Ostfriesische Pfeffernüsse 🇩🇪
Zutaten
2 kg Sirup
125 g Gänseschmalz
250 g Butter
2,5 kg Mehl
125 g süße Mandeln
125 g Zucker
125 g Sukkade
75 g Pottasche
Zimt nach Geschmack
Gemahlene Nelken nach Geschmack
Etwas Rosenwasser
Zubereitung
Sirup, Gänseschmalz und Butter zusammen aufkochen. Die Mischung vom Herd nehmen und nach und nach Mehl, Mandeln, Zucker, Sukkade sowie die Gewürze unterrühren.
Die Pottasche in etwas Rosenwasser auflösen und zuletzt unter den Teig mischen. Der Teig wird nun zugedeckt gelagert und muss vier bis neun Tage, gern auch länger, ruhen. Während dieser Zeit wird er täglich gründlich durchgeknetet, damit sich die Zutaten gut verbinden und das typische Aroma entsteht.
Nach der Ruhezeit den Teig zu Rollen formen und in etwa streichholzschachtelgroße Stücke schneiden. Die Stücke auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Ofen etwa zehn Minuten backen. Die Pfeffernüsse sollen fest, aber nicht zu dunkel werden.
Hintergrundwissen und Geschichte
Pfeffernüsse haben in Ostfriesland eine lange Tradition und sind eng mit dem St.-Martins-Brauch verbunden. Früher kehrten um diese Zeit die Schiffe von der Seefahrt zurück, das Vieh wurde aufgestallt und die Ernte war abgeschlossen. Diese Phase des Jahres war geprägt von Dankfesten und gemeinschaftlichen Feiern.
Die Wurzeln dieser Feste reichen bis in vorchristliche Zeiten zurück, als Herbst- und Erntefeiern zu Ehren des Gottes Wodan begangen wurden. Mit der Christianisierung trat später der heilige Martin an diese Stelle. Die Pfeffernüsse wurden Teil der neuen Bräuche und galten als besondere Gabe für Kinder.
Die lange Lagerung des Teiges und die Verwendung von Sirup, Fett und Gewürzen machen deutlich, dass dieses Gebäck für den Winter gedacht war. Pfeffer im heutigen Sinne ist meist nicht enthalten; der Name verweist auf die damals kostbaren Gewürze, die dem Gebäck seine intensive Würze verleihen. Ostfriesische Pfeffernüsse sind damit ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Brauchtum, Jahreszeitenküche und regionaler Backtradition.


