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Feb. 262026
 

Ostfriesische Pfeffernüsse 🇩🇪

Zutaten

  • 2 kg Sirup

  • 125 g Gänseschmalz

  • 250 g Butter

  • 2,5 kg Mehl

  • 125 g süße Mandeln

  • 125 g Zucker

  • 125 g Sukkade

  • 75 g Pottasche

  • Zimt nach Geschmack

  • Gemahlene Nelken nach Geschmack

  • Etwas Rosenwasser


Zubereitung

Sirup, Gänseschmalz und Butter zusammen aufkochen. Die Mischung vom Herd nehmen und nach und nach Mehl, Mandeln, Zucker, Sukkade sowie die Gewürze unterrühren.

Die Pottasche in etwas Rosenwasser auflösen und zuletzt unter den Teig mischen. Der Teig wird nun zugedeckt gelagert und muss vier bis neun Tage, gern auch länger, ruhen. Während dieser Zeit wird er täglich gründlich durchgeknetet, damit sich die Zutaten gut verbinden und das typische Aroma entsteht.

Nach der Ruhezeit den Teig zu Rollen formen und in etwa streichholzschachtelgroße Stücke schneiden. Die Stücke auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Ofen etwa zehn Minuten backen. Die Pfeffernüsse sollen fest, aber nicht zu dunkel werden.


Hintergrundwissen und Geschichte

Pfeffernüsse haben in Ostfriesland eine lange Tradition und sind eng mit dem St.-Martins-Brauch verbunden. Früher kehrten um diese Zeit die Schiffe von der Seefahrt zurück, das Vieh wurde aufgestallt und die Ernte war abgeschlossen. Diese Phase des Jahres war geprägt von Dankfesten und gemeinschaftlichen Feiern.

Die Wurzeln dieser Feste reichen bis in vorchristliche Zeiten zurück, als Herbst- und Erntefeiern zu Ehren des Gottes Wodan begangen wurden. Mit der Christianisierung trat später der heilige Martin an diese Stelle. Die Pfeffernüsse wurden Teil der neuen Bräuche und galten als besondere Gabe für Kinder.

Die lange Lagerung des Teiges und die Verwendung von Sirup, Fett und Gewürzen machen deutlich, dass dieses Gebäck für den Winter gedacht war. Pfeffer im heutigen Sinne ist meist nicht enthalten; der Name verweist auf die damals kostbaren Gewürze, die dem Gebäck seine intensive Würze verleihen. Ostfriesische Pfeffernüsse sind damit ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Brauchtum, Jahreszeitenküche und regionaler Backtradition.


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Feb. 262026
 

Bratwurstuppe (historische Bratwurst­suppe)

Die Bratwurstjuppe ist ein altes Gericht aus der frühneuzeitlichen Küche. Das Rezept stammt aus einem Kochbuch des Jahres 1721, wurde aber modernisiert.
Sie verbindet einfache Alltagszutaten mit damals kostbaren Gewürzen und zeigt, wie Suppen früher sättigend, würzig und zugleich repräsentativ zubereitet wurden.


Zutaten

  • Altbackenes Brot

  • Fleischbrühe

  • Ingwer

  • Pfeffer

  • Muskatblüte (Macis)

  • Butter

  • Bratwürste

  • Muskatnuss


Zubereitung

Altbackenes Brot in Fleischbrühe einlegen und weich kochen. Sobald das Brot vollständig durchgezogen ist, die Masse durch ein Sieb streichen, sodass eine glatte, sämige Brühe entsteht.

Ingwer, Pfeffer und Muskatblüte in die Brühe geben, ein Stück Butter hinzufügen und alles nochmals aufkochen lassen. Währenddessen die Bratwürste in der Pfanne braten, anschließend in kleine Stücke schneiden.

Brotscheiben separat anrösten und auf Teller legen. Die Bratwurststücke darauf verteilen und die heiße, gewürzte Brühe darüber gießen. Zum Abschluss frisch Muskatnuss darüber reiben und die Suppe sofort servieren.


Hintergrundwissen und Geschichte

Die Bratwurstsuppe stammt aus einer Zeit, in der Suppen eine zentrale Rolle in der Ernährung spielten. Brot war Grundnahrungsmittel und wurde häufig in Brühen verwendet, um es haltbar zu machen und vollständig zu verwerten. Das Durchtreiben durch ein Sieb war eine gängige Technik, um feine Suppen zu erzeugen, die als besonders edel galten.

Auffällig ist die Verwendung von Gewürzen wie Ingwer, Pfeffer und Muskatblüte. Diese waren teuer und zeigten, dass das Gericht nicht nur einfache Alltagskost, sondern auch für festlichere Anlässe gedacht war. Bratwürste lieferten zusätzlich Fett und Eiweiß und machten die Suppe zu einer vollständigen Mahlzeit.

Die Bratwurstjuppe steht exemplarisch für die Übergangsküche zwischen Mittelalter und Neuzeit: bodenständig in den Zutaten, aber reich gewürzt und sorgfältig zubereitet. Heute wirkt sie ungewohnt, gibt jedoch einen spannenden Einblick in die Esskultur vergangener Jahrhunderte.

Nürnbert, 1721


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Feb. 262026
 

Filderstädter Sauerkrautkuchen 🇩🇪

Zutaten

Für den Teig

  • 350 g Mehl

  • 125 g Butter

  • 5 g Salz

  • 125 ml lauwarmes Wasser

Für das Sauerkraut

  • 1 Esslöffel Butterschmalz

  • 150 g gewürfelter, durchwachsener Räucherspeck

  • 1 Zwiebel, gewürfelt

  • 500 g Sauerkraut

  • 125 ml trockener Weißwein

Für den Guss

  • 4 Eier

  • 250 ml saure Sahne

  • 20 g Stärkemehl

  • Kümmel nach Geschmack


Zubereitung

Das Mehl in eine Schüssel geben. Butter in kleinen Stücken, Salz und das lauwarme Wasser hinzufügen und alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig abgedeckt etwa eine Stunde ruhen lassen.

Für die Füllung das Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Speck und Zwiebeln darin glasig anbraten. Das Sauerkraut hinzufügen, mit dem Weißwein ablöschen und so lange köcheln lassen, bis die Flüssigkeit nahezu verdampft ist. Anschließend das Sauerkraut etwas abkühlen lassen.

Für den Guss Eier, saure Sahne, Stärkemehl und Kümmel glatt verrühren und unter das erkaltete Sauerkraut mischen.

Eine runde Backform mit etwa 36 cm Durchmesser dünn mit dem Teig auslegen und den Teig bis zum Rand hochziehen. Die Sauerkrautmasse gleichmäßig darauf verteilen. Nach Belieben einige Scheiben Speck auf die Oberfläche legen.

Den Sauerkrautkuchen im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad etwa 50 Minuten backen, bis der Guss gestockt und der Rand goldbraun ist.


Hintergrundwissen und Geschichte

Der Sauerkrautkuchen gehört zur traditionellen schwäbischen Küche, die für ihre herzhaften, sättigenden Gerichte bekannt ist. Besonders auf den Fildern, einer fruchtbaren Hochebene südlich von Stuttgart, war Sauerkraut ein wichtiges Grundnahrungsmittel, da Weißkraut lange haltbar war und über den Winter hinweg genutzt werden konnte.

Die Kombination aus Sauerkraut, Speck und einem einfachen Teig spiegelt die bäuerliche Küche wider: wenige Zutaten, dafür nahrhaft und geschmacklich ausgewogen. Kümmel wurde traditionell nicht nur wegen seines Aromas verwendet, sondern auch wegen seiner verdauungsfördernden Wirkung, insbesondere bei Krautgerichten.

Bis heute ist der Filderstädter Sauerkrautkuchen ein fester Bestandteil regionaler Feste und Weinstuben und gilt als klassisches Beispiel für die bodenständige, ehrliche Küche Schwabens.


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