Hier klicken und Ihr eigenes Rezept eingeben.
Okt. 092026
 

Briami (Griechischer überbackener Gemüse-Eintopf) 🇬🇷

Zutaten

  • 500 g Zucchini, in dünne Scheiben geschnitten
  • 500 g Kartoffeln, geschält und in dünne Scheiben geschnitten
  • 500 g Auberginen, in dünne Scheiben geschnitten
  • 500 g Tomaten, abgezogen und gewürfelt
  • 2 Zwiebeln, in Ringe geschnitten
  • 1 grüne Paprika, in Streifen geschnitten
  • ½ Bund glatte Petersilie, fein gehackt
  • ½ TL Oregano
  • ½ TL getrockneter Thymian
  • 250 ml natives Olivenöl extra
  • 200 g Schafskäse, zerbröselt
  • Salz
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Frisch gebackenes Weißbrot (dazu)

Zubereitung

  1. Ofen vorheizen
    Den Backofen auf 180 °C vorheizen.
  2. Gemüse mischen
    Das geschnittene Gemüse in eine Auflaufform geben und mit Petersilie, Oregano, Thymian, Salz und Pfeffer würzen. Gut vermischen.
  3. Aufgießen und garen
    Alles mit Olivenöl und 250 ml Wasser aufgießen und im vorgeheizten Ofen ca. 1½ Stunden garen. Gegebenenfalls etwas Wasser nachgießen, damit nichts anbrennt.
  4. Käsekrone Kurz vor Ende der Garzeit den zerbröselten Schafskäse über das Gericht streuen und überbacken, bis er leicht Farbe nimmt.
  5. Servieren Warm und mit frisch gebackenem Weißbrot servieren.

Hintergrundwissen und Geschichte


Briami: Die griechische Ratatouille-Schwester

  • Briami (auch Briam oder Bourani, regional unterschiedlich) ist das griechische Sommergemüsegericht schlechthin:
    • Wie das französische Ratatouille und das türkische Türlü gehört es zur großen Familie der mediterranen Ofengemüse: alles, was der Sommergarten hergibt, in einem Topf mit Olivenöl
    • Der Unterschied zum Ratatouille: Briami wird im Ofen gegart (nicht auf dem Herd) und enthält klassisch Kartoffeln als Sättigungsgrundlage. Damit ist es ein vollwertiges Hauptgericht, keine Beilage
  • Es gehört zur Gattung der Ladera (“Ölgerichte”): Gemüse, das in reichlich Olivenöl und eigenem Saft schmort. Die Vorlage ist mit 250 ml Olivenöl ausgesprochen großzügig, ganz im Sinne der klassischen griechischen Küche, in der das Öl ein Aromaträger und Teil des Gerichts ist, nicht bloß Fett zum Braten

Das Prinzip: Wasser und Öl im Ofen

  • Die Garung ist eine Kombination aus Dünsten und Schmoren:
    • Das Wasser am Formboden erzeugt Dampf, der die Kartoffeln und Auberginen gart
    • Das Olivenöl überzieht jedes Stück und überträgt die fettlöslichen Aromen (Oregano, Thymian) ins Gemüse
    • Im Verlauf verdunstet das Wasser, und das Gemüse schmort in Öl und eigenen Säften mit leicht gebräunten Kanten
  • Deshalb auch die Anweisung, Wasser nachzugießen: Die Form darf nicht trocken fallen, bevor die Kartoffeln gar sind

Sommersaison und Resteküche

  • Briami ist das klassische Gericht des Hochsommers, wenn Zucchini, Auberginen, Paprika und Tomaten gleichzeitig zur Ernte stehen:
    • Der griechische Gemüsegarten produziert im August mehr, als eine Familie essen kann: Briami ist die Ernte-Verwertung für Überschüsse
    • Zugleich ist es fastentauglich: Gemüse, Öl und Brot ohne Fleisch, ein klassisches Gericht der orthodoxen Fastenzeit (dann ohne oder mit Schafskäse je nach Strenge)
  • Wie alle Ladera-Gerichte gilt: Am nächsten Tag noch besser, warm, lauwarm oder kalt

Schafskäse obenauf: Der moderne Schliff

  • Der zerbröselte Feta am Ende ist heute die beliebteste Variante:
    • Er schmilzt nicht wie ein Gratinkäse, sondern bleibt würzig-stückig und salzt das Gericht von oben
      . Die klassische, ältere Version wurde ohne Käse gegessen, der Feta kam separat auf den Tisch
  • Wer es deftiger mag: Den Feta mit etwas Metaxa-Note (oder einem Hauch Zimt) mischen, wie es manche kretische Küche praktiziert

Die Gewürze: Oregano und Thymian

  • Oregano ist das griechische Gewürz schlechthin (der Name bedeutet wörtlich “Freude der Berge”):
    • Es verkraftet Ofenhitze perfekt und gibt das typische Aroma griechischer Gemüsegerichte
  • Thymian ergänzt die mediterrane Würzung mit einer erdigen Note. Wer möchte, ergänzt um Rosmarin oder eine Lorbeerblatt beim Schmoren

Weißbrot dazu: Der heimliche Star

  • Das frische Weißbrot ist kein Beiwerk, sondern Teil des Gerichts:
    • Die ölig-würzige Flüssigkeit am Formboden ist die beste “Sauce” des griechischen Alltags: Sie wird mit Brot aufgetunkt
    • Griechisches Landbrot oder Pita gehören zwingend auf den Tisch

Tipps für das perfekte Briami

  1. Scheiben wirklich dünn schneiden:
    Die Kartoffeln brauchen die längste Garzeit: Dünne Scheiben (ca. 3–5 mm) sorgen dafür, dass alles gleichzeitig gar ist. Alternativ die Kartoffeln 5 Minuten vorkochen.
  2. Auberginen optional salzen:
    Bei jungen Auberginen unnötig, bei älteren oder großen: 30 Minuten salzen und entwässern, dann tupfen. Das verhindert Bitterkeit und spart Öl.
  3. Gemüse wirklich gut vermengen:
    Damit sich Öl und Gewürze überall verteilen: Am besten mit den Händen mischen, dabei zugleich prüfen, ob alle Scheiben gleichmäßig dünn sind.
  4. Wasser in Abständen prüfen:
    Nach ca. 45 Minuten zum ersten Mal nachsehen: Der Formboden soll feucht, aber nicht trocken sein. Nachgießen in kleinen Mengen, sonst kocht das Gericht statt zu schmoren.
  5. Form nicht zu flach wählen:
    Eine mitteltiefe Form ist ideal: Flach genug für Bräunung, tief genug, damit Flüssigkeit nicht verdunstet. Es darf gern kompakt voll sein.
  6. Feta erst in den letzten 10–15 Minuten:
    Zu früh aufgelegt, wird der Feta zäh und trocken. Erst wenn das Gemüse gar ist, bestreuen und nur noch kurz Farbe geben lassen.
  7. Ruhezeit vor dem Servieren: 10 Minuten aus dem Ofen nehmen und ruhen lassen: Die Flüssigkeit setzt sich, die Aromen verbinden sich, und das Gericht lässt sich sauber portionieren.

Varianten

  • Klassisch ohne Käse:
    Die ältere Fasten-Variante nur mit Gemüse, Öl und Gewürzen, Feta separat zum Selbstbedienen am Tisch.
  • Mit Bohnen: Grüne Bohnen oder dicke Bohnen mit ins Gericht: die erntereiche Sommererweiterung.
  • Mit Okra: Okra-Schoten (passend zu den Bamies laderes) zugeben: dann aber die Anti-Schleim-Vorbehandlung der Okra nicht vergessen.
  • Mit Hackfleisch oder Fleischstücken: Lamm- oder Rinderstücke (oder Hack) zwischen die Gemüseschichten: die deftige Sonntagsversion mit verlängerter Garzeit.
  • Pikant mit Paprikapaste:
    Ein Löffel scharfe Bukovo- oder Harissa-Paste unter das Öl mischen: die nordgriechische Schärfenote.
  • Mit Semmelbrösel-Kruste: Geröstete Semmelbrösel mit etwas Öl in den letzten Minuten obenauf: die knusprige Variante statt Feta.

Dazu passt:

  • Frisches Landbrot oder Pita (unverzichtbar zum Auftunken des würzigen Öls am Boden!)
  • Feta und schwarze Oliven am Tisch
  • Ein griechischer Salat (Horiatiki) als Parallelgericht
  • Ein Glas Retsina oder ein trockener roter Landeswein (ein leichter Agiorgitiko oder ein Landrotwein): Die würzige Frucht harmoniert mit Rosmarin und Thymian
  • Lauwarm oder kalt am nächsten Tag: dann ist das Briami auf seinem geschmacklichen Höhepunkt

Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 052026
 

Kolokythanthef… Kolokytholoulouda Yemista (Gefüllte Zucchiniblüten) 🇬🇷

Zutaten

  • 12–16 Zucchiniblüten
  • 100 ml natives Olivenöl extra
  • 2 Zwiebeln, fein gehackt
  • ½ Bund glatte Petersilie
  • 1 Bund Dill
  • 200 g Reis
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Wasser oder Gemüsebrühe (ca. 500 ml + etwas zum Dämpfen)

Zubereitung

  1. Blüten vorbereiten
    Die Zucchiniblüten kurz in Wasser tauchen und mit etwas Küchenpapier trockentupfen (entfernt Sand und kleine Tierchen!).
    Die Blütenblätter vorsichtig etwas auseinanderbiegen und den Blütenstempel entfernen (er ist bitter!).
  2. Reisfüllung kochen
    Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin andünsten.
    Petersilie und Dill zugeben und mit 500 ml Wasser (oder Gemüsebrühe) ablöschen.
    Sobald das Wasser kocht, den Reis zugeben – aber nicht ganz gar kochen lassen (er gart in den Blüten fertig!).
    Mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. Blüten füllen
    Die Zucchiniblüten mit dem Reis füllen (ca. ¾ voll – der Reis quillt noch!) und die Blütenblätter an der Spitze vorsichtig zusammendrehen (schließen!).
  4. Dämpfen
    Die gefüllten Blüten dicht in eine Kasserolle legen (sich gegenseitig stützen!), etwas Wasser angießen und auf mittlerer Hitze ziehen lassen, bis der Reis fertig gegart ist.
  5. Servieren Warm oder kalt servieren – beides klassisch!

Hintergrundwissen und Geschichte

Zucchiniblüten: Die Delikatesse der Sommerküche

  • Zucchiniblüten (kolokytholoulouda – wörtlich “Kürbisblüten”) sind die vergessene Delikatesse der griechischen Küche:
    • Die Blüten werden morgens geerntet, wenn sie offen sind – die weiblichen Blüten (mit dem kleinen Zucchini-Ansatz!) sind die begehrteren, die männlichen (ohne Fruchtansatz) die häufigeren
    • Sie sind extrem empfindlich – max. 1 Tag haltbar, deshalb sind sie außerhalb der Anbauregionen kaum zu bekommen (nur auf dem Markt!)
  • Blüten füllen ist ein uraltes Prinzip der mediterranen Küche – mit Reis (griechisch), mit Ricotta und Spinat (italienisch), mit Fleisch (türkisch). In Griechenland ist die Reisfüllung die klassische Sommervariante.

Die Füllung: Reis mit Kräutern – eine Se… eine Familie

  • Die Füllung ist ein klassischer “Pilafi”-Stil-Reis (mit Öl, Zwiebeln, Kräutern und Flüssigkeit gedünstet):
    • Der Reis wird bewusst nur halbgar gekocht – er gart in den Blüten fertig und quillt dort ohne auszulaufen
    • Dill und Petersilie sind das klassische griechische Kräuter-Duo für Gemüsegerichte (mit Minze als weitere Option!)
  • Dieselbe Reisfüllung steckt in den Gemista (gefüllte Tomaten und Paprika) – die große Familie der griechischen Sommergemüsegerichte. Wer die Füllung einmal beherrscht, kann damit alles füllen: Tomaten, Paprika, Blüten, Weinblätter (Dolmadakia!), Muscheln.

Der Stempel: Der bittere Kern

  • Der Blütenstempel (Stempel/Griffel in der Blütenmitte) muss entfernt werden:
    • Er ist bitter und wird beim Garen nicht weich
    • Seine Entfernung schafft zugleich Platz für die Füllung
  • Das kurze Wassertauchen und Trockentupfen reinigt die Blüten (die Blüten sind oft von Insekten besucht und haben Sand am Grund).

Die Zusammendreh-Technik: Verschlus… Verschluss ohne Zahnstocher

  • Das Zusammendrehen der Blütenblätter an der Spitze ist die elegante, klassische Technik:
    • Die Blätter werden wie ein Bonbonpapier zusammengedreht – so bleibt die Füllung drin, ohne Zahnstocher oder Faden
    • Die Blüten werden dicht nebeneinander in die Kasserolle gelegt – sie stützen sich gegenseitig, damit sich nichts öffnet
  • Alternativ (bei großen Blüten): Die Blätter überkreuz zusammenlegen – dieselbe Logik.

Dämpfen statt Backen: Die schonende Methode

  • Die gefüllten Blüten werden nur gedämpft/gezogen – nicht gebacken:
    • Die Blüten sind zu empfindlich für Ofenhitze – sie würden zerfallen
    • Das wenige Wasser am Boden (die Blüten dürfen nicht unterstehen!) gart den Reis sanft fertig
    • Wer will, kann die Blüten in der Kasserolle mit Backpapier… mit einem Teller beschweren – der klassische griechische Trick, der die Blüten unter der Wasseroberfläche… nein: der verhindert, dass sie beim Köcheln aufsteigen und sich öffnen
  • Die Vorlage betont: “Ziehen lassen” – sanftes Köcheln, kein sprudelndes Kochen!

Warm oder kalt: Die Sommerregel

  • Wie bei den Bamies laderes (Okra): Die griechische Sommerküche serviert die Öl-Gemüse-Gerichte warm oder kalt:
    • Warm: direkt nach dem Garen mit einem Schuss frischem Olivenöl und Zitrone
    • Kalt: als Meze (Vorspeise) am Mittags- oder Abendtisch – am nächsten Tag sind die Aromen vollendet
  • Mit Brot, Feta und Oliven ist das Gericht ein vollständiges Sommeressen.

Tipps für die perfekten gefüllten Zucchiniblüten

  1. Blüten am Morgen kaufen/ernten:
    Die Blüten sind morgens geöffnet und prall – nachmittags welken sie. Am selben Tag verarbeiten (max. 1 Tag im Kühlschrank, nicht waschen!).
  2. Füllung wirklich nur halbgar kochen:
    Der Reis wird bewusst unvollständig gegart (ca. 8–10 Minuten) – er quillt in den Blüten fertig. Voll gegarter Reis wird breiig und läuft aus!
  3. Nicht zu voll füllen:
    Die Blüten maximal ¾ füllen – der Reis quillt um ca. 20–30 %. Zu volle Blüten platzen beim Gar… beim Füllen platzen sie!
  4. Stempel wirklich entfernen:
    Mit den Fingern oder einer Küchenschere – er ist bitter und weich nicht mit. Die weiblichen Blüten mit dem kleinen Zucchini-Ansatz: den Ansatz mitgaren (er ist die Delikatesse!) oder abknipsen.
  5. Kasserolle dicht packen:
    Die Blüten dicht an dicht legen – sie stützen sich gegenseitig und öffnen sich nicht. Der Topf muss die Blüten gerade “umarmen”, ohne sie zu quetschen.
  6. Mit Teller beschweren:
    Ein umgedrehter Teller auf den Blüten verhindert das Aufschwimmen und Öffnen – der klassische griechische Profi-Trick.
  7. Achten: der Reis entscheidet:
    Nach ca. 15–20 Minuten an einer Blüte probieren (die Randblüten garen zuerst!) – ist der Reis gar, sind alle fertig. Nicht zu lange – die Blüten zerfallen sonst.

Varianten

  • Gemista-Variante (mit derselben Füllung):
    Dieselbe Reis-Kräuter-Füllung in Tomaten und Paprika füllen – die große Schwester der gefüllten Blüten.
  • Mit Kraut umwickelt:
    Die gefüllte Blüte in ein Weinblatt wickeln – die Hybridform zwischen Dolma und Blüte.
  • Mit Zucchini-Stück… mit Zucchini-Stücken:
    Die zarten kleinen Zucchini-Ansätze (der weiblichen Blüten) mit in die Kasserolle legen – die Doppel-Delikatesse.
  • Mit Käse (italienische Verwandte):
    Füllung mit Ricotta, Minze und Parmesan – die italienische fiori di zucca-Variante (dann im Ofen mit Tomatensauce überbacken).
  • Frittierte Blüten (Sommernachtsvariante):
    Die gefüllten Blüten in Backteig… in Backteig… – die berühmte italienische fiori di zucca fritti – die decante… die reichhaltigste Variante, klassisch mit Mozzarella gefüllt.
  • Kichererbsen-Reis-Füllung:
    Mit Kichererbsen und Rosinen in der Füllung – die ägäisch-kleinasiatische Variante (Einfluss der ostgriechischen Küche).

Dazu passt:

  • Frisches Landbrot und Olivenöl zum Beträufeln
  • Feta, Oliven und Tomatenscheiben – der klassische Sommermittagstisch
  • Ein Glas Retsina oder ein trockener Weißwein – die Sommerbegleiter
  • Zitrone obenauf – ein frischer Zitronenschnitt… ein frischer Zitronenspritzer über die warmen Blüten ist der griechische Abschluss
19:15

Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Okt. 012026
 

Kolokithopita (Griechische Zucchinipastete) 🇬🇷

Zutaten

  • 1 kg Zucchini
  • 400 g Feta
  • 2 kleine Zwiebeln (je ca. 80 g), fein gehackt
  • 4 Eier (Größe M)
  • 8 EL frische Petersilie, fein gehackt
  • 4 EL frischer Dill, fein gehackt
  • 10–12 Blätter Filoteig
  • 5–6 EL Olivenöl (inkl. zum Bestreichen)
  • 1 TL feines Salz (zum Vorziehen der Zucchini)
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Zucchini vorziehen
    Die Zucchini auf der groben Reibe raspeln, mit 1 TL Salz vermengen und in einem Sieb 10 Minuten stehen lassen.
    Anschließend portionsweise in einem Küchentuch fest ausdrücken, bis kaum noch Feuchte austritt.
  2. Zucchinimasse anbraten
    In einer großen Pfanne 2 EL Olivenöl bei mittlerer Hitze erwärmen. Die Zwiebeln 4–5 Minuten glasig andünsten.
    Die Zucchini zugeben und 3–4 Minuten mitbraten, damit restliche Feuchtigkeit verdunstet.
    Die Pfanne vom Herd nehmen und die Masse 10 Minuten abkühlen lassen.
  3. Füllung vermengen
    Den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine große Auflaufform (ca. 30 × 20 cm) leicht einölen.
    Den Feta grob zerbröckeln, die Eier verquirlen.
    Zucchinimasse, Feta, Eier, Petersilie und Dill in einer großen Schüssel vermengen und mit reichlich Pfeffer würzen.
    Da Feta bereits salzig ist, erst am Ende kosten und nur bei Bedarf nachsalzen.
  4. Schichten
    Die Hälfte der Filoblätter einzeln mit Olivenöl bepinseln und überlappend in die Form legen.
    Die Füllung gleichmäßig aufstreichen.
    Die restlichen Filoblätter – ebenfalls einzeln eingeölt – darüberlegen, die überhängenden Ränder einschlagen.
    Die Oberfläche großzügig mit Olivenöl bestreichen.
  5. Backen und ruhen lassen
    Im vorgeheizten Ofen 40–45 Minuten goldbraun backen.
    Vor dem Anschneiden 10 Minuten ruhen lassen.

Serviervorschlag:
Lauwarm oder Zimmertemperatur – mit grünem Salat, Dolmadakia und einem Glas Retsina oder Assyrtiko.


Hintergrundwissen und Geschichte

Die Pita-Familie der griechischen Küche

  • Kolokithopita (κολοκυθόπιτα, von kolokithi = Zucchini und pita = Kuchen/Pastete) ist eine gefüllte Blätterteigpastete – die “leichtere Schwester der Spanakopita” (Spinatpastete), aber nicht minder geschmackvoll.
  • Die große Familie der Pites (Plural) umfasst:
    • Spanakopita – mit Spinat und Feta (der berühmteste Vertreter)
    • Kolokithopita – mit Zucchini (oft auch mit Kürbis)
    • Tiropita – nur mit Käse
    • Hortopita – mit wildem Grün (Chorta)
    • Kreatopita – mit Fleisch
    • Prassopita – mit Lauch
  • In der traditionellen griechischen Küche ist die Pita Alltagsessen und Mitbringsel zugleich: Sie wird einem Familienmitglied oder Nachbarn gebracht, wenn dieser krank ist oder ein Kind bekommen hat – Brot und Pita sind soziale Währungen der Gastfreundschaft.

Zucchini: Das junge Gemüse der griechischen Gärten

  • Die Zucchini kam erst im 19./20. Jahrhundert aus Italien nach Griechenland – die Kolokithopita ist also ein junges Gericht der griechischen Tradition.
  • Dennoch etablierte sie sich blitzschnell, denn die wuchernden Zucchinipflanzen liefern im Sommer unendliche Ernten – jede griechische Gartenbesitzerin kennt das “Problem” der überschüssigen Zucchini.
  • Kolokitho-Anthoi (Zucchiniblüten) sind die edlere Verwandte: gefüllte Zucchiniblüten gelten als Delikatesse der Sommerküche.
  • In manchen Regionen (besonders auf dem Land) wird die Kolokithopita auch mit geriebenem Kürbis (ebenfalls kolokithi im weiteren Sinne) gemacht – die Süßere, herbstliche Variante.

Feta: Die geschützte Ikone

  • Feta ist seit 2002 EU-weit geschützt: Nur Käse aus Schafs- oder Ziegenmilch, der in Griechenland traditionell hergestellt wird, darf so heißen.
  • Sein salzig-säuerliches Aroma macht ihn zur idealen Ergänzung der milden, wasserhaltigen Zucchini – er würzt und bindet zugleich.
  • Die Kombination Feta + Ei ist das klassische Bindungsprinzip der griechischen Pita-Füllungen: Es entsteht ein fluffig-lockerer Verbund, der beim Backen gestockt wird, ohne fest zu werden.

Filoteig: Das papierdünne Wunder

  • Filoteig (φύλλο = “Blatt”) ist der Inbegriff byzantinischer Backkunst:
    • Traditionell wird er von Hand so dünn gezogen, dass man durch das Blatt eine Zeitung lesen kann
    • Der Name des handgezogenen Teigs: “Chroniou fila” – Blätter, die so dünn sind wie die Flügel einer Zikade (“fyllo tou tettix”)
  • Im Haushalt wird heute meist fertiger Filoteig verwendet – seine Blätter sind dicker als handgezogener, aber praktisch.
  • Jedes Blatt einzeln einölen ist das Geheimnis der knusprigen Schichtung: Das Öl zwischen den Blättern verhindert das Verkleben und lässt jede Schicht blättrig-knusprig backen.

Das Vorziehen: Der wichtigste Schritt

  • Das Salzen und Ausdrücken der Zucchini ist der entscheidende Trick des Rezepts:
    • Zucchini bestehen zu ca. 95 % aus Wasser
    • Ohne Vorziehen wird die Füllung wässrig, der Filoteig durchweicht und die Pastete zäh statt knusprig
    • Das Salz entzieht durch Osmose die Flüssigkeit – das nachfolgende Anbraten verdampft die Restfeuchte
  • Dieselbe Technik kennt man vom Auberginen-Einsalzen oder der Gurken-Vorbereitung für Tzatziki.

Dill: Die Seele der sommerlichen Pita

  • Dill (Anithos) ist neben Petersilie das Schlüsselkraut der griechischen Gemüsegerichte – er verleiht Füllungen ihren kräuterfrischen Charakter.
  • Die Kombination Dill + Zucchini + Feta ist ein klassisches Aromendreieck der griechischen Sommertafel (auch in Kolokithokeftedes, den Zucchinibällchen).

Tipps für die perfekte Kolokithopita

  1. Zucchini wirklich trocken ausdrücken:
    Der wichtigste Schritt! In einem Küchentuch fest ausdrücken – bei 1 kg Zucchini können 200–300 ml Flüssigkeit herauskommen. Die Füllung muss fast trocken sein.
  2. Füllung abkühlen lassen, bevor die Eier hinein:
    Heiße Zucchinimasse würde die Eier vorzeitig stocken – erst die 10 Minuten Abkühlung, dann Eier unterziehen.
  3. Filoblätter nicht trocken verarbeiten:
    Ausgetrocknete Filoblätter zerbrechen und werden hornig. Unbenutzte Blätter immer unter ein feuchtes Tuch legen.
  4. Ränder mitdenken:
    Filoteig über die Formrande hängen lassen und am Ende einschlagen – das verschließt die Pastete und verhindert, dass Füllung austritt.
  5. Mit Messer vorritzen (optional):
    Wer saubere Portionen möchte, ritzt die Oberfläche vor dem Backen quadratisch vor – so zerschneidet die knusprige Kruste später nicht unnötig.
  6. Ruhen lassen ist Pflicht:
    Die 10 Minuten Ruhe lassen die Eier-Feta-Masse fest werden – sofort angeschnitten läuft die Füllung auseinander.
  7. Falls die Oberfläche zu dunkel wird:
    Nach ca. 30 Minuten mit Alufolie abdecken – die Pastete soll goldbraun, nicht dunkelbraun sein.

Moderne Varianten

  • Mit Mintze:
    Zusätzlich frische Minze in die Füllung – die sommerlich-frische Variante (auch von Kolokithokeftedes bekannt).
  • Mit Kürbis:
    Statt Zucchini geriebener Hokkaido- oder Butternut-Kürbis – die herbstliche, süßere Variante.
  • Mit Anthotyros statt Feta:
    Den milden Anthotyros (frischer, leicht süßlicher Käse) verwenden – die mildere Insel-Variante.
  • Mit Hackfleisch: Angeröstetes Hackfleisch unter die Füllung mischen – die deftige Kreatopita-Kreuzung.
  • Vegan (Nistisima):
    Feta durch Tofu mit Salz und Zitrone ersetzen, Eier weglassen (mehr Filoblätter und Öl als Bindung) – die Fastenzeit-Variante.
  • Als kleine Dreiecke (Kolokithopitakia):
    Die Füllung in Filodreiecke wickeln und frittieren oder backen – der fingerfood-taugliche Party-Klassiker.

Bewerten Sie bitte den Beitrag
(Bisher keine Bewertung)

Diesen Beitrag drucken
Mai 282014
 
  • Kaninchen, ausgenommen
  • 3 EL Olivenöl
  • 4 Knoblauchzehen
  • 250g Tomaten
  • 200g Zwiebeln
  • 300g Zucchini
  • 250 ml trockenen Rotwein
  • 500 ml Brühe
  • 2 Möhren
  • 1 Paprikaschote , rot
  • Ingwer
  • ½ TL Kümmel
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 1 Zweig Thymian
  • 4 Lorbeerblätter
  • 3 EL Tomatenmark
  • Saft einer Zitrone
  • Salz
  • Pfeffer

Das Kaninchen in Stücke teilen und in einer Pfanne anbraten. Anschließend die angebratenen Stücke  in einen Bräter legen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Gemüse in kleine Stücke schneiden. Das Gemüse außer die Tomaten und die Zucchini in der Pfanne anschwitzen und Tomatenmark hinzu geben. Noch etwas Schwitzen lassen und die Tomaten dazu geben. Ordentlich anbraten und nun mit Rotwein ablöschen und anschließend mit der Brühe auffüllen. Die Gewürze und die Kräuter dazu geben. Das Ganze nun ca. 5 Minuten köcheln lassen. Nun den Gemüsesud komplett auf das Kaninchen im Bräter geben und den Bräter bei 200 Grad für 1 Stunde in die Backröhre geben. 30 Minuten vor Garschluss die Zucchini und die Paprikawürfel dazu geben und fertig garen lassen.  Dazu kann man Reis oder auch Brot servieren.

Spanisches Rezept


Bewerten Sie bitte den Beitrag
(2 Bewertungen, bisher: 9,50 von 10)

Diesen Beitrag drucken