakteristik: Schlosserbuben sind eine reichhaltige, aber festliche Süßspeise, die warm serviert als Dessert oder Teil einer üppigen Kaffeetafel genossen wird.

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Nov. 062025
 

Thorner Kathrinchen

Hierbei handelt es sich um das wohl berühmteste ostdeutsche Lebkuchengebäck aus Westpreußen. Es ist nach der alten Universitätsstadt Thorn an der Weichsel benannt, die vom Deutschen Orden gegründet wurde, zur Hanse gehörte und jahrhundertelang polnisch war. Die Weihnachtslebkuchen in Katzenzungenform sind als kleines deutsches Andenken erhalten geblieben.

Zutatenliste

  • 50 g Butter
  • 100 g Zucker
  • 200 g Honig
  • 1 Päckchen Lebkuchengewürz
  • 1 kleine Prise Salz
  • Abgeriebene Schale einer Zitrone (ungespritzt)
  • 2 EL Zucker (zusätzlich)
  • 1 Eigelb
  • 15 g Pottasche
  • 2 EL Rosenwasser
  • 500 g Mehl
  • 2 EL Butter (zum Einfetten des Backblechs)

 

Zubereitung

  1. Honigmasse schmelzen: Butter, Zucker und Honig vermischen und bei kleiner Hitze schmelzen lassen. Abkühlen lassen.
  2. Schaummasse rühren: Lebkuchengewürz, Salz, Zitronenschale, 2 EL Zucker und das Eigelb miteinander schaumig rühren.
  3. Pottasche zugeben: Pottasche in Rosenwasser verrühren und zur Schaummasse geben.
  4. Teig kneten: Die Schaummasse zusammen mit der abgekühlten Honigmasse und dem Mehl zu einem Teig kneten.
  5. Rasten lassen: Den Teig über Nacht ruhen lassen.
  6. Formen und Backen: Den Teig einen halben Zentimeter dick ausrollen und mit Kathrinchenformen Gebäck ausstechen oder längliche Vierecke ausschneiden (Katzenzungenform). Auf einem gebutterten Blech bei etwa 200°C für 15-20 Minuten backen.

Vollendung: Man kann das Gebäck noch mit Zucker- oder Schokoladenguss überziehen.


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Nov. 062025
 

Aachener Printen

Die Printen sind ein berühmtes Gebäck aus Aachen. Historisch wurde die Entstehung der Printen indirekt der Kontinentalsperre unter Napoleon zugeschrieben, die Deutschland vom Zuckerimport abschnitt. Die Konditoren mussten auf Honig und Sirup ausweichen und waren mit dem Ergebnis so zufrieden, dass sie es beibehielten. Heute wird auch wieder Zucker verwendet.

Zutatenliste

  • 125 g Honig
  • 100 g Zucker
  • 30 g Butter
  • 1 Teel. gemahlener Zimt
  • 1 Prise gemahlene Nelke
  • Abrieb 1/2 Zitrone
  • 30 g Zitronat, ganz fein gehackt
  • 30 g Orangeat, ganz fein gehackt
  • 75 g gemahlene Haselnusskerne
  • 4 g Pottasche
  • 2 EL Rum
  • 250 g Mehl
  • 1 EL Butter für das Blech (zum Einfetten)
  • 1 Teel. Stärkemehl
  • 5 EL Wasser

 

Zubereitung

  1. Honigmasse herstellen: Honig, Zucker und Butter unter Rühren erhitzen, bis eine glatte Flüssigkeit entsteht. Abkühlen lassen.
  2. Zutaten mischen: Die abgekühlte Masse mit allen Zutaten bis einschließlich der gemahlenen Haselnusskerne gut verrühren.
  3. Pottasche zugeben: Die Pottasche in Rum auflösen und ebenfalls zum Teig geben.
  4. Teig kneten: Zuerst etwa 150 g Mehl in den Teig rühren. Dann das restliche Mehl einkneten. Der Teig sollte nicht mehr kleben.
  5. Rasten lassen: Den Teig nun 1-2 Stunden ruhen lassen.
  6. Formen: Den Teig dünn (1/2 cm) ausrollen und Rechtecke ausschneiden, die etwa 8 cm lang und 3 cm breit sind.
  7. Glasur vorbereiten und auftragen: Stärkemehl mit wenig Wasser verrühren und einmal aufkochen. Die Printen vor dem Backen dünn damit bestreichen.
  8. Backen: Auf ein gefettetes Blech setzen und im vorgeheizten Ofen bei etwa 200°C für 10 Minuten backen.

Serviervorschlag: Diese Printen sind ein ausgezeichnetes Teegebäck für das ganze Jahr.


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Nov. 062025
 

Rumkugeln

Rumkugeln sind ein beliebtes, schnelles Konfekt der mitteleuropäischen Küche, das ohne Backen zubereitet wird und sich durch das kräftige Aroma von Rum, Schokolade und Nüssen auszeichnet.

Zutatenliste

 

  • 100 g Nüsse (gerieben, z. B. Walnüsse oder Haselnüsse)
  • 100 g Schokolade (gerieben oder fein gehackt)
  • 100 g Puderzucker (Staubzucker)
  • 1 Eigelb
  • Rum (nach Geschmack)
  • Schokostreusel (zum Wälzen)

Zubereitung

  1. Zutaten vermischen: Die Nüsse und die Schokolade reiben.
  2. Die geriebenen Nüsse und Schokolade mit dem Puderzucker, dem Eigelb und dem Rum vermengen und zu einer formbaren Masse verkneten.
  3. Kugeln formen: Kleine Kugeln aus der Masse formen.
  4. Vollenden: Die Kugeln in Schokostreuseln wälzen.
  5. Trocknen lassen: Die Rumkugeln an einem kühlen Ort trocknen lassen.
  6. Variante: Man kann die Kugeln auch mit einer beliebigen Glasur (z. B. geschmolzener Schokolade oder Puderzuckerglasur) überziehen.

Hintergrundwissen und Geschichte

  • Resteverwertung und Tradition: Rumkugeln sind ein klassisches Beispiel für die “Reste- oder Verwertungsküche”. Historisch gesehen wurden sie oft hergestellt, um trockenes Gebäck, Kuchenreste oder alte Kekse zu verwerten. Diese wurden zerbröselt und zusammen mit Butter/Fett, Zucker und dem konservierenden Rum zu einer neuen Süßigkeit verarbeitet. Das vorliegende Rezept verwendet jedoch direkt Nüsse, Schokolade und Zucker.
  • Weihnachtliche Bedeutung: Rumkugeln gehören fest zum Sortiment der Weihnachtsbäckerei in Österreich, Deutschland und anderen Teilen Mitteleuropas. Sie sind wegen ihrer einfachen, schnellen Zubereitung (kein Backen erforderlich) und der guten Haltbarkeit beliebt.
  • Aroma: Der Rum ist das namensgebende und wichtigste Aroma. Er wirkt nicht nur als Geschmacksträger, sondern traditionell auch leicht konservierend. Die Kombination von Rum, Schokolade und Nüssen ergibt ein reichhaltiges, kräftiges Geschmacksprofil.
  • Serviervorschlag: Rumkugeln werden klassischerweise als Konfekt zum Kaffee serviert oder in kleinen Schachteln verschenkt.

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Okt. 292025
 

Zimtsterne

Zimtsterne sind ein klassisches, glutenfreies Weihnachtsgebäck, das sich durch seine charakteristische Meringue-Schicht und das intensive Zimt-Mandel-Aroma auszeichnet.

Zutatenliste

  • 2 Eiweiß
  • 120 g Puderzucker (Staubzucker)
  • 120 g Mandeln (gerieben)
  • 1 Kaffeelöffel (TL) Zimt
  • Zucker (zum Bestreuen des Bretts)
  • Grießzucker/feiner Zucker (zum Ausrollen)

Zubereitung

  1. Baisermasse herstellen: Die Eiweiße (Klar) zu steifem Schnee schlagen. Den Puderzucker hinzufügen und mindestens eine Viertelstunde weiterrühren, bis eine sehr feste, glänzende Baisermasse entsteht.
  2. Glasur beiseite stellen: 2 Esslöffel der Zuckermasse beiseite stellen – dies dient später als Glasur.
  3. Teig mischen: Die restliche Masse mit den geriebenen Mandeln und dem Zimt vermischen.
  4. Ausrollen: Den Teig auf ein mit Zucker bestreutes Brett geben. Mithilfe von Grießzucker den Teig etwa 1/2 cm dick ausrollen.
  5. Ausstechen und Glasieren: Sterne ausstechen. Die ausgestochenen Sterne mit der beiseite gestellten Zuckermasse bestreichen.
  6. Trocknen und Backen: Die Sterne vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. Sie erst übertrocknen lassen (an der Luft antrocknen lassen) und dann erst im Ofen backen.

Hintergrundwissen und Geschichte

  • Weihnachtstradition: Zimtsterne sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein unverzichtbarer Bestandteil des traditionellen Weihnachtsplätzchen-Sortiments. Ihre Form (Sterne) und die verwendeten Gewürze (Zimt) stehen symbolisch für die Weihnachtszeit.
  • Historische Wurzeln: Das Gebäck hat seine Ursprünge wahrscheinlich im süddeutschen oder schweizerischen Raum und ist bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt, als Zucker und Gewürze wie Zimt (aus fernen Ländern) noch Luxusgüter waren, die hauptsächlich zu Festtagen verwendet wurden.
  • Glutenfrei und Konsistenz: Da Zimtsterne nur aus gemahlenen Mandeln, Zucker und Eiweiß bestehen, sind sie traditionell glutenfrei. Das besondere Merkmal ist die zweistufige Zubereitung: Zuerst die Baiserschicht (Glasur) auftragen und dann das Gebäck vor dem Backen antrocknen lassen. Dies verhindert das Aufreißen der Glasur und sorgt dafür, dass die Sterne innen weich und außen knusprig sind.
  • Backen vs. Trocknen: Das Originalrezept weist darauf hin, dass Zimtsterne technisch gesehen eher bei sehr niedriger Temperatur getrocknet als gebacken werden, um die strahlend weiße Farbe der Glasur zu erhalten und die Mandeln nicht zu verbrennen.

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Okt. 292025
 

Haselnusslebkuchen

Ein klassisches, würziges Weihnachtsgebäck, das anstelle von Lebkuchengewürz auf eine Mischung aus Zimt, Nelken und Kardamom setzt und durch Haselnüsse bereichert wird.

Zutatenliste

  • 500 g Rohzucker
  • 4 Eier
  • 120 g Honig
  • 2 Kaffeelöffel (TL) Zimt
  • Etwas Nelkenpulver
  • Etwas Kardamom
  • 300 g Haselnüsse
  • 600 g Mehl
  • 2 Kaffeelöffel (TL) Natron (Backsoda)
  • 1 Ei (zum Bestreichen)
  • 100 g Mandeln (geschält, halbiert, zum Belegen)

 

Zubereitung

  1. Aromen verrühren: Den Zucker (falls klumpig) mit dem Nudelholz zerdrücken. Mit den Eiern, dem flüssigen Honig und den Gewürzen (Zimt, Nelkenpulver, Kardamom) schaumig rühren.
  2. Kneten: Die Haselnüsse reiben und zusammen mit dem Mehl und dem Natron zur Masse geben und alles gut verkneten.
  3. Rasten lassen: Den Teig eine Stunde rasten lassen.
  4. Formen: Den Teig etwa halbfingerdick ausrollen. Formen ausstechen.
  5. Belegen und Backen: Die ausgestochenen Lebkuchen mit dem verquirlten Ei bestreichen. Mit den geschälten, halbierten Mandeln belegen und im heißen Backofen backen.

Hintergrundwissen und Geschichte

  • Lebkuchen-Tradition: Lebkuchen gehören zu den ältesten Gebäckarten Mitteleuropas. Sie wurden ursprünglich in Klöstern hergestellt und enthalten traditionell Honig und Gewürze. Diese Art von Gebäck hat sich über Deutschland und Österreich bis in die Schweiz und Teile Osteuropas verbreitet.
  • Regionalität und Zutaten: Die Verwendung von Rohzucker (der in der Vergangenheit oft nicht raffiniert war) und Natron ist typisch für ältere Rezepte. Der hohe Anteil an Honig und die reichliche Verwendung von Haselnüssen in diesem Rezept machen es zu einer besonders nahrhaften und aromatischen Variante des traditionellen Lebkuchens.
  • Gewürze: Anstelle des fertigen Lebkuchengewürzes werden die Einzelgewürze Zimt, Nelken und Kardamom verwendet. Diese Kombination sorgt für das charakteristische Aroma, das fest mit der Weihnachtszeit verbunden ist.
  • Weihnachtsgebäck: Wie die meisten Lebkuchen wird auch dieses Gebäck traditionell zur Vorweihnachtszeit gebacken. Die Haltbarkeit des Gebäcks war in der Vergangenheit ein wichtiger Aspekt.

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Okt. 282025
 

Brandenberger Prügeltorte (Baumkuchen)

Die Prügeltorte ist eine außergewöhnlich schmackhafte Festtagsspeise, die sich durch ihre einzigartige Zubereitung in Schichten über offenem Feuer auszeichnet.

Zutatenliste

  • 10 Eischwer (das Gewicht von 10 Eiern) Butter
  • 10 Eischwer Zucker
  • 10 Eier
  • 10 Eischwer Mehl
  • Schale einer Zitrone (Zesten oder Abrieb)

(Eischwer ist eine alte Maßeinheit, bei der alle Zutaten, außer den Eiern selbst, das gleiche Gewicht wie die zehn Eier haben).

Zubereitung

  1. Teig vorbereiten:
    • Die Butter flaumig rühren.
    • Die Eier und den Zucker vorsichtig unterrühren und die Masse eine halbe Stunde “abtreiben” (sehr schaumig schlagen).
    • Dann das Mehl und die Zitronenschalen einmischen.
  2. Feuer und Gestell:
    • An einer offenen Feuerstelle wird ein Feuer mit Buchenholz gemacht (Weichholz ergibt ein zu schnelles Feuer).
    • Unmittelbar daneben wird ein Gestell mit einer länglichen, prügelförmigen Walze aus Holz platziert (ca. 60 cm lang, an einem Ende ca. 9 cm, am anderen 10 cm Durchmesser).
    • Die Walze wird mit Pergamentpapier umwickelt und dieses mit einem Faden befestigt.
  3. Schichtweises Backen (Prügeln):
    • Zwei Schöpfer Teig werden auf einen Teller gegeben und in die Nähe des Feuers gestellt.
    • Nun wird der Teig mit einem Löffel oder kleinem Schöpfer schichtweise auf die Walze aufgetragen.
    • Eine zweite Person muss die Walze dabei fleißig und gleichmäßig drehen.
    • Sobald die aufgetragene Lage hellbraun ist, wird sofort neuer Teig aufgetragen.
    • Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis der gesamte Teig aufgebraucht ist.
    • Das Feuer muss während des gesamten Prozesses ziemlich gleichmäßig stark gehalten werden.
  4. Entnahme:
    • Die fertig gebackene Torte lässt sich mühelos vom Prügel abnehmen.
    • Pergamentpapier und Bindfaden entfernen und die Torte aufstellen.
  5. Lagerung: Geruchfrei und trocken aufbewahrt, hält sich die Prügeltorte sehr lange, ist aber sehr geruchsempfindlich.

Hintergrundwissen und Geschichte

  • Regionale Verbindung: Die Brandenberger Prügeltorte stammt aus der Region Tirol in Österreich.
  • Historische Herstellung: Die „Prügelturschten“ wurden früher durchwegs in Bürgerhäusern hergestellt. Durch die aufwändige Zubereitung am offenen Feuer findet man sie heute nur noch selten.
  • Technik des Prügelns: Das charakteristische Merkmal dieser Torte ist die Herstellungsweise. Der Teig wird Schicht für Schicht auf einen sich drehenden Holzprügel aufgetragen, wobei jede Schicht über offenem Feuer gebräunt wird. Dies erzeugt das unverkennbare Ringmuster des Baumkuchens.
  • Anlass und Prestige: Die Prügeltorte ist eine außerordentlich wohlschmeckende Festtagsspeise. Sie wird traditionell zu besonderen Anlässen wie Weihnachten, Hochzeiten und Taufen serviert. Es ist ein exklusives Produkt, dass sogar Königin Elisabeth von England während ihres Tirol-Besuches serviert wurde.

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Okt. 162025
 

Zimtsterne

Zimtsterne sind ein klassisches und elegantes Weihnachtsgebäck, das ohne Mehl auskommt und durch seine zartschmelzende Konsistenz und den intensiven Zimtgeschmack besticht.

Zutatenliste

  • 2 Eiweiß
  • 120 g Staubzucker (Puderzucker)
  • 120 g gemahlene Mandeln
  • 1 Teelöffel Zimt (gemahlen)
  • Zusätzlich: etwas Zucker (Grießzucker oder feiner Kristallzucker) für die Arbeitsfläche

Zubereitung

  1. Eischnee zubereiten: Die 2 Eiweiß in einer fettfreien Schüssel zu sehr steifem Schnee schlagen.
  2. Zucker hinzufügen: Den Staubzucker langsam und löffelweise zum Eischnee geben und die Masse mindestens 15 Minuten weiterschlagen, bis sie sehr fest, glänzend und cremig ist. Dies ist wichtig, damit die Zimtsterne später ihre Form behalten und der Guss schön fest wird.
  3. Guss beiseitestellen: Etwa 2 Esslöffel dieser Zuckermasse (Eischnee-Zucker-Mischung) für den späteren Guss beiseitestellen.
  4. Teig herstellen: Die restliche Eischnee-Zucker-Masse mit den gemahlenen Mandeln und dem Zimt vorsichtig vermischen. Nicht zu lange rühren, damit der Eischnee nicht zusammenfällt. Es entsteht ein klebriger Teig.
  5. Ausrollen: Eine Arbeitsfläche großzügig mit Zucker (Grießzucker oder feiner Kristallzucker) bestreuen. Den Zimtstern-Teig daraufgeben und mit Hilfe einer weiteren Schicht Zucker obenauf (damit das Nudelholz nicht klebt) etwa 1/2 cm dick ausrollen.
  6. Sterne ausstechen: Mit einer Sternausstechform Sterne ausstechen. Die Ausstechform eventuell zwischendurch immer wieder in Zucker tauchen, damit der Teig nicht kleben bleibt.
  7. Bestreichen und Backen: Die ausgestochenen Sterne vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Mit der beiseitegestellten Zuckermasse (dem Guss) dünn bestreichen.
  8. Trocknen lassen: Die Zimtsterne idealerweise einige Stunden (oder über Nacht) an einem kühlen Ort trocknen lassen. Dadurch bildet sich eine leichte Kruste, die verhindert, dass der Guss beim Backen Risse bekommt und die Sterne ihre Form besser halten.
  9. Backen: Den Backofen auf C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Zimtsterne etwa 10-15 Minuten backen. Sie sollen nicht braun werden, sondern innen noch leicht feucht und weich sein. Der Guss sollte fest, aber nicht gebräunt sein. Nach dem Backen auf dem Blech vollständig auskühlen lassen, bevor sie vorsichtig abgenommen werden, da sie noch sehr zerbrechlich sind.

 

Hintergrundwissen und Geschichte

Die Zimtsterne sind ein Paradebeispiel für ein klassisches Weihnachtsgebäck, dessen Ursprünge tief in der europäischen Backtradition verwurzelt sind, insbesondere in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Rolle der Gewürze:

  • Zimt als Königsgewürz: Zimt war, ähnlich wie Vanille, über Jahrhunderte ein sehr kostbares Importgut aus Asien. Es war bekannt für seinen warmen, süßlich-würzigen Geschmack und seine konservierenden Eigenschaften. In der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Küche war Zimt ein Zeichen von Wohlstand und wurde oft in festlichen Speisen verwendet. Die Assoziation von Zimt mit Weihnachten rührt von dieser Tradition her, da festliche Zeiten oft mit dem Genuss besonderer und teurer Gewürze verbunden waren.
  • Mandeln: Mandeln waren ebenfalls eine geschätzte Zutat in der Weihnachtsbäckerei, sowohl wegen ihres Geschmacks als auch wegen ihrer Symbolik in vielen Kulturen.

Mehlfreies Gebäck und die Bedeutung des Eischnees:

  • Ein besonderes Merkmal der Zimtsterne ist, dass sie traditionell ohne Mehl gebacken werden. Dies macht sie zu einem glutenfreien Gebäck und verleiht ihnen ihre einzigartige, zarte Textur.
  • Die Stabilität und Konsistenz der Zimtsterne werden hauptsächlich durch den sehr fest geschlagenen Eischnee und die gemahlenen Mandeln erreicht. Die lange Schlagzeit des Eischnees mit Zucker ist entscheidend für die Struktur und den Glanz der Sterne.

Die “Sterntaler”-Assoziation:

  • Die Form der Sterne ist eng mit der Weihnachtszeit und ihren Symboliken verbunden – dem Stern von Bethlehem. Sterne sind ein universelles Symbol für Hoffnung, Licht und Festlichkeit. Die Zimtsterne bringen daher nicht nur einen festlichen Geschmack, sondern auch eine visuelle Symbolik auf den Weihnachtsteller.
  • Das oft leicht brüchige Innere und die glänzende Oberfläche erinnern manchmal an “Sterntaler” aus dem Märchen, was der romantisierenden Vorstellung der Weihnachtsbäckerei zuträglich ist.

Tradition und Haltbarkeit:

  • Zimtsterne sind ein typisches “Ausstecherle” und werden oft schon in der Vorweihnachtszeit gebacken. Wie viele andere Weihnachtsgebäcke entwickeln sie ihr volles Aroma oft erst nach einigen Tagen oder Wochen, wenn die Gewürze gut durchgezogen sind. Sie werden traditionell in Blechdosen aufbewahrt, wo sie ihre Feuchtigkeit und ihr Aroma bewahren.

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