Briami (Griechischer überbackener Gemüse-Eintopf) 🇬🇷
Zutaten
- 500 g Zucchini, in dünne Scheiben geschnitten
- 500 g Kartoffeln, geschält und in dünne Scheiben geschnitten
- 500 g Auberginen, in dünne Scheiben geschnitten
- 500 g Tomaten, abgezogen und gewürfelt
- 2 Zwiebeln, in Ringe geschnitten
- 1 grüne Paprika, in Streifen geschnitten
- ½ Bund glatte Petersilie, fein gehackt
- ½ TL Oregano
- ½ TL getrockneter Thymian
- 250 ml natives Olivenöl extra
- 200 g Schafskäse, zerbröselt
- Salz
- Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- Frisch gebackenes Weißbrot (dazu)
Zubereitung
- Ofen vorheizen
Den Backofen auf 180 °C vorheizen. - Gemüse mischen
Das geschnittene Gemüse in eine Auflaufform geben und mit Petersilie, Oregano, Thymian, Salz und Pfeffer würzen. Gut vermischen. - Aufgießen und garen
Alles mit Olivenöl und 250 ml Wasser aufgießen und im vorgeheizten Ofen ca. 1½ Stunden garen. Gegebenenfalls etwas Wasser nachgießen, damit nichts anbrennt. - Käsekrone Kurz vor Ende der Garzeit den zerbröselten Schafskäse über das Gericht streuen und überbacken, bis er leicht Farbe nimmt.
- Servieren Warm und mit frisch gebackenem Weißbrot servieren.
Hintergrundwissen und Geschichte
Briami: Die griechische Ratatouille-Schwester
- Briami (auch Briam oder Bourani, regional unterschiedlich) ist das griechische Sommergemüsegericht schlechthin:
- Wie das französische Ratatouille und das türkische Türlü gehört es zur großen Familie der mediterranen Ofengemüse: alles, was der Sommergarten hergibt, in einem Topf mit Olivenöl
- Der Unterschied zum Ratatouille: Briami wird im Ofen gegart (nicht auf dem Herd) und enthält klassisch Kartoffeln als Sättigungsgrundlage. Damit ist es ein vollwertiges Hauptgericht, keine Beilage
- Es gehört zur Gattung der Ladera (“Ölgerichte”): Gemüse, das in reichlich Olivenöl und eigenem Saft schmort. Die Vorlage ist mit 250 ml Olivenöl ausgesprochen großzügig, ganz im Sinne der klassischen griechischen Küche, in der das Öl ein Aromaträger und Teil des Gerichts ist, nicht bloß Fett zum Braten
Das Prinzip: Wasser und Öl im Ofen
- Die Garung ist eine Kombination aus Dünsten und Schmoren:
- Das Wasser am Formboden erzeugt Dampf, der die Kartoffeln und Auberginen gart
- Das Olivenöl überzieht jedes Stück und überträgt die fettlöslichen Aromen (Oregano, Thymian) ins Gemüse
- Im Verlauf verdunstet das Wasser, und das Gemüse schmort in Öl und eigenen Säften mit leicht gebräunten Kanten
- Deshalb auch die Anweisung, Wasser nachzugießen: Die Form darf nicht trocken fallen, bevor die Kartoffeln gar sind
Sommersaison und Resteküche
- Briami ist das klassische Gericht des Hochsommers, wenn Zucchini, Auberginen, Paprika und Tomaten gleichzeitig zur Ernte stehen:
- Der griechische Gemüsegarten produziert im August mehr, als eine Familie essen kann: Briami ist die Ernte-Verwertung für Überschüsse
- Zugleich ist es fastentauglich: Gemüse, Öl und Brot ohne Fleisch, ein klassisches Gericht der orthodoxen Fastenzeit (dann ohne oder mit Schafskäse je nach Strenge)
- Wie alle Ladera-Gerichte gilt: Am nächsten Tag noch besser, warm, lauwarm oder kalt
Schafskäse obenauf: Der moderne Schliff
- Der zerbröselte Feta am Ende ist heute die beliebteste Variante:
- Er schmilzt nicht wie ein Gratinkäse, sondern bleibt würzig-stückig und salzt das Gericht von oben
. Die klassische, ältere Version wurde ohne Käse gegessen, der Feta kam separat auf den Tisch
- Er schmilzt nicht wie ein Gratinkäse, sondern bleibt würzig-stückig und salzt das Gericht von oben
- Wer es deftiger mag: Den Feta mit etwas Metaxa-Note (oder einem Hauch Zimt) mischen, wie es manche kretische Küche praktiziert
Die Gewürze: Oregano und Thymian
- Oregano ist das griechische Gewürz schlechthin (der Name bedeutet wörtlich “Freude der Berge”):
- Es verkraftet Ofenhitze perfekt und gibt das typische Aroma griechischer Gemüsegerichte
- Thymian ergänzt die mediterrane Würzung mit einer erdigen Note. Wer möchte, ergänzt um Rosmarin oder eine Lorbeerblatt beim Schmoren
Weißbrot dazu: Der heimliche Star
- Das frische Weißbrot ist kein Beiwerk, sondern Teil des Gerichts:
- Die ölig-würzige Flüssigkeit am Formboden ist die beste “Sauce” des griechischen Alltags: Sie wird mit Brot aufgetunkt
- Griechisches Landbrot oder Pita gehören zwingend auf den Tisch
Tipps für das perfekte Briami
- Scheiben wirklich dünn schneiden:
Die Kartoffeln brauchen die längste Garzeit: Dünne Scheiben (ca. 3–5 mm) sorgen dafür, dass alles gleichzeitig gar ist. Alternativ die Kartoffeln 5 Minuten vorkochen. - Auberginen optional salzen:
Bei jungen Auberginen unnötig, bei älteren oder großen: 30 Minuten salzen und entwässern, dann tupfen. Das verhindert Bitterkeit und spart Öl. - Gemüse wirklich gut vermengen:
Damit sich Öl und Gewürze überall verteilen: Am besten mit den Händen mischen, dabei zugleich prüfen, ob alle Scheiben gleichmäßig dünn sind. - Wasser in Abständen prüfen:
Nach ca. 45 Minuten zum ersten Mal nachsehen: Der Formboden soll feucht, aber nicht trocken sein. Nachgießen in kleinen Mengen, sonst kocht das Gericht statt zu schmoren. - Form nicht zu flach wählen:
Eine mitteltiefe Form ist ideal: Flach genug für Bräunung, tief genug, damit Flüssigkeit nicht verdunstet. Es darf gern kompakt voll sein. - Feta erst in den letzten 10–15 Minuten:
Zu früh aufgelegt, wird der Feta zäh und trocken. Erst wenn das Gemüse gar ist, bestreuen und nur noch kurz Farbe geben lassen. - Ruhezeit vor dem Servieren: 10 Minuten aus dem Ofen nehmen und ruhen lassen: Die Flüssigkeit setzt sich, die Aromen verbinden sich, und das Gericht lässt sich sauber portionieren.
Varianten
- Klassisch ohne Käse:
Die ältere Fasten-Variante nur mit Gemüse, Öl und Gewürzen, Feta separat zum Selbstbedienen am Tisch. - Mit Bohnen: Grüne Bohnen oder dicke Bohnen mit ins Gericht: die erntereiche Sommererweiterung.
- Mit Okra: Okra-Schoten (passend zu den Bamies laderes) zugeben: dann aber die Anti-Schleim-Vorbehandlung der Okra nicht vergessen.
- Mit Hackfleisch oder Fleischstücken: Lamm- oder Rinderstücke (oder Hack) zwischen die Gemüseschichten: die deftige Sonntagsversion mit verlängerter Garzeit.
- Pikant mit Paprikapaste:
Ein Löffel scharfe Bukovo- oder Harissa-Paste unter das Öl mischen: die nordgriechische Schärfenote. - Mit Semmelbrösel-Kruste: Geröstete Semmelbrösel mit etwas Öl in den letzten Minuten obenauf: die knusprige Variante statt Feta.
Dazu passt:
- Frisches Landbrot oder Pita (unverzichtbar zum Auftunken des würzigen Öls am Boden!)
- Feta und schwarze Oliven am Tisch
- Ein griechischer Salat (Horiatiki) als Parallelgericht
- Ein Glas Retsina oder ein trockener roter Landeswein (ein leichter Agiorgitiko oder ein Landrotwein): Die würzige Frucht harmoniert mit Rosmarin und Thymian
- Lauwarm oder kalt am nächsten Tag: dann ist das Briami auf seinem geschmacklichen Höhepunkt
