Sep. 242026
Plov (Reistopf aus Usbekistan) 🇺🇿
Zutaten
- 500 g Fleisch nach Wahl (original fettes Hammelfleisch oder Lamm, alternativ Gulaschfleisch)
- 500 g Möhren
- 250 g Reis
- 3 TL Gemüsebrühpulver
- 3 Knoblauchzehen
- 2 Zwiebeln
- 1 Lorbeerblatt
- Fett zum Braten
- Pfeffer (nach Geschmack)
- Salz (nach Geschmack)
Zubereitung
- Zutaten vorbereiten
Das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden.
Zwiebeln pellen und in Streifen schneiden.
Knoblauch pellen und in kleine Stücke schneiden.
Möhren schälen und in grobe Stifte schneiden. - Fleisch anbraten
Das Fett in einem großen Topf erhitzen und das Fleisch rundherum kräftig anbraten. Mit Pfeffer und Salz würzen.
Zwiebeln und Knoblauch zum Fleisch geben und das Lorbeerblatt hinzufügen. Alles mit einer kleinen Menge Wasser ablöschen. - Schichten und köcheln
Die Möhren und den rohen Reis auf das Fleisch schichten – nicht umrühren!
Das Gemüsebrühpulver auf der Oberfläche verteilen und so viel Wasser in den Topf füllen, bis der Reis gerade bedeckt ist.
Den Deckel auflegen und die Speise bei niedriger Temperatur ca. 45 Minuten köcheln lassen. Dabei nicht umrühren. Die Flüssigkeit soll komplett aufgesogen werden. Falls nötig, etwas Wasser nachfüllen. - Servieren
Die Speise vorsichtig mit einem Schaumlöffel aus dem Topf entnehmen und auf einer Platte anrichten.
Tipp:
Original wird Plov in einem Kazan (ussbekischen gusseisernen Kessel) über offenem Feuer zubereitet. Zu Hause genügt ein schwerer, dickwandiger Topf.
Hintergrundwissen und Geschichte
Was ist Plov?
- Plov (usbekisch osh oder palov) ist das Nationalgericht Usbekistans und der gesamten zentralasiatischen Küche. Es ist ein Reistopf mit Fleisch, Möhren, Zwiebeln und Gewürzen, der traditionell in einem Kazan (großer gusseiserner Kessel) über offenem Feuer zubereitet wird.
- Der Name leitet sich vom arabischen “pilaw” bzw. persischen “polow” ab und ist mit dem indischen Pilaw/Pulao und der türkischen Pilav verwandt.
Geschichte: Von der Seidenstraße nach Usbekistan
- Die Ursprünge des Plov liegen vermutlich in Persien und Indien. Über die Seidenstraße gelangte das Gericht nach Zentralasien, wo es im 10. Jahrhundert erstmals erwähnt wird.
- Der berühmte persische Gelehrte Avicenna (Ibn Sina, 980–1037) soll – der Legende nach – Plov sogar als Heilmittel empfohlen haben.
- In Samarqand, Buchara und Chiwa entwickelten sich über Jahrhunderte eigene Plov-Traditionen, die bis heute bei Festmahlen, Hochzeiten und Familientreffen gepflegt werden.
Plov als Kulturgut
- UNESCO-Anerkennung:
2016 wurde die usbekische Tradition der Plov-Zubereitung (Palov-Kultur) in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. - Bedeutung im Alltag:
Plov ist in Usbekistan mehr als ein Gericht – er ist ein Symbol für Gastfreundschaft und Gemeinschaft. Er wird bei Hochzeiten, Beerdigungen, Geburten und religiösen Feiern aufgetragen. - Der Oshpaz (Plov-Meister):
Bei großen Festen kocht ein spezieller Meisterkoch (Oshpaz) Plov für hunderte Gäste gleichzeitig in riesigen Kazans.
Die klassischen Zutaten und ihre Bedeutung
| Zutat | Rolle im Gericht |
|---|---|
| Hammelfleisch/Lamm | Traditionelles Fleisch – in Usbekistan bevorzugt fettdurchwachsen |
| Möhren | Ursprünglich gelbe Möhren – süßlich und robust – aus Zentralasien |
| Reis | Spezielle Sorten (z. B. Devzira), die Flüssigkeit gut aufsaugen |
| Zwiebeln & Knoblauch | Aromatische Basis, ganze Knoblauchknollen werden oft mitgegart |
| Gewürze | Kreuzkümmel (Zira), Koriander, Barbeeren (Zereshk) und manchmal Kichererbsen |
| Fett | Traditionell Hammelfett (Dumba) oder Pflanzenöl |
Warum nicht umrühren?
- Beim Plov werden die Zutaten in Schichten angeordnet und nicht umgerührt:
- Unten: Fleisch (gibt Aroma und schützt vor Anbrennen)
- Mitte: Möhren und Zwiebeln
- Oben: Reis, der gedämpft wird
- So entsteht die typische Struktur: Der Reis bleibt körnig, das Fleisch wird zart, und am Boden entsteht die knusprige Spezialität “Kazan-Kebab” (die geröstete Kruste), die als Delikatesse an die Gäste verteilt wird.
Regionale Varianten
- Fergana-Plov: Der berühmteste Stil – kräftig geröstetes Fleisch, viel Zwiebel, gelbe Möhren.
- Samarqand-Plov: Heller und milder, Reis bleibt hell, wird mit Kichererbsen zubereitet.
- Buchara-Plov: Mit Fisch oder gefärbtem Reis.
- Verwandte Gerichte: Aserbaidschanischer Plov, türkischer Pilav, indischer Pulao, iranischer Polow.
Tipps für den perfekten Plov
- Richtige Reissorte wählen:
Am besten eignen sich langkörnige, körnige Sorten (z. B. Basmati, Parboiled oder Devzira). Risotto-Reis wird breiig. - Wasser dosieren:
Der Reis sollte gerade bedeckt sein (ca. 1–1,5 cm über dem Reis). Zu viel Wasser macht den Plov matschig. - Geduld beim Köcheln:
Nach dem Aufkochen den Plov auf niedrigste Hitze reduzieren und den Deckel nicht zu oft öffnen. - Knoblauchknolle mitgaren:
Original wird eine ganze, ungeschälte Knoblauchknolle mit ins Gericht gelegt und vor dem Servieren wieder entnommen – sie gibt wunderbares Aroma. - Kreuzkümmel nicht vergessen: Zira (Kreuzkümmel) ist das Schlüsselgewürz des Plov und sollte in keinem authentischen Rezept fehlen.
Moderne Varianten
- Mit Rindfleisch oder Hähnchen: Mildere Variante für den europäischen Geschmack.
- Vegetarischer Plov: Statt Fleisch Kichererbsen, Kürbis oder getrocknete Aprikosen verwenden.
- Mit Quitten oder Rosinen: Die süßliche Festtagsvariante aus Buchara.
- Mit Ei: In manchen Regionen wird der Plov mit Spiegelei oder verquirltem Ei serviert.
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