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Okt. 062026
 

Rüdesheimer Apfelauflauf (Grieß-Apfel-Auflauf mit Weißwein) 🇩🇪

Zutaten

  • 1 l Milch
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Butter
  • 4 EL Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 125 g Grieß
  • 1 kg Äpfel
  • 1 Glas Weißwein
  • Saft einer Zitrone
  • 50 g gequollene, gewiegte Sultaninen
  • 4 EL Zucker (für die Äpfel)
  • 4 EL Sahne
  • 4 Eigelbe
  • 4 Eiweiß
  • Butter oder Margarine für die Form
  • Zimtzucker zum Bestreuen

Zubereitung

  1. Grießbrei kochen
    Einen Brei aus Milch, Salz, Butter, Zucker, Vanillezucker und Grieß kochen. Der Grieß braucht etwa 10 Minuten auf kleiner Flamme, um ganz aufquellen zu können. Den Brei abkühlen lassen.
  2. Äpfel marinieren
    Die Äpfel schälen und in feine Scheiben schneiden. Darüber Weißwein und Zitronensaft gießen und Sultaninen und Zucker darüberstreuen.
  3. Masse vermengen
    Den abgekühlten Grießbrei mit Sahne, Eigelben, steifem Eischnee und den Apfelspalten vermischen.
  4. Backen
    Diese Masse in eine gebutterte, feuerfeste Auflaufform füllen und bei 180 °C ca. 40 Minuten im Ofen backen.
  5. Vollenden
    Den fertigen Auflauf noch mit Zimtzucker bestreuen und warm servieren.

Anmerkung:
So gemischt schmeckt der Auflauf am besten. Sie können ihn aber auch lagenweise einschichten und sogar eine Schicht geweichter Weißbrotscheiben, mit Rum beträufelt, einsetzen.


Hintergrundwissen und Geschichte

Rüdesheim: Weinstadt am Rhein

  • Rüdesheim am Rhein ist eine der berühmtesten Weinstädte des Rheingaus:
    • Zentrum des Riesling-Anbaus mit weltberühmten Lagen (Assmannshäuser, Rüdesheimer Berg Roseneck und Rosengarten)
    • Die Drosselgasse und die Weinstuben prägen das Bild der alten Winzerstadt
  • Ein Apfelauflauf mit Weißwein ist hier logisch und typisch: Der Wein gehört ins Glas UND in die Küche. Der Rheingauer Riesling mit seiner Säure ist der ideale Partner für die süßen Rheingauer Äpfel.

Äpfel und Wein: Das klassische Rheingau-Duo

  • Die Kombination Apfel + Weißwein ist eines der ältesten Aromenpaare der deutschen Küche:
    • Die Weinsäure hebt das Apfelaroma und verhindert zugleich das Braunwerden der Apfelscheiben (gemeinsam mit dem Zitronensaft doppelt wirksam)
    • Der Apfel nimmt beim Marinieren Weinaroma und Süße auf und gibt die Feuchtigkeit später an den Grieß ab
  • Historisch war der Apfel die Frucht des kleinen Mannes im Obstland Rheingau: Jeder Hof hatte seinen Apfelgarten, und die Falbel… die Falläpfel wurden zu Mus, Wein (Apfelwein!) und Aufläufen verarbeitet.

Grieß als Süßspeisen-Basis: Die Bürgerküche

  • Grieß (Hartweizengrieß) war die klassische Basis bürgerlicher Süßspeisen des 19. Jahrhunderts:
    • Grießbrei, Grießpudding, Grießauflauf, Grießklößchen: die große Familie der “aristokratischen Kinderküche”, die auch die Erwachsenen liebten
    • Der Grieß gart in Milch zu einem cremigen, feinen Brei, der mit Eigelb und Eischnee zu einem luftigen Auflauf veredelt wird
    • Weichweizengrieß quellt schneller, Hartweizengrieß gibt mehr Biss: Für Aufläufe ist Hartweizengrieß klassisch
  • Die 10 Minuten Quellzeit sind wichtig: Voller Quellstand vor dem Backen garantiert, dass der Auflauf nicht “sandig” wird.

Eischnee und Eigelb getrennt: Die Leichtigkeit

  • Die klassische Technik: Eigelb in die Masse, Eiweiß als Schnee unterheben:
    • Das Eigelb gibt Farbe, Geschmack und Bindung in den Grießbrei
    • Der Eischnee hebt die schwere Grießmasse an: Der Auflauf wird luftig-souffléartig statt dicht-klossig
    • Wichtig ist die Reihenfolge der Vorlage: Erst Sahne und Eigelb unter den abgekühlten Brei, dann der Schnee (im warmen Brei würde er zusammenfallen!)

Sultaninen: Die Handelstradition

  • Gequollene, gewiegte Sultaninen sind die klassische Süßware-Zugabe:
    • Über die Rheinschifffahrt und den Handel kamen Sultaninen aus dem Orient (Smyrna) seit Jahrhunderten in die Rheintäler
    • “Gequollen”: in Wasser, Wein oder Rum eingeweicht: Sie werden saftig und verbrennen nicht beim Backen
    • Der Name “Sultane” verweist auf den osmanischen Herrscher: Die Rosinen des Sultans, heute noch ein Begriff

Die Variante mit Rum-Weißbrot: Scheiterhaufen-Anleihe

  • Die Alternative der Vorlage verrät die Verwandtschaft:
    • Lagenweise schichten (Grieß, Apfel, Grieß) und eine Schicht geweichte Weißbrotscheiben mit Rum einsetzen
    • Damit wird der Auflauf zum Verwandten des Scheiterhaufens (bayerisch-österreichischer Brotauflauf mit Äpfeln) und des Kerscheplotzers (Pfälzer Brotauflauf mit Kirschen)
    • Die Rum-Schicht zeigt den Einfluss der flussabwärts gelegenen Handelsstädte: Rum kam über Rotterdam und Köln den Rhein hinauf

Zimtzucker: Der Klassische Abschluss

  • Das Bestreuen mit Zimtzucker nach dem Backen ist der klassische Abschluss rheinischer Aufläufe:
    • Zimt + Apfel ist das ewige Aromapaar der deutschen Küche
    • Der Zucker auf der warmen Oberfläche schmilzt leicht und bildet mit dem Zimt eine feine süße Decke

Tipps für den perfekten Apfelauflauf

  1. Grießbrei wirklich abkühlen lassen:
    Im heißen Brei gerinnt das Eigelb und der Eischnee fällt zusammen: Der Brei muss lauwarm bis kühl sein, bevor Eier und Schnee hineinkommen.
  2. Äpfelmarinade ziehen lassen:
    Die Apfelscheiben mit Wein, Zitrone, Sultaninen und Zucker mindestens 15–20 Minuten ziehen lassen: Sie nehmen Aroma auf und geben Feuchtigkeit ab, die der Auflauf beim Backen braucht.
  3. Apfelsorte mit Säure wählen:
    Klassisch: süße und säuerliche Äpfel mischen (z. B. Boskop, Elstar oder Kaiser Wilhelm): Reine Süßäpfel machen den Auflauf flau, reine Säureäpfel machen ihn herb.
  4. Sultaninen in Rum oder Wein quellen:
    Die Sultaninen statt in Wasser im Weißwein oder Rum einlegen: Das gibt das doppelte Aroma.
  5. Eischnee richtig unterheben:
    Erst ein Drittel des Schnees unterrühren (lockert die Masse), dann den Rest vorsichtig mit dem Spatel unterheben: Die Luft muss bleiben!
  6. Form großzügig buttern:
    Die Form auch am Rand buttern und mit Zimtzucker oder Semmelbröseln ausstreuen: Das gibt zusätzlich Röstaromen am Rand und garantiert sauberes Lösen.
  7. Backzeit abhängig von der Form:
    In einer flachen Form ist der Auflauf nach 35 Minuten fertig, in einer hohen braucht er die vollen 40 Minuten oder länger: Die Stäbchenprobe entscheidet.

Varianten

  • Lagenweise geschichtet (die Alternative der Vorlage):
    Grießmasse und Apfelspalten abwechselnd schichten, mit Zimtzucker zwischen den Lagen: Die schönere Anschnittversion.
  • Mit Rum-Brotschicht (Scheiterhaufen-Art): Geweichte Weißbrotscheiben mit Rum als Mittelschicht: Die alte Version für größere Gesellschaften (das Brot streckt und bindet).
  • Mit Rotwein statt Weißwein:
    Die Rotwein-Variante: Die Apfelscheiben werden rötlich und das Aroma kräftiger: Die tiefgründigere Herbstversion.
  • Mit Rosinen statt Sultaninen: Grobe Rosinen oder Korinthen: Die Wahl der Trockenfrüchte war historisch eine Frage des Geldbeutels.
  • Mit Mandeln: Geriebene Mandeln oder Mandelblättchen obenauf: Die feine bürgerliche Vollendung.
  • Mit Vanillesauce:
    Klassisch serviert mit warmer Vanillesauce: Der Auflauf saugt sie auf wie ein Mut… wie ein Grießpudding.

Dazu passt:

  • Vanillesauce (der Klassiker zum warmen Auflauf)
  • Ein Glas Riesling oder ein Rheingauer weißer Sekt: derselbe Wein wie in der Küche, die klassische Rüdesheimer Begleitung
  • Eine Kugel Vanilleeis auf dem warmen Auflauf: die moderne Vollendung
  • Als süßes Hauptgericht (die klassische Rolle!) oder als Dessert nach einem leichten Essen

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Sep. 272026
 

Düsseldorfer Senfsuppe 🇩🇪

Zutaten

  • 600 ml süße Sahne (davon 150 ml kalt gestellt)
  • 500 ml Milch
  • 75 ml trockener Weißwein
  • 4 EL feiner Senf
  • 2 EL grobkörniger süßer Senf
  • 50 g Zucker
  • 125 ml Apfelsaft
  • Salz und Pfeffer
  • 1 säuerlicher Apfel
  • Petersilie

Zubereitung

  1. Grundsuppe aufkochen 1500 ml Sahne mit Milch und Weißwein in einen Topf geben. Die restliche Sahne kalt stellen.
    Den feinen Senf, die Hälfte des grobkörnigen Senfs und den Zucker mit dem Apfelsaft gut verrühren und unter die Sahne-Milch-Wein-Mischung rühren.
    Alles unter Rühren zum Kochen bringen und 2 Minuten köcheln lassen. Die Suppe mit Salz und Pfeffer pikant abschmecken.
  2. Apfel vorbereiten und Suppe anrichten
    Den Apfel schälen, halbieren und entkernen, anschließend in sehr kleine Würfel schneiden.
    Die Apfelstückchen in 4 vorgewärmte Suppentassen verteilen und mit der heißen Suppe auffüllen.
  3. Garnieren und servieren
    Die kalt gestellte Sahne sehr steif schlagen und den restlichen grobkörnigen Senf darunter rühren.
    Die Petersilie waschen, trockenschütteln und fein hacken.
    Die Suppe mit der steif geschlagenen Senfsahne und etwas Petersilie garniert servieren.

 

Hintergrundwissen und Geschichte


Düsseldorf: Die deutsche Senfhauptstadt

  • Düsseldorf blickt auf eine jahrhundertealte Senftradition zurück. Bereits im 18. Jahrhundert gab es Senfmühlen am Rhein, die aus den umliegenden Regionen Senfkörner bezogen.
  • Der berühmteste Vertreter ist der Düsseldorfer Mostert (mit “t” geschrieben – ein Alleinstellungsmerkmal), der traditionell in den ikonischen steingrauen Senftöpfen verkauft wird. Der “Mostert” ist deutlich saurer und schärfer als der süßere bayerische oder westfälische Senf.
  • Das Sprichwort “Den Düsseldorfer Mostert kennt man bis Paris” zeugt vom einstigen Weltruhm des Produkts.

Die Geschichte des Senfs

  • Antike Wurzeln:
    Senf gehört zu den ältesten Gewürzen der Menschheit. Bereits die Römer brachten Senfkörner nach Mitteleuropa; eine Senfpaste (mustum ardens – “brennender Most” – gilt als möglicher Ursprung des Wortes “Mostert”) war bekannt.
  • Mittelalter:
    In Europa wurden Senfkörner zunächst in Klöstern angebaut und verarbeitet. Im späten Mittelalter entwickelten sich Senfmühlen in Frankreich (Dijon) und Deutschland.
  • Dijon vs. Düsseldorf:
    Während Dijon den Senf mit Weißwein verfeinerte, entwickelte Düsseldorf seinen eigenen Stil mit Most (Apfelwein) und Apfelsaft – genau diese Komponente findet sich auch in dieser Suppe wieder!

Warum Senf in der Suppe?

  • Die Idee klingt ungewöhnlich, ist aber logisch konsequent: Senf besteht aus Senfkörnern, Essig, Wasser, Salz und Gewürzen – also im Grunde aus genau den Zutaten, die auch eine Salatvinaigrette oder eine Feine Sauce ausmachen.
  • Die Süße des Zuckers und Apfelsafts balanceiert die Schärfe des Senfs – ein Prinzip, das auch bei Honig-Senf-Saucen oder Bayerischen Süßem Senf Anwendung findet.
  • Die Kombination mit Sahne und Milch mildert die Schärfe zusätzlich und ergibt eine samtige, cremige Suppe.

Senf als regionaler Stolz

  • Senf ist in Deutschland ein regionales Identitätsthema:
    • Düsseldorf: Saurer, scharfer Mostert
    • Bayern: Süßer Senf (unverzichtbar zur Weißwurst)
    • Thüringen: Mittelscharfer Senf zur Bratwurst
    • Bautzen (Sachsen): Traditionelle Senfmühle seit 1866
  • Die Senfsuppe ist damit ein kulinarisches Bekenntnis zur Region – vergleichbar mit der Käsesuppe in der Schweiz oder der Biersuppe in Bayern.

Die Sahnehaube: Ein Coup der Küche

  • Die steif geschlagene Senfsahne als Topping ist ein klassischer Trick der feinen Küche: Sie bringt Kontrast in Temperaturoptik und Textur und wird erst beim Umrühren mit der heißen Suppe zum Aroma-Erlebnis.
  • Ähnliche Prinzipien kennt man von der Kalten Schokoladensuppe oder der Kaltauge-Technik der klassischen Küche.

Tipps für die perfekte Senfsuppe

  1. Senf nicht mitkochen:
    Senf sollte nur kurz mitköcheln – zu langes Kochen zerstört die flüchtigen scharfen Aromastoffe (Isothiocyanate). Deshalb wird ein Teil des Senfs auch roh über die Sahne gegeben.
  2. Senfsorten mischen:
    Die Kombination aus feinem und grobkörnigem Senf gibt sowohl Geschmack als auch Textur – die Körner sorgen für den “Biss”.
  3. Apfel säuerlich wählen:
    Ein säuerlicher Apfel (z. B. Boskoop, Elstar oder Granny Smith) gibt das nötige Säure-Süße-Gleichgewicht und bleibt beim Würfeln formstabil.
  4. Tassen vorwärmen:
    Die Suppe ist ein Fettkalorien-Genuss, der schnell abkühlt – vorgewärmte Tassen halten sie länger heiß und verhindern das Häuten der Sahne.
  5. Sahne kalt schlagen:
    Die Sahne für die Haube muss eiskalt sein, damit sie steif und stabil wird. Ein Kühlbad beim Schlagen hilft.

Moderne Varianten

  • Mit Mett:
    Als rustikale Vorspeise mit Senf-Mett-Häppchen oder Salzstangen – Düsseldorfer Brauchtum auf dem Teller.
  • Mit Räucherlachs:
    Statt Apfelwürfeln: geräucherter Lachs und Frühlingszwiebeln in die Tasse – die Schärfe des Senfs harmoniert hervorragend mit Fisch.
  • Mildere Variante:
    Statt scharfem Mostert: süßer Senf und etwas Honig – dann ist die Suppe auch bei Kindern beliebt.
  • Mit Kartoffeln: Festkochende Kartoffelwürfel in die Suppe geben – macht aus der Vorspeise ein sättigendes Hauptgericht.
  • Bier-Abschluss:
    Ein Schuss Altbier (die Düsseldorfer Bierspezialität) zum Schluss unterrühren – die vollendete Hommage an die Stadt am Rhein.

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Sep. 142026
 

Apfelsuppe mit Preiselbeeren 🇵🇱

Die Apfelsuppe verbindet die fruchtige Säure von Äpfeln und Preiselbeeren mit einer leicht süßen, aromatischen Brühe. Weißwein und Nelken geben der Suppe eine besondere Würze. Serviert wird sie mit dünnen Pfannkuchenstreifen, hausgemachten Nudeln oder knusprigen Toasts.

Zutaten

  • 4 große Antonowka-Äpfel, alternativ Klaräpfel
  • 2 Gläser geputzte Preiselbeeren
  • 1 Glas Zucker
  • 1 Glas trockener Weißwein
  • Zitronensaft nach Geschmack
  • 1 gehäufter Esslöffel Kartoffelstärke
  • 2 Gewürznelken
  • 1 Liter Wasser
  • etwas kaltes Wasser zum Anrühren der Kartoffelstärke

Zubereitung

  1. Die Preiselbeeren verlesen, waschen und mit 1 Glas warmem Wasser übergießen. Etwa 10 Minuten quellen lassen.
  2. Die Äpfel schälen, die Stiele und Kerngehäuse entfernen und die Äpfel in gleichmäßige Spalten schneiden.
  3. 1 Liter Wasser erhitzen. Zucker, Gewürznelken und etwa 1 Teelöffel Zitronensaft hinzufügen.
  4. Die vorbereiteten Apfelspalten in den heißen Sirup geben und vorsichtig kochen, bis sie glasig und weich geworden sind, aber noch ihre Form behalten.
  5. Die Apfelspalten mit einer Schaumkelle herausheben und direkt auf Suppenteller verteilen.
  6. Die Preiselbeeren zusammen mit dem Einweichwasser im Mixer oder in einem Zerkleinerer fein pürieren.
  7. Das Preiselbeerpüree durch ein feines Sieb direkt in den Apfelsirup streichen. Gut verrühren.
  8. Die Kartoffelstärke mit etwas kaltem Wasser glatt rühren und unter ständigem Rühren in die heiße Suppe geben.
  9. Die Suppe aufkochen lassen und etwa 3 Minuten unter ständigem Rühren weiterkochen. Dadurch verliert die Kartoffelstärke ihren rohen Geschmack und die Suppe erhält ihre Bindung.
  10. Den Topf vom Herd nehmen und den Weißwein einrühren.
  11. Die Apfelsuppe mit Zitronensaft abschmecken. Sie sollte angenehm fruchtig, leicht säuerlich und nicht zu süß sein.
  12. Die heiße Suppe über die bereits auf den Tellern verteilten Apfelspalten gießen.

Serviervorschläge

Die Suppe kann mit verschiedenen Einlagen serviert werden:

  • Pfannkuchen, in feine Streifen geschnitten
  • hausgemachte Nudeln
  • geröstete Scheiben aus Milchbrötchen oder hellem Weizenbrot

Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen den weichen Apfelstücken und einer knusprigen Einlage.

Hintergrundwissen

Die Kombination aus Äpfeln und Preiselbeeren lebt vor allem vom Gegensatz zwischen Süße und Säure. Äpfel bilden die milde, süßliche Grundlage, während Preiselbeeren eine deutlich kräftigere Säure und einen herberen Geschmack beitragen. Zitronensaft verstärkt diese fruchtige Frische.

Die in der Vorlage genannte Antonowka ist eine traditionelle russische Apfelsorte, die für ihre ausgeprägte Säure bekannt ist. Gerade für ein gekochtes Apfelgericht ist eine säuerliche Apfelsorte interessant, weil sie auch nach dem Garen noch ein deutliches Aroma besitzt. Als Alternative werden in der Vorlage Klaräpfel beziehungsweise Papieräpfel genannt.

Die Kartoffelstärke erfüllt eine klassische kulinarische Funktion: Sie bindet die Flüssigkeit und verwandelt den dünnen Apfelsud in eine leicht sämige Suppe. Wichtig ist, die angerührte Stärke in die heiße Flüssigkeit einzurühren und anschließend ausreichend zu erhitzen.

Der Weißwein wird erst nach dem Kochen hinzugegeben. Dadurch bleibt sein Aroma stärker erhalten, als wenn er von Anfang an mitgekocht würde. Gleichzeitig bildet seine Säure einen passenden Gegenpol zur Süße des Zuckers und der Äpfel.

Geschichte und Herkunft

Die Verwendung von Äpfeln in Suppen und warmen Fruchtspeisen hat eine lange Tradition in polnischen  Küche. Äpfel wurden nicht nur für Kuchen und Kompotte verwendet, sondern auch in süß-säuerlichen Suppen, Saucen und Beilagen.

Bemerkenswert an diesem Rezept ist die Verbindung mehrerer Einflüsse: Die säuerliche Antonowka und die Preiselbeeren verleihen der Suppe einen deutlich osteuropäisch geprägten Charakter, während Weißwein, Kartoffelstärke und die unterschiedlichen Einlagen Elemente einer mitteleuropäischen Küche erkennen lassen.

Auch die Art des Servierens ist typisch für ältere Haus- und Alltagsküchen: Eine einfache Grundsuppe wird durch eine sättigende Einlage wie Pfannkuchenstreifen, Nudeln oder geröstetes Brot zu einer vollständigen Mahlzeit erweitert.


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Feb. 212026
 

Apfelkücherl 🇩🇪

Zutaten

  • 4–5 große Äpfel (festkochend, z. B. Boskop oder Elstar)
  • 200 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 2–3 Eier
  • 1/8 l Milch
  • Zucker zum Bestreuen
  • Zimt zum Bestreuen
  • Fett zum Ausbacken (z. B. Sonnenblumenöl oder Butterschmalz)

Zubereitung

  1. Teig vorbereiten: Mehl, Milch, Salz und Eier zu einem glatten Pfannkuchenteig verrühren. Der Teig sollte dickflüssig sein, aber noch gut an den Apfelscheiben haften.
  2. Äpfel vorbereiten: Äpfel schälen, entkernen und in etwa 0,5 cm dicke Scheiben schneiden.
  3. Apfelkücherl ausbacken: Fett in einer Pfanne auf mittlere bis hohe Hitze erhitzen. Apfelscheiben in den Teig tauchen, sodass sie gleichmäßig bedeckt sind, und dann im heißen Fett von beiden Seiten goldbraun ausbacken.
  4. Servieren: Die Apfelkücherl auf Küchenpapier abtropfen lassen, noch warm mit Zucker und Zimt bestreuen.

Hintergrundwissen & Geschichte

Apfelkücherl (auch Apfelringe oder Apfelspalten genannt) sind eine traditionelle Süßspeise, die vor allem in Bayern, Österreich und Teilen Süddeutschlands beliebt ist. Das Gericht hat seinen Ursprung in der bäuerlichen Küche, wo es als schnelle, süße Nascherei aus einfachen Zutaten zubereitet wurde.

Die Kombination aus saftigen Äpfeln und knusprigem Teig macht Apfelkücherl zu einem besonderen Genuss. Besonders im Herbst, zur Apfelerntezeit, werden sie gerne als Dessert oder süßer Snack serviert. Ähnlich wie Apfelringe in anderen Regionen sind sie ein klassisches Beispiel dafür, wie aus saisonalen Zutaten ein köstliches Gericht entsteht.

In manchen Familien werden Apfelkücherl auch zu besonderen Anlässen wie Volksfesten oder Familienfeiern zubereitet. Der Zimt verleiht ihnen eine warme, würzige Note, die perfekt zu den süßen Äpfeln passt.

Bayrisches Rezept


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Feb. 052026
 

Rotkohl mit Speck  🇿🇼

Perfekt zu Wild, Schwein oder Gans, auch kalt als Salat ein Genuss!


Zutaten

  • 900 g frischer Rotkohl
  • 2 große grüne Kochäpfel
  • 1 große Zwiebel
  • 150 g durchwachsener Speck
  • 2 EL Weißwein- oder Apfelessig
  • 1 EL brauner Zucker
  • 10 Wacholderbeeren
  • 5 Gewürznelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz & frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Rotkohl vorbereiten: Äußere Blätter entfernen, den Kohl vierteln und den Strunk herausschneiden. Jedes Viertel halbieren und in feine Streifen schneiden. Gründlich waschen.
  2. Äpfel und Zwiebeln schneiden: Äpfel schälen, entkernen und grob hacken. Zwiebel würfeln.
  3. Kochen: Alle Zutaten außer Speck, Salz und Pfeffer in einen Topf geben und mit Wasser knapp bedecken. Aufkochen, dann bei niedriger Hitze 1 Stunde köcheln lassen, gelegentlich umrühren.
  4. Speck knusprig braten: Währenddessen den Speck in kleine Stücke schneiden und knusprig anbraten.
  5. Fertigstellen: Wenn die Flüssigkeit fast verdampft ist, den Rotkohl nach Belieben heiß oder kalt servieren. Vor dem Servieren mit Salz, Pfeffer und dem knusprigen Speck vermengen.

Hintergrund & Geschichte

Dieser Rotkohl mit Speck ist ein klassisches zimbabwisches Begleitgericht, das traditionell zu Wildgerichten wie Buck-Venison (Rehwild) serviert wird. Der Essig reduziert nicht nur den typischen Kohlgeruch, sondern verleiht dem Gericht eine frische, leicht säuerliche Note. Je jünger und kleiner der Rotkohl, desto zarter und aromatischer wird das Ergebnis.

Früher war dieser Rotkohl ein Festtagsgericht in vielen Familien. Heute ist er ein vielseitiger Klassiker, der sowohl warm als auch kalt überzeugt. Die Kombination aus Wacholder, Nelken und Lorbeer gibt dem Gericht eine würzig-herzhafte Tiefe, während der knusprige Speck für den perfekten Crunch sorgt.

Tipp: Für eine extra-fruchtige Variante kannst du etwas Apfelmus oder Cranberrys untermischen – das passt besonders gut zur kalten Version als Salat!


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Okt. 132025
 

Frankfurter Bettelmann

Der Frankfurter Bettelmann ist ein traditioneller Brotauflauf aus der hessischen Küche, der Altbackenes verwertet und in einen köstlichen Apfelauflauf verwandelt.

Zutaten

  • 125 g Butter
  • 250 g geriebenes und geröstetes Graubrot
  • 1 Messerspitze gemahlene Nelken
  • 1 EL abgeriebene Zitronenschale
  • ½ TL Zimt
  • 2 EL Zucker (zum Anrösten)
  • 1 kg Äpfel
  • 65 g Zucker (zum Dünsten)
  • 65 g Rosinen
  • ½ Glas Weißwein (etwa)
  • 1 EL Rum
  • 40 g Zucker (zum Bestreuen)
  • 1 Prise Zimt (zum Bestreuen)

Zubereitung

  1. Brotmasse vorbereiten: Butter in einer Pfanne schmelzen. Das geriebene, geröstete Graubrot zusammen mit den Gewürzen (Nelken, abgeriebene Zitronenschale, Zimt) und Zucker leicht anrösten. Beiseitestellen.
  2. Äpfel dünsten: Die Äpfel schälen und in Scheiben schneiden. Die Apfelscheiben mit Zucker, Rum, Rosinen und etwa Glas Weißwein in einem Topf dünsten, bis die Flüssigkeit fast vollständig verdampft ist.
  3. Auflauf schichten: Eine Auflaufform fetten.
    • Eine Lage der vorbereiteten Brotmasse auf den Boden geben.
    • Eine Schicht gedünstete Äpfel darüber verteilen.
    • Die Schichtung fortsetzen, wobei die unterste und die oberste Schicht immer aus der Brotmischung bestehen müssen.
  4. Backen und Servieren: Den Auflauf bei im Backofen backen. Sofort nach dem Backen servieren und mit Zucker und einer Prise Zimt bestreuen.

 

Geschichte und Anekdoten

Ein Name mit Geschichte: Der Name „Frankfurter Bettelmann“ (Bettler, armer Mann) ist ein sprechendes Beispiel für die sogenannte Arme-Leute-Küche. Wie viele Aufläufe auf Brotresten (Puddinge), diente dieses Gericht der sparsamen und schmackhaften Verwertung von altbackenem Brot, das sonst weggeworfen worden wäre.

Regionale Herkunft: Der Zusatz „Frankfurter“ verortet das Gericht klar in der Region Hessen und der Rhein-Main-Ebene, wo Apfelwein (und damit auch Weißwein und Äpfel) traditionell eine große Rolle spielen.

Die Veredelung des Einfachen: Das Besondere am „Bettelmann“ ist, dass er einfache Zutaten (altes Brot, Äpfel) durch die Zugabe von feinen Aromen wie gerösteter Butter, Rum, Nelken und Zimt veredelt. Das Anrösten des Graubrots in Butter ist entscheidend, da es dem Brot eine nussige Tiefe verleiht, die es von einer einfachen Einlage zu einem Geschmacksträger macht.

Ein Dessert mit Wehmut: Der Name kann auch humorvoll oder ironisch gemeint sein. Das Ergebnis ist ein so köstlicher, reichhaltiger Auflauf, dass er alles andere als „arm“ schmeckt. Er symbolisiert, wie kreative Köche aus Notwendigkeit heraus Speisen schufen, die heute als kulinarische Klassiker gelten.


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Okt. 092025
 

Mecklenburger Rippenbraten

Ein herzhafter Klassiker aus Mecklenburg – saftig, süß-säuerlich und perfekt für festliche Anlässe


Zutaten

Für den Braten:

  • 2 kg leicht gepökelte Schmorrippe vom Schwein (vom Metzger zugeschnitten)
  • Küchengarn

Für die Füllung:

  • 3 säuerliche Äpfel
  • 250 g Backpflaumen
  • Schale und Saft von 1 unbehandelten Zitrone
  • 125 g Semmelmehl
  • Salz, weißer Pfeffer
  • 1–2 EL Zucker

Zum Braten:

  • Butterschmalz
  • ½ Liter Brühe
  • 1–2 EL Stärkemehl

Zubereitung

  1. Braten vorbereiten Die Schmorrippe kurz kalt abspülen, trocken tupfen und innen sowie außen mit Salz und Pfeffer würzen.

  2. Füllung zubereiten Äpfel schälen, achteln, vom Kerngehäuse befreien und grob würfeln. Backpflaumen einweichen, ausdrücken und kleinschneiden. Mit Äpfeln, Zucker, Zitronensaft, -schale, Semmelmehl und Gewürzen gut vermengen. Den Braten mit dieser Masse füllen und mit Küchengarn zunähen.

  3. Braten anbraten und schmoren In einem großen Bräter das Butterschmalz erhitzen und den Braten rundum anbraten. Etwas Brühe angießen, zudecken und im vorgeheizten Backofen bei 200–220 °C ca. 90 Minuten schmoren lassen. Dann den Deckel abnehmen und weitere 30 Minuten offen braten, dabei gelegentlich Brühe übergießen.

  4. Soße zubereiten Den Braten herausnehmen und warm stellen. Den Bratenfond einkochen, überschüssiges Fett abschöpfen und mit in kaltem Wasser angerührtem Stärkemehl binden.

  5. Servieren Küchengarn entfernen, Braten in Scheiben schneiden und mit der Soße servieren.


Beilagen

  • Kartoffelklöße
  • Grüner Salat
  • Frische „Schluppen“ (Frühlingszwiebeln)

Anekdote & Hintergrund

Der Mecklenburger Rippenbraten ist ein traditionelles Festtagsgericht aus der Region Mecklenburg-Vorpommern. Die Kombination aus gepökelter Schweinerippe, süß-säuerlichen Äpfeln und Backpflaumen spiegelt die bäuerliche Küche wider, in der verfügbare Zutaten kreativ genutzt wurden. Besonders in der kalten Jahreszeit war der Rippenbraten ein beliebtes Sonntagsessen, das oft nach der Kirche oder bei Familienfeiern serviert wurde.

Die Zugabe von Zitrone und Backpflaumen verleiht dem Gericht eine typisch norddeutsche Note – eine Mischung aus deftig und fruchtig, die bis heute überzeugt. Früher wurde der Braten oft im Lehmofen oder über offenem Feuer zubereitet, was ihm eine besonders rauchige Note verlieh.


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Aug. 282021
 
  • 1 EL süßer Senf
  • 2 EL Kräuteressig
  • 4 EL Weißwein
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • Worchestersauce
  • Tabasco
  • 4 EL Öl
  • 250 g Äpfel
  • 200 g Allgäuer Hartkäse
  • 1 Zwiebel
  • 100 g Senfgurke
  • 1 Pack Kresse

Aus Senf, Essig, Wein, Gewürzen und Öl eine Salatsauce rühren und kräftig abschmecken. Äpfel, Käse und Senfgurke in feine Stifte schneiden und direkt in die Sauce geben, die Zwiebel würfeln und auch diese dazu geben, gut vermengen und etwas durchziehen lassen. Vor dem Servieren mit Kresse überstreuen.

Dazu werden Kümmelstangen, Laugenbrezeln und Weißwein gereicht.

 

Allgäuer Rezept

 

 


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Okt. 122019
 

Apfelbrotsuppe

Eine hervorragende Suppe, die man heiß oder kalt essen kann. Besonders im Sommer bietet sie sich als Kaltspeise an. Regional existiert diese Suppe in den verschiedensten Varianten, hier lässt sich das alt gewordene Brot einfach zu einer leckeren Suppe verarbeiten.

  • 80 g altes Brot
  • 1,5 l Wasser
  • 4 mittelgroße Äpfel, Apfelringe oder Apfelabfall
  • 2 Nelken
  • 1 Stückchen Zitronenschale
  • 1 Prise Salz
  • 4 Essl. Zucker
  • 1 Essl. Essig oder Zitronensaft
Das Brot  1,25 l kaltem Wasser einweichen, bei Verwendung von frischem Apfel diese in Ringe schneiden. Eingeweichtes Brot oder Abfälle vom Apfel schälen,  Zitronenschale  und etwas Salz im Topf aufsetzen,  30 min. kochen lassen. Die Masse durch ein Sieb streichen, mit Zucker und Essig abschmecken und wieder erhitzen. Letzteres nur, wenn man die Suppe heiß geben will. Kalt ist sie im Sommer sehr erfrischend. Man kann auch ein Pfund Korinthen dazu geben.
Deutschland, 30er Jahre

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Okt. 122019
 

Bettelmann ist i.d.R. immer ein Gericht, bei dem hartes Brot zu einem süßen Gericht verarbeitet wird. Regional lassen sich viele Bettelmann-Rezepte finden, die auf dem lokalen Angeboten basieren.

Hier eine Variante Apfelbettelmann.

Apfelbettelmann

  •  250g Schwarzbrot
  • 1/2 Teel. Zimt
  • Nelken
  • Zitronenschale
  • 60 g Zucker
  • 60 g Butter
  • 50 g Rosinen
  • 1 kg Äpfel
  • für die Äpfel etwa 125 ml saure Sahne

Die Äpfel werden geschält, in viertel geschnitten und mit etwas Wasser, Rosinen und Zucker angedünstet. Das Brot wird geriebenen und mit den übrigen Zutaten warm gestellt. Abwechselnd füllt man die Äpfel und Brot in eine feuerfeste Auflaufform, setzt Butter in Flöckchen darauf, gießt etwas Sahne darüber. Dann lässt man den Auflauf im Backofen überbacken. Man reicht Vanillesoße dazu.

Das Gericht serviert man gewöhnlich warm, es lässt sich jedoch auch kalt essen.

Deutschland, 1930er

 


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Feb. 202015
 

Gänsebraten

Die junge Gans ist von Mai bis Anfang September am zartesten, während sie im Herbst einen saftigen, fetten Braten liefert. Im Winter eignet sie sich wegen ihres großen Fettgehaltes weniger zum Braten. In dieser Zeit wird sie meistens zerlegt, gehäutet, Brust und Keulen gebraten, das Gänseklein wie gewöhnlich zubereitet und das Fett ausgebraten.

Die Bratgans wird folgendermaßen vorgerichtet:
Sie wird gerupft, gesengt und sorgsam von allen Federstoppeln befreit. Dann schneidet man die Füße weg, hackt an diesen die Nägel ab, schneidet die Fettdrüsen heraus, haut den Kopf herunter, macht einen Rundschnitt in die Haut, wo der Gänsehals aufhört, zieht den Hals ab, lockert Luft- und Speiseröhre und entfernt aus dem Gänsehals die Hauptader, die vom Schlachtschnitt bis in die Brust hinunter reicht, dann wird der Hals am Brustansatz abgedreht, Die Flügel werden kurz abgehackt; dann macht man am Bauch einen Längs- oder Querschnitt, lockert das Fett und zieht jetzt vorsichtig das Fett los, schneidet den Darmring heraus und entfernt die Lungen. Jetzt wird das Fett von den Därmen gelöst und letztere weggeworfen.

Die Galle wird vorsichtig von der Leber getrennt und erstere nicht verwendet. Am Herz wird die Spitze abgeschnitten, dasselbe der Länge nach aufgeschnitten und das Blut herausgenommen. Der Magen wird aufgeschnitten, ausgekratzt und die innere harte Haut sauber losgeschält.
Der Kopf wird der Länge nach auf gehackt, das Gehirn nebst den zwei Gehimhäutchen und den Augen herausgenommen, der obere Schnabel abgehackt, die Zunge herausgerissen und mit Gurgel und den zwei spitzen Knöchelchen weggeworfen.

Jetzt wird alles koscher gemacht, mit Ausnahme der Leber, die man nach dem Wässern leicht salzt, auf einen Rost legt und auf nicht zu starkem Feuer unter häufigem Wenden so lange abbrät, bis kein Blut mehr herausfließt. Dann wird sie dreimal begossen, Füße, Köpfe und Flügel werden sodann mit kochendem Wasser überbrüht und geputzt.

Die so vorbereitete Gans wird innen und außen mit Salz und Ingwer oder Pfeffer und nach Belieben mit etwas Knoblauch eingerieben und dressiert. Man legt sie so in den Bräter, daß die Brust nach unten kommt, übergießt sie mit 1 l kochendem Wasser, stellt sie in die nicht zu heiße Bratröhre und läßt sie unter fleißigem Begießen langsam braten.
In der ersten Stunde soll die Gans nicht bräunen, dann wird sie gewendet und muß jetzt schön braun braten. (Das ausgebratene Fett kann von Zeit zu Zeit abgefüllt werden.) Auch muß man häufig mit einer Gabel in die Haut einstechen, damit alles Fett ausbraten kann.

Die Gans muß 3—3,5 Stunden braten, junge Gänse ungefähr 2 Stunden.

Wenn der Braten gar ist, nimmt man ihn heraus, schöpft von der Sauce das Fett ab, füllt den Saucenfond mit Wasser auf und bindet ihn mit angerührtem Kartoffelmehl oder Stärke.

Die junge Gans wird nicht mit Wasser, sondern mit dem zerschnittenen Gänsefett aufgesetzt.

Nach Belieben kann man die Gans auch füllen. Hierzu eignet sie sich am besten in den späten Sommer- und den frühen Herbstmonaten.

Weckfülle

  • 2 eingeweichte, ausgedrückte Wasserwecken (Semmeln)
  • die gehackte Gänseleber
  • etwas gehacktes Darmfett  oder anderes Fett
  • Zwiebel, fein gehackt

Die Zutaten werden gut untereinander gemengt, die Gans damit gefüllt, zugenäht und gebraten.

Fleischfülle

  • Leber der Gans
  • 2 eingeweichte Wasserwecken (Semmeln)
  • 250 g Kalbsleber, mit Zwiebeln in Fett gesünstet
  •  250 g rohes Kalbfleisch
  • gehackte Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 Eier

Das Fleisch wird durch den Fleischwolf gedreht, mit den anderen Zutaten vermischt und in die Gans gefüllt und diese zu genäht.

Kastanienfülle

  • 500 g Kastanien
  • gehackte Leber
  • 1 l fette Fleischbrühe
  • Zwiebel, fein gehackt
  • Salz
  • 1 TL Zucker
  • gehackte Petersilie

Die geschälten Kastanien werden in etwas fetter Fleischbrühe und einem Teelöffel Zucker weich gekocht, die anderen Zutaten darunter gemischt und in die eingefüllt, diese zu genäht und gebraten.

Kastanienfüllung mit Äpfeln

  • 500 g Kastanien
  • 500 g kleine Äpfel
  • 0,5 l Fleischbrühe

Die Kastanien werden in etwas Fleischbrühe an gekocht, mit geschälten Äpfeln, aus denen man das Kerngehäuse ausgebohrt hat, oder mit geschälten geschnittenen Äpfeln vermengt und eingefüllt.

45,) Jüdisches Rezept, Düsseldorf, 1926


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Feb. 202015
 

Gebratene Ente

 

  • 1 Ente (1,5-2 kg)
  • 4—5 Äpfel
  • Salz
  • Beifuß oder Majoran
  • 0,5 l  Wasser
  • Stärkemehl

Die vorbereitete Ente wird mit Salz von innen und außen eingerieben, mit ungeschälten kleinen Äpfeln, von denen man Blüte und Stiel entfernt hat, gefüllt und zugenäht, in der Pfanne auf dem Rücken gebraten, und mit 0,5 l kochendem Wasser übergossen. Zuerst in mäßiger Hitze braten, damit das Fett ausschmelzen kann. Mit der Gabel sticht man in die Haut, läßt ungefähr 3/4-1 Stunde das Fett auskochen, dann im eigenen Fett braten, bis die Haut braun und knusperig geworden ist. Die Sauce wird dann entfettet und mit etwas Stärkemehl sämig gemacht.

45,) Jüdisches Rezept, Düsseldorf, 1926


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Aug. 302014
 

Eine einfache und schnell zuzubereitende Suppe, die ohne Fleisch auskommt.

  • 1 l Gemüsebrühe
  • 150 ml Sahne
  • 4 Zwiebeln
  • 4  Kartoffeln
  • 2 große Sellerieknollen
  • 4 Äpfel
  • Öl
  • Salz
  • Pfeffer

Die Zwiebeln, die Kartoffeln und den Sellerie schälen und würfeln. Nun mit etwas Öl in einem
Topf andünsten und anschließend mit der Gemüsebrühe ablöschen. Noch weiter köcheln lassen. Die
Äpfel schälen, würfeln und in die köchelnde Suppe geben. Wenn das Gemüse gar ist, die Suppe vom Herd nehmen. Die Sahne unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 


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Juli 192014
 

Geriebene Äpfel mit Meerrettich ist eine schöne Beigabe zu Rindfleisch oder auch gekochtem Fisch.
Der Rezepte gibt es viele. Klassisch ist es, nur saure geriebene Äpfel mit geriebenen Meerrettig zu vermischen.
Hier ein Rezept, das im Jahre 1845 veröffentlicht wurde:

Man nimmt 2 schöne Äpfel, schält und reibt sie fein, gibt dann eine Hand voll geriebenen Meerrettig dazu, macht ihn mit Essig und Öl an und zuckert ihn.

35.) Prag, 1845

 


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Juli 082014
 

Hier möchten wir ein schnell und einfach herzustellendes Rezept für ein Apfel-Fruchtbrot vorstellen.

  • 500 g saure Äpfel, mit der Schale grob geraspelt
  • 50 g Zucker
  • 1 EL Rum oder Apfelsaft
  • 100 g Haselnüsse, Mandeln oder Walnußkerne, ganz
  • 250 g Weizenvollkornmehl
  • 12 g Backpulver
  • 1 EL Zimt, gemahlen
  • 1 Prise Nelken, gemahlen

Als Äpfel eignen sich saure Sorten, wie z.B. Boskop. Die angegebene Menge bezieht sich auf die schon grob geraspelten Äpfel. Nach dem Raspeln die Äpfel mit dem  Zucker und dem Rum mischen und mit einem Teller abgedeckt ca. 5 Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Anschließend die Nüsse unter die Apfelmischung geben. Das Mehl, das Backpulver, Zimt und Nelken gut mischen und unter die Apfelmasse kneten. Den Apfelteig nun 30 Minuten zugedeckt bei Zimmertemperatur quellen lassen.
Ein Backblech gut einfetten und den Backofen auf 180°C vorheizen.
Den Apfelteig zu einem länglichen Laib formen und mit den Nüssen bzw. Mandeln dekorieren und bei 180°C nun 90 Minuten backen lassen. Nach 60 Minuten kontrollieren, ob das Brot nicht zu dunkel wird und gegebenenfalls mit Pergamentpapier abdecken. Anschließend das Apfelbrot herausnehemn und  auskühlen lassen. Vor dem Anschneiden sollte das Brot noch 1-2 Tage in gut abgedeckt oder eingewickelt an einem kühlen Ort durchziehen.
Das Apfelbrot in dünne Scheiben schneiden, diese können so wie sie sind oder auch  mit etwas Butter bestrichen, gegessen werden.


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Juni 142014
 

Der Kuchen ist sehr einfach zu machen, ist schnell zu produzieren, gelingt ohne großen Aufwand und ist sehr lecker. Am Besten schmeckt der Apfelkuchen mit Zimt, wenn er noch warm ist.

  • 6 Äpfel
  • 200 g Butter
  • 250 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 3 Eier
  • 275 g Mehl
  • 2 Tl Backpulver
  • 3-4 El Milch
  • 2-3 Tl Zimt

Von der Butter 125g weiche Butter mit 150g Zucker und dem Vanillezucker schaumig verrühren. Anschließend nach und nach die Eier darunter schlagen. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und zur Schaummasse sieben. Nun den Teig gut verrühren und die Milch zugeben, bis der Teig schwer reißend vom Löffel fällt. Eine Springform an Boden und Rad gut  mit Butter ausstreichen und den  Teig in die Form geben und glatt verstreichen. Die Äpfel waschen und schälen, vierteilen und das Kerngehäuse entfernen. Die runde Seite der Apfelviertel der Länge nach mehrfach einschneiden und mit der eingeschnittenen Seite nach oben in den Teig drücken. Den restlichen Zucker mit dem Zimt vermischen und von der Mischung die Hälfte auf den Kuchen streuen. Die Hälfte der restlichen Butter in Flocken auf den Kuchen geben. Im vorgeheizten Backofen bei  200 Grad auf der zweiten Schiene von unten ca. 35 Minuten backen. Den Kuchen noch heiß aus dem Ofen nehmen und das restliche Zimt-Zucker-Gemisch  und die Butter in Flocken darauf streuen.


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Mai 162014
 

Kalmus

Erst im 16. Jahrhundert wurde der Kalmus aus Asien nach Europa eingeführt. Sei dem hat er sich in ganz Nordeuropa verbreitet. In Asien gilt er als gesund und lebensverlängernd.

Apfelkompott mit Kalmus

  • 2 EL getrocknete Kalmuswurzel oder
  • 200 ml  frische Kalmuswurzel
  • 300 g Äpfel oder
  • 100 g getrocknete Äpfel
  • 6 EL Zucker

Die Äpfel schälen, in Spalten schneiden und in 1 Liter Wasser weich kochen, Die Kalmuswurzel hinzugeben und zum Kochen bringen. Nun 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Danach den Zucker hinzugeben und erneut
zum Kochen bringen. Man kann die Kalmuswurzel in ein Gazesäckchen
füllen, das vor dem Servieren zu entfernen ist.

Zuckersirup mit Kalmus

  • 500 g Zucker
  • 1 l Wasser
  • 20 g getrocknete Kalmuswurzel
  • Saft von 1/2 Zitrone

Die getrocknete Kalmuswurzel mit 0,5 I kochendem Wasser übergießen und 24 Stunden ziehen lassen. Danach abseihen und den Zitronensaft in den Aufguß geben. Den Zucker in heißem Wasser auflösen und mit dem Kalmuswurzelaufguss vermischen. Den erkalteten Sirup in eine Flasche füllen, verschließen und kühl lagern. Er lässt sich zum Aromatisieren von Süßspeisen und Backwaren verwenden.

Kalmuskonfitüre

  • 250 ml getrocknete Kalmuswurzel
  • 750 g Äpfel, Pflaumen, Datteln oder Qutten
  • 3 l Zuckersirup

Die Kalmuswurzel in den kochenden Zuckersirup streuen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Das Obst hinzuftigen und fertigkochen.

Kalmussud

  • 20 g getrocknete Kalmuswurzel
  • 1 l  Wasser

Die Kalmuswurzel zerkleinern und in kochendes Wasser
geben. Aufkochen lassen und vom Feuer nehmen.
Nun 24 Stunden ziehen lassen lassen. Der Sud kann zum Aromatisieren
von Backwaren, Vorspeisen, Suppen und Salaten verwendet werden.

Kwaß mit Kalmus

In den wie üblich zubereiteten Kwaß frisch zubereiteten Kalmussud im Verhältnis 200 ml  Sud zu 3 Liter Kwaß geben.

Gezuckerte Kalmuswurzeln

Frische Kalmuswurzeln in 2 bis 3 cm lange Teile brechen und in dicken Zuckersirup geben. Nun  ca. 10 Minuten köcheln  kochen. Aus dem Sirup herausnehmen und zum Trocknen auf saubere
Gaze oder Furnierholz legen. Nachdem der Sirup erstarrt und eingetrocknet ist, die Wurzel in ein
Glas oder eine Porzellandose zum Aufbewahren legen.
Als Delikatesse zum so Naschen zu Tee und als Nachtisch servieren.

34.) Russisches Rezept


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Mai 142014
 
  • 500 g Äpfel
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 150 g Zucker
  • 1 l Wasser
  • 50 g frische oder 10 g getrocknete Alantwurzeln

Den Zucker in kochendes Wasser schütten, völlig auflösen, die vorbereiteten Äpfel und Alantwurzeln hinzugeben und garkochen. Den Zitronensaft hinzugeben und aufkochen lassen. Vor dem Servieren abkühlen lassen.

23.) Russisches Rezept


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Apr. 242014
 

Infos zu Echte Engelwurz – Angelica archangelica  finden Sie hier:
http://www.pflanzen-kompendium.de/Detailed/73646.html

  • 3 kg kleine Äpfel
  • 3 l Zuckersirup (70%ig)
  • 300 g Engelwurzwurzeln

Die gewaschenen und zerkleinerten Engelwurzwurzeln ca. 30 Minuten im Zuckersirup kochen. Danach kleine
Äpfel (von der Größe eines Hühnereigelbs) mit den Stielen hineingeben und die Marmelade fertigkochen.

34.) Russisches Rezept

 


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März 212014
 
  • 5 kg Ebereschen
  • 5 kg Äpfel
  • 500 g Zucker
  • 150 g Salz

Die Äpfel gut säubern, schälen und in Stücke schneiden. Die Ebereschen auslesen und waschen. Dann die Äpfel und Ebereschen in ein Faß oder einen Steintopf legen. Aus Wasser, Zucker und Salz eine Lake kochen, und diese über die Äpfel und Ebereschen gießen. Einen kleinen Teller mit einem abgekochten Stein einlegen und beschweren, so dass Äpfel und Ebereschen unter die Lake gedrückt werden.  30 Tage kühl stellen.

Man kann, nach Geschmack, auch noch Gewürze hinzu geben.

34.) Russisches Rezept


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