Bratwurstuppe (historische Bratwurstsuppe)
Die Bratwurstjuppe ist ein altes Gericht aus der frühneuzeitlichen Küche. Das Rezept stammt aus einem Kochbuch des Jahres 1721, wurde aber modernisiert.
Sie verbindet einfache Alltagszutaten mit damals kostbaren Gewürzen und zeigt, wie Suppen früher sättigend, würzig und zugleich repräsentativ zubereitet wurden.
Zutaten
Altbackenes Brot
Fleischbrühe
Ingwer
Pfeffer
Muskatblüte (Macis)
Butter
Bratwürste
Muskatnuss
Zubereitung
Altbackenes Brot in Fleischbrühe einlegen und weich kochen. Sobald das Brot vollständig durchgezogen ist, die Masse durch ein Sieb streichen, sodass eine glatte, sämige Brühe entsteht.
Ingwer, Pfeffer und Muskatblüte in die Brühe geben, ein Stück Butter hinzufügen und alles nochmals aufkochen lassen. Währenddessen die Bratwürste in der Pfanne braten, anschließend in kleine Stücke schneiden.
Brotscheiben separat anrösten und auf Teller legen. Die Bratwurststücke darauf verteilen und die heiße, gewürzte Brühe darüber gießen. Zum Abschluss frisch Muskatnuss darüber reiben und die Suppe sofort servieren.
Hintergrundwissen und Geschichte
Die Bratwurstsuppe stammt aus einer Zeit, in der Suppen eine zentrale Rolle in der Ernährung spielten. Brot war Grundnahrungsmittel und wurde häufig in Brühen verwendet, um es haltbar zu machen und vollständig zu verwerten. Das Durchtreiben durch ein Sieb war eine gängige Technik, um feine Suppen zu erzeugen, die als besonders edel galten.
Auffällig ist die Verwendung von Gewürzen wie Ingwer, Pfeffer und Muskatblüte. Diese waren teuer und zeigten, dass das Gericht nicht nur einfache Alltagskost, sondern auch für festlichere Anlässe gedacht war. Bratwürste lieferten zusätzlich Fett und Eiweiß und machten die Suppe zu einer vollständigen Mahlzeit.
Die Bratwurstjuppe steht exemplarisch für die Übergangsküche zwischen Mittelalter und Neuzeit: bodenständig in den Zutaten, aber reich gewürzt und sorgfältig zubereitet. Heute wirkt sie ungewohnt, gibt jedoch einen spannenden Einblick in die Esskultur vergangener Jahrhunderte.
Nürnbert, 1721
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