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Feb. 262026
 

Bratwurstuppe (historische Bratwurst­suppe)

Die Bratwurstjuppe ist ein altes Gericht aus der frühneuzeitlichen Küche. Das Rezept stammt aus einem Kochbuch des Jahres 1721, wurde aber modernisiert.
Sie verbindet einfache Alltagszutaten mit damals kostbaren Gewürzen und zeigt, wie Suppen früher sättigend, würzig und zugleich repräsentativ zubereitet wurden.


Zutaten

  • Altbackenes Brot

  • Fleischbrühe

  • Ingwer

  • Pfeffer

  • Muskatblüte (Macis)

  • Butter

  • Bratwürste

  • Muskatnuss


Zubereitung

Altbackenes Brot in Fleischbrühe einlegen und weich kochen. Sobald das Brot vollständig durchgezogen ist, die Masse durch ein Sieb streichen, sodass eine glatte, sämige Brühe entsteht.

Ingwer, Pfeffer und Muskatblüte in die Brühe geben, ein Stück Butter hinzufügen und alles nochmals aufkochen lassen. Währenddessen die Bratwürste in der Pfanne braten, anschließend in kleine Stücke schneiden.

Brotscheiben separat anrösten und auf Teller legen. Die Bratwurststücke darauf verteilen und die heiße, gewürzte Brühe darüber gießen. Zum Abschluss frisch Muskatnuss darüber reiben und die Suppe sofort servieren.


Hintergrundwissen und Geschichte

Die Bratwurstsuppe stammt aus einer Zeit, in der Suppen eine zentrale Rolle in der Ernährung spielten. Brot war Grundnahrungsmittel und wurde häufig in Brühen verwendet, um es haltbar zu machen und vollständig zu verwerten. Das Durchtreiben durch ein Sieb war eine gängige Technik, um feine Suppen zu erzeugen, die als besonders edel galten.

Auffällig ist die Verwendung von Gewürzen wie Ingwer, Pfeffer und Muskatblüte. Diese waren teuer und zeigten, dass das Gericht nicht nur einfache Alltagskost, sondern auch für festlichere Anlässe gedacht war. Bratwürste lieferten zusätzlich Fett und Eiweiß und machten die Suppe zu einer vollständigen Mahlzeit.

Die Bratwurstjuppe steht exemplarisch für die Übergangsküche zwischen Mittelalter und Neuzeit: bodenständig in den Zutaten, aber reich gewürzt und sorgfältig zubereitet. Heute wirkt sie ungewohnt, gibt jedoch einen spannenden Einblick in die Esskultur vergangener Jahrhunderte.

Nürnbert, 1721


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Feb. 202026
 

Birnen, Bohnen, Speck 🇩🇪

Zutaten:

  • 500 g durchwachsener Speck, Schinkenreste, Schweinebacke oder Bauchspeck
  • 1 kg grüne Bohnen (Stangenbohnen)
  • 1 kg Kochbirnen (fest, aber reif)
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Bund Bohnenkraut
  • 1 Bund Petersilie
  • Etwas Mehl (zum Binden, optional)
  • Salzkartoffeln (als Beilage)

Zubereitung:

  1. Speck kochen: Speck in Salzwasser ca. 30 Minuten weichkochen.
  2. Bohnen zugeben: Bohnen in die Brühe geben, mit Salz, Pfeffer und Bohnenkraut würzen. 20 Minuten bei schwacher Hitze köcheln.
  3. Birnen hinzufügen: Geschälte Birnen dazugeben, weitere 15 Minuten garen.
  4. Speck schneiden: Speck herausnehmen, in Scheiben schneiden.
  5. Binden & anrichten: Bohnen ggf. mit Mehl leicht binden. Alles in eine Schüssel füllen, Speck und Birnen obenauf anrichten, mit Petersilie bestreuen.
  6. Servieren: Mit Salzkartoffeln servieren.

Geschichte & Hintergrundwissen

Ein Gericht der Not und der Jahreszeiten

  • „Birnen, Bohnen, Speck“ ist ein klassisches norddeutsches Arme-Leute-Essen – entstanden aus der Not, nichts zu verschwenden.
  • Der Spruch „gab es früher immer dann, wenn die Birnen noch grün, die Bohnen gerade reif und der Schinken fast am Ende war“ beschreibt perfekt die saisonalen und wirtschaftlichen Hintergründe:
    • Grüne Bohnen reifen im Spätsommer/Herbst.
    • Kochbirnen sind oft noch hart, wenn die Bohnen erntereif sind.
    • Speck oder Schinkenreste wurden bis zum letzten Stück verwertet.

Kulturelle Bedeutung

  • Das Gericht steht für die typisch norddeutsche Sparsamkeit und den Erfindungsreichtum der Hausfrauen, die aus Resten und saisonalem Gemüse eine sättigende Mahlzeit zauberten.
  • Es war besonders in ländlichen Haushalten und nach der Erntezeit beliebt, wenn die Vorräte knapp wurden.
  • Die Kombination aus süßen Birnen, herzhaften Bohnen und salzigem Speck ist ein perfektes Beispiel für die „süß-saure Note“ der schwäbischen Küche.

Regionale Varianten

  • In manchen Gegenden wurden statt Birnen Äpfel oder Pflaumen verwendet.
  • Statt Speck kam manchmal geräucherter Bauchspeck oder durchwachsener Schinken zum Einsatz.
  • Die Bohnen wurden oft mit etwas Essig oder Sahne verfeinert.

 


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Feb. 202026
 

Schwäbische Weinsuppe mit Zimthäubchen 🇩🇪

Zutaten:

  • 40 g Butter
  • 50 g Mehl
  • ½ l Fleischbrühe (kalt)
  • 250 ml trockener Weißwein
  • 250 ml flüssige Sahne
  • 1 Prise Zucker
  • 100 g geschlagene Sahne
  • Zimt (zum Bestäuben)
  • 8 weiße und rote Trauben (geschält, entkernt)

Zubereitung:

  1. Mehlschwitze: Butter zerlassen, Mehl einrühren und kurz anschwitzen.
  2. Suppe binden: Mit kalter Fleischbrühe ablöschen, 5 Minuten köcheln lassen.
  3. Wein & Sahne einrühren: Weißwein und eine Prise Zucker hinzufügen, aufkochen lassen. Flüssige Sahne unterrühren.
  4. Anrichten: Trauben auf 4 Suppenteller verteilen, Suppe darübergeben.
  5. Fertigstellen: Je ein Häubchen geschlagene Sahne daraufsetzen und mit Zimt bestäuben.

Geschichte & Hintergrundwissen

Weinkultur in Schwaben

  • Schwaben ist eines der ältesten Weinbaugebiete Deutschlands. Hier wird Wein seit der Römerzeit angebaut – vor allem Trollinger, Lemberger und Riesling.
  • Der Weinkonsum in Schwaben liegt tatsächlich fast doppelt so hoch wie im restlichen Deutschland. Weinsuppe ist ein klassisches Beispiel für die kulinarische Kreativität der Region, bei der Wein nicht nur getrunken, sondern auch in herzhaften und süßen Gerichten verarbeitet wird.

Traditionelle Vorspeise

  • Weinsuppe war früher ein einfaches, aber feines Gericht, das vor allem in Weinstuben und Gasthäusern serviert wurde.
  • Sie galt als stärkende Vorspeise, besonders im Winter oder zu Festen wie der Weinlese.
  • Die Kombination aus Wein, Brühe und Sahne macht sie sämig und aromatisch, während der Zimt eine warme, würzige Note hinzufügt.

Kulturelle Bedeutung

  • In ländlichen Haushalten wurde Weinsuppe oft aus Restwein zubereitet; ein Zeichen für die typisch schwäbische Sparsamkeit und Wertschätzung von Lebensmitteln.
  • Die Trauben symbolisieren den Reichtum der Region und geben der Suppe eine frische, fruchtige Komponente.

Variationen

  • Manchmal wird die Suppe mit Zitronenschale oder Vanille verfeinert.
  • In manchen Rezepten kommt auch ein Schuss Weinbrand oder Rum hinein

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Feb. 182026
 

Gaisburger Marsch – Ein herzhafter Stuttgarter Eintopf 🇩🇪

Zutaten

  • 500 g Rindfleisch (z. B. aus der Schulter oder Wade)
  • Einige Suppenknochen (Rind)
  • Suppengemüse (z. B. Möhren, Lauch, Sellerie, Petersilienwurzel)
  • 300 g Kartoffeln
  • 200 g Spätzle (frisch oder vorgekocht)
  • 6 EL fein gewürfelte Zwiebeln
  • 2 EL Schnittlauch (fein geschnitten)
  • 40 g Butter
  • Salz, Pfeffer, Gewürze nach Geschmack

Zubereitung

  1. Fleisch und Brühe kochen: Rindfleisch zusammen mit den Knochen und dem Suppengemüse in reichlich Wasser etwa 1,5–2 Stunden weich kochen, bis das Fleisch zart ist.
  2. Kartoffeln vorbereiten: Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden und in leicht gesalzenem Wasser bissfest kochen (nicht zu weich, damit sie nicht zerfallen).
  3. Fleisch und Brühe trennen: Das gekochte Rindfleisch aus der Brühe nehmen, in mundgerechte Würfel schneiden. Die Brühe durch ein Sieb passieren und mit Salz, Pfeffer und Gewürzen abschmecken.
  4. Eintopf zusammenfügen: Rindfleischwürfel, Kartoffelwürfel und Spätzle in die klare Brühe geben und alles kurz aufkochen lassen.
  5. Zwiebeln anbraten: In einer Pfanne die Butter erhitzen und die Zwiebelwürfel goldgelb rösten.
  6. Anrichten: Die gerösteten Zwiebeln und den frischen Schnittlauch auf die fertige Suppe streuen und sofort servieren.

Hintergrund und Geschichte

Der Gaisburger Marsch ist ein traditioneller, deftiger Eintopf aus Stuttgart-Gaisburg. Sein Name und seine Entstehung ranken sich um zwei Legenden: Eine besagt, dass er in der „Bäckerschmiede“ für vorbeimarschierende Soldaten zubereitet wurde. Die andere erzählt von den Frauen Gaisburgs, die während einer Belagerung ihren gefangenen Männern Essen bringen durften – jedoch nur eine Schüssel pro Person. Die findigen Frauen kochten einfach alles in einem Topf: Rindfleisch, Kartoffeln, Spätzle und Gemüse. So entstand dieser nährstoffreiche, sättigende Eintopf, der bis heute ein Symbol für Gemeinschaft und Einfallsreichtum ist.

Der Gaisburger Marsch ist ein klassisches Beispiel für schwäbische Hausmannskost und wird besonders in der kalten Jahreszeit gerne gegessen.


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Feb. 032026
 

Daube de Bananes Jaunes – Karibisches Bananen-Eintopf-Rezept 🇬🇵

Zutaten (für 8 Personen)

  • 3 kg reife gelbe Kochbananen (nicht zu weich)
  • 2 Zwiebeln
  • 250 ml Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumen- oder Erdnussöl)
  • 1 Bouquet garni (1 Stange Sellerie, 1 Lorbeerblatt, 1 Zweig Thymian, 1 Zweig Petersilie, in ein Küchentuch gebunden)
  • 3–4 Knoblauchzehen (gehackt oder gepresst)
  • Salz & frisch gemahlener Pfeffer (nach Geschmack)
  • 100–150 ml Wasser

 Zubereitung

  1. Bananen vorbereiten: Kochbananen schälen und der Länge nach halbieren, dann jede Hälfte noch einmal quer teilen. Sie sollten nun in grobe, längliche Stücke geschnitten sein.

  2. Bananen anbraten: In einer großen Pfanne das Öl auf mittlere Hitze erhitzen. Die Bananenstücke portionsweise goldbraun anbraten, bis sie eine schöne Farbe haben. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

  3. Eintopf zubereiten: In einem schweren Topf (z. B. Gusseisen) das restliche Öl erhitzen. Die Zwiebeln (in grobe Stücke geschnitten) und den Knoblauch darin glasig dünsten. Die angebratenen Bananen hinzufügen und kurz mitdünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann mit Wasser ablöschen, bis die Bananen knapp bedeckt sind. Das Bouquet garni hinzufügen.

  4. Schmoren lassen: Bei sehr niedriger Hitze 30–45 Minuten köcheln lassen, bis die Bananen weich sind und eine sämige Sauce entstanden ist. Gelegentlich umrühren und bei Bedarf etwas Wasser nachgießen.

  5. Servieren: Heiß mit gegrilltem Rindfleisch (Beefsteak), Fisch oder einfach als vegetarische Beilage servieren.


Hintergrund & Geschichte

Daube de Bananes Jaunes ist ein klassisches Gericht der karibischen und westindischen Küche, besonders beliebt in Guadeloupe, Martinique und Haiti. Der Name „Daube“ (franz. für „Eintopf“) verrät den französischen Einfluss, während die Verwendung von Kochbananen tief in der afrikanischen und kreolischen Tradition verwurzelt ist.

Warum Kochbananen?

Kochbananen (nicht zu verwechseln mit süßen Dessertbananen!) sind eine Grundnahrungsmittel in der Karibik. Sie wurden von afrikanischen Sklaven im 17. Jahrhundert in die Region gebracht und sind seitdem ein Symbol für Widerstandsfähigkeit und kulturelle Identität. Im Gegensatz zu süßen Bananen müssen sie gekocht oder frittiert werden und schmecken eher wie Kartoffeln, jedoch mit einer leicht süßlichen, nussigen Note.

Kulinarische Bedeutung

Das Gericht entstand aus der Notwendigkeit, einfache Zutaten zu einem sättigenden Gericht zu kombinieren. Die Kombination aus frittierten Bananen und langsam geschmortem Eintopf macht es zu einem tröstlichen, herzhaften Klassiker, der oft zu Festen oder Familienfeiern serviert wird.

Variationen

  • In Haiti wird das Gericht oft mit Zitronensaft und scharfen Chili verfeinert.
  • In Guadeloupe gibt man manchmal Kokosmilch hinzu für eine cremigere Sauce.
  • Traditionell wird es mit gegrilltem Fleisch serviert, aber es passt auch perfekt zu gebackenem Fisch oder Hühnchen.

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Okt. 252025
 

Bouillotte à la Morue Fraîche (Kabeljau-Eintopf)

Die Bouillotte ist ein traditionelles Gericht der Akadischen Küche in Kanada. Es ist kein gewöhnlicher gekochter Kabeljau (Morue bouillie), sondern ein Eintopf, bei dem Kabeljau (Morue) und Kartoffeln im selben Topf zubereitet werden.

Andere Namen: Morue en cabane (Kabeljau in der Hütte) oder Morue fraîche (Frischer Kabeljau).

Kabeljau (Morue) war und ist der am häufigsten gefangene Fisch in Akadien. Er war ein „sehr profitabler Fisch“, da alle Teile verwertet wurden: Kopf, Leber, Kropf/Magen (gots), Wangen, Zunge usw.

Der Name „Morue en cabane“ (in Chéticamp, Neuschottland, verwendet) leitet sich von den kleinen Hütten (cabanes) ab, die in der Nähe der Docks gebaut wurden. Dort verbrachten die Fischer die meiste Zeit der Saison und kochten ihren frischen Fisch, wenn sie vom Meer zurückkamen.


Zutaten

  • 7 oder 8 Kartoffeln
  • Frischer Kabeljau
  • Gesalzene Kräuter (
  • Kabeljaulebern und -mägen (optional)
  • Wasser
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln waschen und mit der Schale in ausreichend Salzwasser kochen, sodass sie vollständig bedeckt sind.
  2. Kabeljau hinzufügen: Wenn die Kartoffeln 30 Minuten gekocht haben, den Kabeljau in Stücke von (etwa. 10 cm) schneiden und zu den Kartoffeln geben.
  3. Würzen: Die gesalzenen Kräuter und Pfeffer hinzufügen.
  4. Fertig garen: Den Topf zudecken und weitere 30 Minuten kochen lassen.

Regionale Variation (Nordost-New Brunswick)

Für die Menschen im Nordosten von New Brunswick ist es wichtig, dem Eintopf auch Kabeljaulebern und -mägen (Foies et gots) hinzuzufügen:

  • Die Mägen müssen gleichzeitig mit den Kartoffeln (zu Beginn des Kochvorgangs) in den Topf gegeben werden.
  • Die Lebern werden 15 Minuten vor Ende der Kochzeit hinzugefügt (d. h. 15 Minuten, nachdem der Kabeljau und die Kräuter hinzugefügt wurden).

Serviervorschlag: Der Eintopf wird traditionell sehr heiß serviert.


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Okt. 242025
 

Bryja (Fruchtdickbrei oder Eingedicktes Kompott)

Bryja ist ein altes, sättigendes Gericht der polnischen Küche, das aus gedörrten Früchten zubereitet wird und typischerweise in der ländlichen Küche oder als Fastenspeise zu finden ist. Es wird traditionell auch am Heiligen Abend (Wigilia) serviert.

Zutatenliste

  • 100 g getrocknete Pflaumen
  • 100 g getrocknete Äpfel
  • 100 g getrocknete Birnen
  • 20 g Weizenmehl
  • 1 gestrichener TL Zimt
  • 1 Glas Sahne/Sauerrahm (Śmietana)
  • 100 g Zucker
  • Salz

Zubereitung

  1. Einweichen (12 Stunden): Die getrockneten Früchte abspülen und in lauwarmem, abgekochtem Wasser 12 Stunden lang einweichen.
  2. Kochen: Nach Ablauf der Zeit die Früchte im selben Wasser kochen. Die Menge des Wassers sollte die Früchte gut bedecken, aber es sollte insgesamt weniger sein als für Kompott.
  3. Würzen: Während des Kochens leicht salzen und Zucker sowie Zimt nach Geschmack hinzufügen.
  4. Andicken (Binden): Zu den gekochten Früchten eine Mischung aus Mehl und Wasser zum andicken gießen. Erneut aufkochen lassen.
  5. Vollenden: Den Topf vom Herd nehmen und die Speise mit Sauerrrahm vermischen. (Zum Härten die Sahne/den Sauerrahm mit etwas heißem Fruchtsud anrühren, bevor man sie in den Topf gibt, um Gerinnen zu verhindern).
  6. Abschmecken: Final abschmecken.

Serviervorschlag

  • Temperatur: Warm oder kalt servieren.
  • Beilagen: Als Beilage können Salzkartoffeln, Brot, Klöße aus Brötchen (kluski z bułek) oder Kartoffelklöße/Knedel serviert werden.
  • Tradition: Dieses Gericht wird manchmal am Heiligen Abend (Wigilia) serviert.

Kultureller Kontext

Bryja ist ein historisches Gericht der polnischen Volksküche. Es fällt in die Kategorie der Speisen, die stark gesättigt, süß und dennoch einfach waren.

  • Ursprung: Das Gericht entstand in Zeiten, in denen es wichtig war, die wenigen verfügbaren Lebensmittel (insbesondere getrocknete Früchte aus dem Herbst) durch langes Kochen und Eindicken möglichst sättigend zuzubereiten.
  • Wigilia-Tradition: Am Heiligen Abend werden traditionsgemäß zwölf fleischlose Gerichte serviert. Da Bryja primär aus Früchten besteht und optional mit Kartoffeln oder Brot serviert wird, passt es in dieses Ritual des Fastenessens.
  • Die Textur: Die polnische Bezeichnung Bryja impliziert eine dicke, breiige Konsistenz, die durch das Kochen der Früchte und die Zugabe der Mehl-Wasser-Mischung erreicht wird.

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Okt. 242025
 

Soupe au navet (Rübensuppe)

Diese Suppe wird in Kanada auch “Deutsche Suppe” (Soupe allemande), “Dicke Suppe” (Soupe épaisse) oder sogar “Sauerkraut” (Choucroute) genannt, obwohl sie keinen Kohl enthält. Die Basis bilden Kohlrüben, Kartoffeln, Zwiebeln und gesalzener Speck. Einige Familien fügen auch Karotten hinzu.


Zutatenliste

  • 2 Tassen Kohlrüben, gewürfelt
  • 1 Tasse Karotten, gewürfelt
  • 7 Tassen Wasser
  • 3 Tassen Kartoffeln, gewürfelt
  • 2 gehackte Zwiebeln
  • 1/2 Tasse gesalzener Speck
  • 1 EL Mehl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Rüben und Karotten kochen: Die Rüben und Karotten in kleine Stücke schneiden und 15 Minuten lang sanft kochen.
  2. Weitere Zutaten hinzufügen: Die Kartoffeln, 1 gehackte Zwiebel, Salz und Pfeffer hinzufügen. Weitere 20 Minuten kochen lassen.
  3. Speck vorbereiten: Den gesalzenen Speck in kleine Stücke schneiden. In eine Pfanne mit etwas Wasser geben und zum Kochen bringen. Das Wasser wegschütten und den Speck ausbraten. Die Speckwürfel  beiseite stellen.
  4. Einbrenne/Sauce zubereiten: Die andere gehackte Zwiebel im Speckfett anbraten. Das Mehl hinzufügen und leicht bräunen.
  5. Binden und Mischen: Die Mehlschwitze mit etwas Brühe vom Gemüse ablöschen und verrühren. Diese Sauce und die beiseite gestellten Speckwürfel zur fertigen Suppe geben.

Serviervorschlag: Wird vorzugsweise mit warmen Biskuits (dicken, weichen Brötchen) gegessen.


Hintergrundwissen und Kulinarischer Kontext

Regionale Herkunft und Namen:

Die Bezeichnungen “Deutsche Suppe” oder “Sauerkraut” für diese Rübensuppe deuten auf die französisch-kanadische oder nordamerikanische Küche hin (insbesondere in Regionen mit starkem europäischem Einfluss). Solche Namen entstanden oft in Gemeinschaften, in denen Rübengemüse als Ersatz für teureres oder schwerer erhältliches Kohl- oder Sauerkraut verwendet wurde. Die “Dicke Suppe” (Soupe épaisse) beschreibt die reichhaltige, sättigende Konsistenz.

Die Rolle des Specks und der Einbrenne:

  • Geschmacksbasis: Der gesalzene Speck liefert die grundlegende Würze und das Fett. Das vorherige Auskochen des Specks in Wasser entfernt überschüssiges Salz und macht das Fett reiner.
  • Binden (Einbrenne): Die Zubereitung einer hellbraunen Mehlschwitze (Roux oder Einbrenne) mit Zwiebeln und Mehl bindet die dünne Suppe zu einem sättigenden, cremigen Eintopf.
  • Einfachheit: Die Suppe ist ein klassisches Beispiel für die bäuerliche oder Hausmannskost, die auf einfachen, haltbaren Zutaten (Wurzelgemüse, gesalzenes Fleisch) basiert und sehr nahrhaft ist.

Biskuits (Warme Brötchen):

Die Empfehlung, die Suppe mit warmen Biskuits zu servieren, ist typisch für die nordamerikanische Küche (Kanada und USA), wo weiche, fluffige Brötchen (Biscuits) traditionell zu deftigen Eintöpfen und Suppen gereicht werden.


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Okt. 222025
 

Pâté en pot (Herzhafter Eintopf mit Lamminnereien)

Dieses Gericht ist ein kräftiger, traditioneller Eintopf aus Hammelfleisch, Innereien und einer Fülle von Gemüse. Es zeichnet sich durch lange Kochzeiten und die abschließende Verfeinerung mit Madeira aus. Ein Rezept aus den französischen Überseegebieten, aus der kreolischen Küche.


Zutatenliste

Für 12 Personen

  • 500 g Lamminnereien (Kutteln/Pansen)
  • 1 Schafskopf (Lammkopf)
  • 250 g Lammbrust
  • 250 g Leber
  • 250 g Schinken
  • 125 g Speck
  • 250 g Karotten
  • 250 g Kürbis/Giraumon (eine Kürbisart)
  • 150 g Zwiebeln
  • 250 g Kohl
  • 500 g Kartoffeln
  • 4 Stangen Lauch (nur das Weiße)
  • 1 kleiner Schuss Madeira (ca. 1 kleines Glas)
  • 5 Nelken
  • 2 Lorbeerblätter
  • Salz, Pfeffer

 

Zubereitung

  1. Lamm und Innereien kochen (3–4 Stunden):
    • Das Hammelfleisch (Innereien, Kopf, Brust) in einem großen Topf mit kaltem Salzwasser aufsetzen.
    • Eine gehackte Zwiebel, $5 Nelken und 2 Lorbeerblätter hinzufügen.
    • Von Zeit zu Zeit abschöpfen und 3-4 Stunden kochen lassen, bis das Fleisch sehr weich ist.
  2. Gemüse und Pökelfleisch kochen (1 Stunde):
    • In einem zweiten Topf 1 Liter Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen.
    • Alle Gemüse (Karotten, Kürbis, Zwiebeln, Kohl, Kartoffeln, Lauch) in Würfel schneiden.
    • Das geschnittene Gemüse, den Schinken und den Speck hinzufügen.
    • 1 Stunde kochen lassen.
  3. Vollenden und Mischen:
    • Wenn das Lammfleisch gar ist, aus dem Topf nehmen, entbeinen (falls nötig) und in kleine Würfel schneiden.
    • Das geschnittene Fleisch zu den gekochten Gemüsen in deren Kochwasser geben.
    • Den Lamm-Kochsud gut filtern und ebenfalls zu dem Eintopf hinzufügen.
    • Den Madeira hinzufügen.
    • 15 Minuten köcheln lassen.
  4. Servieren: Den Eintopf sehr heiß servieren.

Optionale Variante (für mehr Geschmack)

  • Rösten/Anbraten (Roussir): Man kann die Lammfleischstücke (Brust, Innereien) und das geschnittene Gemüse anbraten oder rösten, bevor man sie kocht. Dies sorgt für eine tiefere Farbe und einen intensiveren Geschmack (Röstaromen).

Hintergrundwissen und kulinarischer Kontext

Pâté en pot ist ein Gericht, das tief in der französischen und kanadisch-französischen regionalen Küche verwurzelt ist, insbesondere in ländlichen Gebieten, in denen traditionell das gesamte Tier verwertet wurde.

  • Der Name: Der Name “Pâté en pot” (Pastete im Topf) ist irreführend, da das Gericht heute eindeutig als Eintopf (Pot-au-feu oder Ragoût) serviert wird. Der Name könnte historisch darauf hindeuten, dass der Eintopf ursprünglich in Pastetenform (Pâté) gebacken wurde, oder dass er so reichhaltig war, dass er die Konsistenz einer dicken Pastetenfüllung annahm.
  • Innereien-Verwertung: Die Verwendung von Kutteln (Pansen) und Lammkopf zeigt die Wurzeln in der Hausmannskost, wo alle Teile des geschlachteten Tieres genutzt wurden, um einen nahrhaften und sättigenden Eintopf zu kreieren.
  • Madeira: Die Zugabe von Madeirawein am Ende ist ein klassischer Schritt in der traditionellen französischen Saucen- und Eintopfkunst. Der Madeira verleiht dem Gericht eine nussige, leicht süße Tiefe und rundet den komplexen Geschmack der verschiedenen Fleisch- und Gemüsekomponenten ab.

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Okt. 222025
 

Soupe aux gombos (Okrasuppe)

Diese einfache Okrasuppe ist ein klassisches Gericht, das in vielen Küchen Afrikas und der Karibik in verschiedenen Variationen zu finden ist. Sie zeichnet sich durch ihre einfache Zubereitung und die leicht dickflüssige Konsistenz aus, die durch die Okra entsteht. Dieses Rezept stammt aus Martinique.


 

Zutatenliste

  • 12 Okraschoten (Gombos)
  • 1 Liter Rinderbrühe
  • Optional: Eine Handvoll gewaschener Reis
  • Optional: 2 passierte Tomaten (durch die Mühle gedreht)

Menge: Für 6 Personen

Zubereitung

  1. Vorbereiten: Die Okraschoten in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden.
  2. Kochen: Die Rinderbrühe zum Kochen bringen.
  3. Hinzufügen und Garen: Die geschnittenen Okraschoten in die kochende Brühe geben.
    • Variante: Wenn gewünscht, eine Handvoll gewaschenen Reis und 2 passierte Tomaten gleichzeitig mit der Okra hinzufügen.
  4. Schmoren: Die Suppe 30 Minuten lang köcheln lassen und dabei gelegentlich umrühren.

 

Hintergrundwissen und Kulinarischer Kontext

Okra (Gombo):

Okra ist eine Gemüsesorte, deren Ursprung im östlichen Afrika liegt und die durch den Sklavenhandel weltweit verbreitet wurde, insbesondere in Westafrika, Indien, dem Nahen Osten und dem Süden der Vereinigten Staaten (Louisiana, Südstaatenküche).

  • Die schleimige Konsistenz: Okra enthält Schleimstoffe (Muzilag), die beim Kochen freigesetzt werden und der Suppe ihre charakteristische, leicht dickflüssige Textur verleihen. In vielen Gerichten (wie Gumbo in Louisiana) wird dieser Effekt zur natürlichen Bindung genutzt. Das Kochen für 30 Minuten sorgt dafür, dass die Suppe diese leicht sämige Konsistenz erhält.
  • Die Variante: Die Zugabe von Reis und Tomaten macht die Suppe zu einer sättigenderen Hauptmahlzeit. Tomaten liefern Säure, die oft verwendet wird, um die “Schleimigkeit” der Okra etwas zu reduzieren und dem Gericht mehr Geschmackstiefe zu verleihen.

Globale Bedeutung:

Dieses einfache Rezept ist ein Vorläufer oder eine Variante vieler nationaler Gerichte:

  • Gombo: Der Name ist die Grundlage für das berühmte Gericht Gumbo in der Cajun- und kreolischen Küche Louisianas.
  • Bamies (Griechenland/Türkei): Dort wird Okra oft in Tomatensaucen geschmort.
  • Soups in Westafrika: Okrasuppen sind in der westafrikanischen Küche weit verbreitet und werden dort typischerweise mit Pürees aus Yams oder Fufu serviert.

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Okt. 212025
 

Kwasówka (Suppe mit Sauerkrautsaft und Pilzen)

Die Kwasówka ist eine traditionelle, vegetarische polnische Suppe, die ihre charakteristische Säure durch den Saft von Sauerkraut (Kwas) erhält und typischerweise mit getrockneten Pilzen und Trazanki (einer Art Nudel) zubereitet wird.

Zutatenliste

Für 4 Personen

  • 300 ml Sauerkrautsaft
  • 4 getrocknete Pilze
  • 1 Zwiebel
  • Jeweils 4 Körner Piment und Pfeffer
  • 2 EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • 4 EL Sauerrahm
  • 200 g gekochte Łazanki (polnische Nudeln/Quadrate)
  • Salz, Pfeffer
  • Optional: 50 g getrocknete Pflaumen oder Birnen zur Brühe

Zubereitung

  1. Pilze und Brühe vorbereiten: Die Pilze abspülen, mit 1 Liter Wasser übergießen und ! Stunde einweichen lassen.
  2. Zwiebel andünsten und kochen: Die Zwiebel schälen, abspülen, hacken und in ! EL Butter anbraten. Die Zwiebel zusammen mit dem Piment und Pfeffer zu den Pilzen geben. 30 Minuten kochen lassen.
  3. Abseihen und Sauerkrautsaft hinzufügen: Den Sud (die Brühe) abseihen. Die Pilze fein schneiden und wieder zur Brühe geben. Den Sauerkrautsaft einfüllen und zum Kochen bringen.
  4. Binden (Mehlschwitze): Das Mehl in ! EL Butter anbraten. Mit 4 EL Wasser glattrühren und zur Suppe geben.
  5. Abschmecken: Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Servieren: Die gekochten Łazanki-Nudeln auf die Teller verteilen, die Suppe darüber gießen und jeweils 1 EL Sauerrahm in die Mitte geben.

Hintergrundwissen und Variationen

Der Name und die Basis:

Der Name Kwasówka leitet sich direkt von kwas (Säure, vergorener Saft) ab und beschreibt damit die Hauptzutat: den Saft von fermentiertem Kohl. Die Suppe gehört zur Kategorie der sauren Suppen (Barszcz oder Żurek), ist aber klarer und basiert spezifisch auf Sauerkrautsaft.

Regionale Küche und Fastengericht:

  • Vegetarisch/Fasten: Die Kwasówka ist von Natur aus vegetarisch und war in Polen historisch oft eine Fastenspeise, da sie kein Fleisch enthält.
  • Trockenobst-Variante: Die optionale Zugabe von getrockneten Pflaumen oder Birnen ist eine traditionelle Art, die Säure der Suppe auszubalancieren und ihr eine komplexere Süße und zusätzliche Fruchtnote zu verleihen.
  • Łazanki: Die Verwendung von Łazanki (kleine quadratische Nudeln) als Einlage ist typisch für diese Art polnischer Suppen und Eintöpfe.

Verbindung zu anderen Suppen:

Während Kwasówka mit Krautsaft gesäuert wird, basieren Żurek (saure Roggensuppe) und Biały Barszcz (weiße Barszcz) auf einem fermentierten Mehlansatz (Zakwas), der eine ähnliche Säure, aber eine andere Textur und ein anderes Aroma verleiht. Die Kwasówka teilt mit ihnen jedoch die Tradition des sauren Suppengeschmacks.


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Okt. 212025
 

Krupnik (Polnische Graupensuppe)

Krupnik ist eine herzhafte, klare Suppe, die durch Graupen (Perlgraupen) gebunden wird und mit Gemüse und Fleisch, traditionell Schweinefleisch oder Kalb, zubereitet wird. Es ist ein sättigendes, klassisches Gericht der osteuropäischen Küche.


Zutatenliste

Für 6 Personen

  • 100 g Perlgraupen
  • 200 g Schweinefleisch (mit Knochen)
  • 1 Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 1/2 Knollensellerie
  • 250 g Kartoffeln
  • 2 EL Butter
  • 4 getrocknete Pilze
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • Salz, Pfeffer
  • Optional: 100 g geräucherter Speck
  • Optional: Kalbfleisch mit Knochen oder Geflügelinnereien anstelle von Schweinefleisch

Zubereitung

I. Brühe und Fleisch vorbereiten

  1. Brühe ansetzen: Die getrockneten Pilze abspülen, mit 1,5 Litern Wasser übergießen. Das abgewaschene Fleisch hinzufügen und 1 Stunde kochen lassen.
  2. Gemüse kochen: Karotte, Petersilienwurzel und Sellerie schälen und abspülen. Die Zwiebel schälen, halbieren und ohne Fett in einer Pfanne anrösten.
  3. Das vorbereitete Gemüse und die angeröstete Zwiebel zur Suppe geben. 30 Minuten kochen lassen.
  4. Abseihen und Schneiden: Den fertigen Sud (Brühe) abseihen. Das Fleisch in Würfel und die Pilze in Streifen schneiden.

 

II. Graupen und Endmontage

  1. Graupen garen: Die Perlgraupen in 250 ml der abgenommenen Brühe kochen.
  2. Graupen verfeinern: Zur gekochten Graupe 1 Esslöffel Butter geben und unterrühren, bis sie cremig ist.
  3. Zusammenführen: Die Graupen zur restlichen Brühe geben.
  4. Hinzufügen und Kochen: Das gewürfelte Fleisch, die Pilze und die in Würfel geschnittene Karotte (aus der Brühe) hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Kartoffeln hinzufügen: Die geschälten, gewaschenen und gewürfelten Kartoffeln hinzufügen. 20 Minuten kochen lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
  6. Servieren: Den Krupnik mit der gehackten Petersilie bestreuen und servieren.

Hintergrundwissen und Variationen

Krupnik ist ein Grundnahrungsmittel und gilt als eine der charakteristischsten Suppen der polnischen, litauischen und weißrussischen Küche.

  • Der Name: Der Name leitet sich von dem slawischen Wort krupa (Graupe/Grütze) ab und bezieht sich auf die namensgebende Zutat, die Perlgraupen (kasza perłowa), welche die Suppe sättigend und leicht sämig machen.
  • Die Würze: Die Zugabe von getrockneten Pilzen (oft Steinpilze) ist typisch und liefert den charakteristischen, tiefen Umami-Geschmack. Das Anrösten der Zwiebel ohne Fett verstärkt das Aroma und verleiht der Brühe eine tiefere Farbe.
  • Varianten der Basis: Das Rezept ist sehr flexibel:
    • Fleisch-Basis: Es kann mit Schweinefleisch, Kalb (cielęcina) oder auch Geflügelinnereien (podroby z drobiu) zubereitet werden. Die Zugabe von geräuchertem Speck (wędzony boczek) ist eine beliebte, herzhafte Variante.

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Okt. 192025
 

Saure Kartoffelstücke (Süß-saures Kartoffelgericht)

Dieses einfache und schnelle Gericht, das oft an anstrengenden Tagen wie Wasch- oder Putztagen serviert wurde, ist durch die Kombination von sauren Kartoffeln und der sämigen, gewürzten Süße des Pfefferkuchens einzigartig. Der Pfefferkuchen ist auch unter dem Namen Soßenkuchen geläufig.


Zutatenliste

  • 1 kg Kartoffeln
  • 50 g Reibepfefferkuchen (Soßenpfefferkuchen)
  • $\frac{1}{4}$ Liter Wasser (zum Quellen des Pfefferkuchens)
  • 2 große Zwiebeln
  • Salz
  • Zucker
  • Essig
  • Zum Servieren: Blutwurstscheiben (kalt oder warm)

Zubereitung

  1. Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln schälen und würfeln. In Salzwasser gar kochen.
  2. Kochwasser austauschen: Das Kochwasser der Kartoffeln abschütten. Bringen Sie eine zweite Portion frisches Salzwasser zum Kochen und gießen Sie dieses kochend heiß über die Kartoffeln.
  3. Pfefferkuchen vorbereiten: Den Reibepfefferkuchen in kleine Würfel schneiden. Mit dem heißen $\frac{1}{4}$ Liter Wasser übergießen und quellen lassen.
  4. Andicken und Würzen: Die gequollene Pfefferkuchenmasse aufkochen, glatt verrühren und über die leicht gestampften Kartoffeln gießen.
  5. Zwiebeln und Abschmecken: Die Zwiebeln sehr fein hacken und roh über das Gericht geben.
  6. Vollenden: Alles gut durchrühren. Das Gericht mit Salz, Zucker und Essig kräftig säuerlich abschmecken.
  7. Servieren: Dazu werden Blutwurstscheiben, je nach persönlichem Geschmack kalt oder warm, gereicht.

Hintergrundwissen und kulinarischer Kontext

Ein schnell zubereitetes Gericht aus der traditionellen deutschen Hausmannskost, in der Tradition von Sachsen und Thüringen.

Der “Reibepfefferkuchen” (Soßenpfefferkuchen):

  • Dies ist ein spezieller, sehr würziger und trockener Pfefferkuchen ohne Füllung und ohne Zuckerguss. Er dient traditionell nicht als Gebäck, sondern als Bindemittel und Würzmittel für deftige Gerichte.
  • Er wird verwendet, um Soßen, besonders saure Soßen (wie bei Sauerbraten, Linsen oder eben diesen Kartoffeln) zu binden und ihnen eine charakteristische süß-saure, würzige Note von Nelke, Zimt und Piment zu verleihen. Die Herstellung dieser Pfefferkuchen ist typisch für Regionen wie Pulsnitz in der Oberlausitz (Sachsen).

Die “Saure” Geschmacksrichtung:

  • Süß-saure Gerichte sind in der deutschen Küche historisch sehr beliebt, da die Kombination von Säure (Essig) und Süße (Zucker, Pfefferkuchen) einen Geschmackskontrast bietet, der die meist deftigen Hauptkomponenten (hier Kartoffeln und Blutwurst) belebt.
  • Die Zugabe von rohen, fein gehackten Zwiebeln sorgt für eine angenehme Schärfe und Frische, die dem gekochten Gericht Struktur verleiht.

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Okt. 192025
 

Thüringer Sauerkrautsuppe (Thüringer Krautsuppe)

Diese herzhafte, leicht säuerliche Suppe ist ein Klassiker der deftigen Thüringer Küche und wird durch eine feine Bindung und die Zugabe von Kümmel und Sauerrahm charakterisiert.


Zutatenliste

  • 250 g Sauerkraut
  • 1 Liter Brühe (Fleisch- oder Gemüsebrühe)
  • 40 g Butter
  • 40 g Mehl
  • 1 TL Kümmel
  • 1 Becher Sauerrahm (Saure Sahne)
  • Salz und Pfeffer (zum Abschmecken)
  • Zucker (nach Belieben, zum Ausgleich der Säure)
  • Zum Servieren: Weißbrotwürfel und Butter oder Schmalz

Zubereitung

  1. Sauerkraut kochen: Falls das Sauerkraut sehr sauer ist, waschen Sie es kurz ab. Das Kraut klein schneiden und in der Brühe 30 Minuten lang weich kochen.
  2. Mehlschwitze erstellen (Binden): Butter in einem separaten Topf schmelzen. Das Mehl einstreuen und unter Rühren kurz anschwitzen.
  3. Binden: Die fertige Mehlschwitze unter ständigem Rühren in die Suppe geben, um diese zu binden.
  4. Würzen: Den Kümmel grob mahlen (oder mörsern) und in die Suppe geben.
  5. Abschmecken: Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Säureregulierung: Zum Schluss den Sauerrahm hinzufügen. Geben Sie so viel Zucker zu, dass der allzu strenge Geschmack des Krautes harmonisch ausgeglichen wird.
  7. Servieren: Dazu reicht man in Butter oder Schmalz knusprig geröstete Weißbrotwürfel.

Hintergrundwissen und Geschichte

Die Thüringer Sauerkrautsuppe ist tief in der deutschen Hausmannskost verwurzelt, insbesondere in den Regionen, in denen deftige, wärmende Speisen mit lokal verfügbaren Zutaten Tradition haben.

Thüringen, bekannt für seine herzhaften Gerichte wie Klöße und Würste, nutzt Sauerkraut als eine zentrale Beilage und auch als Basis für Suppen. Die Sauerkrautsuppe diente oft als kräftigende Mahlzeit für Arbeiter und Bauern, da sie günstig war und gut sättigte.

Die Rolle der Süße und Säure:

  • Geschmacksausgleich: Die Suppe ist ein perfektes Beispiel für den regionalen Geschmack, bei dem die Säure des Krauts durch die Süße des Zuckers und die Fettigkeit/Milde der Sauerrahm harmonisiert wird. Das Balancieren dieser Geschmacksnoten ist entscheidend.
  • Kümmel: Die Zugabe von gemahlenem Kümmel ist typisch. Kümmel verbessert nicht nur das Aroma, sondern macht das Kraut auch bekömmlicher, indem er Blähungen reduziert.

“Arme-Leute-Küche”:

Ursprünglich war die Sauerkrautsuppe oft fleischlos oder nur mit einfacher Brühe zubereitet. Sie ist eine der älteren Suppenformen, die im Winterhalbjahr wichtige Vitamine (insbesondere Vitamin C, das in Sauerkraut enthalten ist) lieferte, wenn frisches Gemüse rar war.


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Okt. 182025
 

Sauerampfer-Suppe

Diese grüne Suppe ist ein leichter, säuerlicher Klassiker der osteuropäischen Küche, der traditionell im Frühling und Sommer zubereitet wird. Die Säure des Sauerampfers wird durch Sauerrahm und hartgekochtes Ei ausgeglichen.


Zutatenliste

  • Flüssigkeit: Fleischbrühe (Menge je nach gewünschter Menge)
  • Säure/Hauptkraut: 200–300 g Sauerampfer (
  • Gemüse:
    • 1 Karotte
    • 2–3 Kartoffeln
    • 1 Zwiebel
    • Petersilienwurzel
  • Zum Servieren:
    • Sauerrahm (Smetana)
    • Hartgekochtes Ei (in Scheiben geschnitten)

Zubereitung

  1. Gemüse kochen: Die Fleischbrühe zum Kochen bringen. Karotte, Kartoffeln, Zwiebel und Petersilienwurzel schälen, klein schneiden und in die Brühe geben.
  2. Garen: Die Suppe etwa fünfzehn Minuten kochen lassen.
  3. Sauerampfer zugeben: Den gewaschenen und geschnittenen Sauerampfer ganz am Ende der Kochzeit in die Suppe geben. (Da Sauerampfer sehr schnell zerfällt und seine Säure abgibt, ist eine kurze Kochzeit ideal).
  4. Servieren: Die Suppe in tiefen Tellern anrichten. Serviert wird das Gericht mit einem Klecks Sauerrahm und in Stücke geschnittenen, hartgekochten Eiern. (Wichtig: Das Ei sollte geschnitten und nicht im Ganzen in die Suppe gegeben werden).

Hintergrundwissen und Variationen

Kräuterkunde und Variationen

  • Ersatzkräuter (Säure): Anstelle von Sauerampfer kann auch die in Podmoskowje wachsende Sauerklee (Kisliza), auch “Hasenkohl” genannt, verwendet werden. Sauerklee ist zwar ein Unkraut, ergibt aber eine wohlschmeckende Suppe.
  • Andere Kräuter: Auch aus junger Brennnessel lässt sich eine schmackhafte Suppe zubereiten.
  • Mengenverhältnis: Wird Sauerklee oder Brennnessel verwendet, sollte man die doppelte Menge nehmen (etwa 400 g), da deren Säuregehalt geringer ist als der des Sauerampfers.
  • Sammelhinweis (Gesundheit): Kräuter für die Küche sollten fern von Autobahnen und großen Hauptverkehrsadern gesammelt werden, um eine Verunreinigung durch krebserregende Stoffe zu vermeiden.

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Okt. 182025
 

Borschtsch (Ukrainische Rote-Bete-Suppe)

Borschtsch ist eine herzhafte, leicht säuerliche Suppe, die in vielen osteuropäischen und russischen Küchen eine zentrale Rolle spielt. Das charakteristische Merkmal ist die leuchtend rote Farbe, die von der Roten Bete stammt.


Zutatenliste

  • 500 g Fleisch (traditionell Rind oder Schwein)
  • 2 Rote Bete (frisch)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 2 Kartoffeln
  • 1/2 Paprika (vorzugsweise rot)
  • Etwas frischer Weißkohl
  • 2–3 EL Grüne Erbsen
  • 1 Tomate
  • Tomatenmark (nach Geschmack)
  • 1 Petersilienwurzel
  • Optional: Ein Spritzer Essig, schwarzer Pfeffer (ganz), Lorbeerblatt
  • Zum Servieren: Sauerrahm (Smetana) und eine Knoblauchzehe

Zubereitung

  1. Brühe kochen: Zuerst wird eine Fleischbrühe (Bouillon) aus dem Fleisch gekocht.
  2. Vorbereitung: Das Fleisch aus dem Topf nehmen und in mundgerechte Stücke schneiden. Alle Gemüse (Rote Bete, Zwiebel, Karotte, Kartoffeln, Paprika, Kohl, Tomate, Petersilienwurzel) klein schneiden oder raspeln.
  3. Garen: Das geschnittene Gemüse (einschließlich der Roten Bete) in die Brühe geben.
  4. Würzen und Säuern: Gleichzeitig mit dem Gemüse die Tomatenmark hinzufügen. Für die traditionelle Säure kann man auch einen kleinen Schuss Essig hinzufügen (dies hilft auch, die rote Farbe zu intensivieren). Optional schwarzen Pfeffer und Lorbeerblatt hinzufügen.
  5. Kurz kochen: Die Suppe unter dem Deckel nur etwa zehn Minuten kochen lassen.
  6. “Durchziehen” lassen: Nach dieser kurzen Kochzeit den Herd ausschalten. Die Suppe unter geschlossenem Deckel auf der warmen Herdplatte stehen und durchziehen lassen, bis sie servierfertig ist. (Dieser Schritt ist entscheidend, um zu verhindern, dass das Gemüse verkocht und zerfällt).
  7. Servieren: Borschtsch schmeckt am besten, wenn er mit einem Klecks Sauerrahm (Smetana) und einer Knoblauchzehe (z. B. als Beilage oder gerieben über die Suppe) serviert wird.

Hintergrundwissen und Geschichte

Borschtsch ist weit mehr als nur eine Suppe; es ist ein kulinarisches Symbol und ein Grundnahrungsmittel, dessen Ursprünge in der Ukraine liegen, von wo aus es sich über ganz Osteuropa verbreitete.

  • Der Name: Der Name “Borschtsch” (ukrainisch: Борщ) leitet sich vom slawischen Namen für Bärenklau ab, dessen Blätter und Stängel historisch zur Säuerung der Brühe genutzt wurden, bevor später Rüben, Rote Bete und Sauerkraut diese Rolle übernahmen.
  • Die Rote Bete: Die leuchtend rote Farbe stammt von der Roten Bete (Beta vulgaris). Die traditionelle Küche legt Wert darauf, die Farbe durch kurzes Garen und die Zugabe von Säure (Essig, Zitronensaft oder Kwass) zu fixieren.
  • Wandlungsfähigkeit: Die Rezepte sind extrem variabel. Es können Mais, Blumenkohl oder Lauch verwendet werden. Die zwei Hauptformen sind der rote Borschtsch (mit Roter Bete und Kohl) und der grüne Borschtsch (mit Sauerampfer und keinem Rotkohl).
  • Immaterielles Kulturerbe: Die traditionelle ukrainische Borschtsch-Zubereitung wurde 2022 von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

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Okt. 152025
 

Stosuppe (Niederösterreichische Speck-Zwiebel-Suppe)

Diese herzhafte, cremige Spezialität aus Niederösterreich, oft als Stoßsuppe bezeichnet, leitet ihren Namen vermutlich vom slawischen Wort „sto“ (gerinnen) ab, was auf die Bindung durch saure Sahne hindeutet.

Zutaten für 4 Personen

  • 50 g durchwachsener Räucherspeck
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 EL Butter
  • ½ l (500 ml) Fleischbrühe (selbst gekocht oder aus Würfeln)
  • ⅛ l (125 ml) Weißwein, ersatzweise weitere (125 ml) Fleischbrühe
  • 250 g saure Sahne (Sour Cream)
  • 1 EL Mehl
  • 1 TL Kümmel
  • 100 g Schwarzbrot
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • Salz
  • Weißer Pfeffer, frisch gemahlen

 

Zubereitung

  1. Speck und Zwiebel vorbereiten: Den Räucherspeck in sehr kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und fein hacken.
  2. Suppenbasis ansetzen: der Butter in einem Topf erhitzen. Die Speck- und Zwiebelwürfel darin goldbraun braten.
  3. Binden: Die saure Sahne und das Mehl miteinander verrühren. Die Mischung in den Topf zu den Speck-Zwiebeln geben und gut unterrühren.
  4. Flüssigkeit hinzufügen: Die Fleischbrühe und den Weißwein (oder die zusätzliche Brühe) langsam unter Rühren zugießen. Die Suppe kurz aufkochen lassen.
  5. Würzen: Die Suppe mit Kümmel, Salz und weißem Pfeffer würzen.
  6. Brotröstlinge (Croutons) vorbereiten: Das Schwarzbrot in etwa 0,5 große Würfel schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und fein hacken.
  7. Die restliche Butter () in einer kleinen Pfanne erhitzen. Die Knoblauchstückchen darin glasig braten.
  8. Die Brotwürfel hinzufügen und bei starker Hitze unter Rühren kurz anbraten, bis sie knusprig sind.
  9. Servieren: Die Brotwürfel (Croutons) unmittelbar vor dem Servieren über die Stosuppe streuen.

 

Kulinarische und Kulturelle Notizen

Die Rolle der sauren Sahne: Der Schlüssel zur Stosuppe ist die saure Sahne, die das Gericht nicht nur bindet, sondern ihm auch eine charakteristische, leicht säuerliche Note verleiht. Das “Gerinnen” (sto), das im Namen angedeutet wird, ist hier kontrolliert durch die Bindung mit Mehl, um eine glatte, cremige Konsistenz zu erzeugen.

Der Kümmel-Geschmack: Kümmel ist ein typisches Gewürz der österreichischen und böhmischen Küche, das perfekt mit Speck und Schwarzbrot harmoniert. Er verleiht der Suppe eine erdige, würzige Tiefe.

Das Schwarzbrot: Die Beigabe von knusprigen Schwarzbrotwürfeln mit Knoblauch dient nicht nur als Crouton-Ersatz, sondern ergänzt auch geschmacklich die Rustikalität der Suppe. Das Schwarzbrot, das im Gegensatz zu Weißbrot geschmacklich kräftiger ist, hält der Würze der Suppe stand.

Eine schnelle, nahrhafte Mahlzeit: Die Zubereitungszeit von nur 30 Minuten macht die Stosuppe zu einem idealen, wärmenden und sättigenden Gericht, das historisch oft als einfache Bauernspeise zubereitet wurde.


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Okt. 142025
 

SAUERKRAUT SUPPE (Kapuśniak)

Diese herzhafte und traditionelle Sauerkrautsuppe, bekannt als Kapuśniak, ist ein polnischer Klassiker. Sie ist reichhaltig durch die Schweinefleisch- und Markknochenbasis und erhält ihren charakteristischen Geschmack durch Sauerkraut und getrocknete Pilze.

Zutaten

 

Fleisch und Brühe

  •  Sauerkraut
  •  Schweinefleisch (Kopf- oder Hüftfleisch)
  • 1 Markknochen
  • 8 Tassen () kaltes Wasser
  • 1 Lorbeerblatt (optional)
  • 6 Pfefferkörner

Suppengrün und Pilze

  • 4–6 getrocknete Pilze
  • 1 Sellerieknolle
  • 1 Petersilienwurzel
  • 1 Pastinake
  • 2 Karotten
  • 1–2 Selleriestangen
  • Einige Stiele glatte Petersilie

Einlage und Würze

  • 2 Streifen Speck oder die entsprechende Menge durchwachsener Speck, gewürfelt
  • 1 mittelgroße Zwiebel (vorzugsweise gebacken oder goldbraun gebraten)
  • ½ mittelgroße Zwiebel, gewürfelt (zum Anschwitzen mit Speck)
  • 1 EL Mehl, braun geröstet
  • 1 Stück Würfelzucker (optional, falls die Suppe zu sauer ist)
  • Salz und Pfeffer
  • 1–2 Frankfurter Würstchen oder mehrere Scheiben Salami, gewürfelt (optional)

Zubereitung

  1. Brühe ansetzen: Sauerkraut, Schweinefleisch und den Markknochen mit dem kalten Wasser in einen großen Topf geben. Aufkochen lassen und den Schaum sorgfältig abschöpfen.
  2. Kochen und Schmoren: Die gebackene oder angebratene Zwiebel, das Suppengrün und die getrockneten Pilze hinzufügen. Den Lorbeer und die Pfefferkörner dazugeben. Die Suppe mindestens 2 Stunden köcheln lassen und bei Bedarf weiter abschöpfen.
  3. Vorbereiten der Einlagen:
    • Sobald das Fleisch weich ist, es aus der Brühe nehmen, vom Knochen lösen und in kleine Stücke schneiden.
    • Die Pilze herausnehmen und in Streifen schneiden.
    • Das Mark aus dem Markknochen lösen.
    • Die Brühe durch ein Sieb passieren oder nicht, je nach Vorliebe für klare oder trübe Suppen.
    • Fleisch, Pilze und Mark zurück in den Topf geben.
  4. Die Einbrenne (Roux) und Speck: In einer schweren Pfanne den gewürfelten Speck oder durchwachsenen Speck zusammen mit der gewürfelten Zwiebel anbraten, bis sie braun sind.
  5. Binden: Das braun geröstete Mehl (siehe Tipp unten) hinzufügen. Unter ständigem Rühren nach und nach etwas Suppenbrühe aus dem Topf hinzufügen, bis sich alle Klumpen aufgelöst haben.
  6. Fertigstellen: Die Speck-Zwiebel-Mehl-Mischung in die Suppe geben und einmal aufkochen lassen.
  7. Abschmecken: Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bei Bedarf einen Würfelzucker hinzufügen, falls die Suppe zu sauer ist.
  8. Finale Einlage: Falls gewünscht, die gewürfelten Frankfurter oder Salami hinzufügen.

Tipp zur braunen Mehlschwitze (Roux)

Das Braunrösten des Mehls (browned flour) ist ein Schlüssel zum Geschmack. Das Mehl wird in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze geröstet, bis es eine hellbraune Farbe annimmt und nussig duftet. Dadurch wird nicht nur die Suppe gebunden, sondern sie erhält auch eine tiefere, rustikalere Geschmacksnote.


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Okt. 122025
 

Zupa Ogórkowa (Dill-Essiggurken-Suppe)

Die Zupa Ogórkowa ist eine beliebte, säuerliche und erfrischende Suppe aus Polen. Sie basiert auf eingelegten Salz-Dill-Gurken (ogórki kiszone) und ist ein klassisches Gericht, das sowohl im Sommer als auch im Winter wärmt.

 

Zutaten für 4 Personen

  • 800 g eingelegte Salz-Dill-Gurken (Ogórki Kiszony)
  • 150 ml Gurkenlake (Saft von den Gurken)
  • 1 Karotte
  • 1 Petersilienwurzel
  • ½ Knollensellerie
  • 1 Stange Lauch
  • 1 EL Butter
  • 1 TL Mehl
  • 100 ml Sahne (oder Sauerrahm/Crème fraîche)
  • 1 EL gehackter Dill
  • Salz
  • Pfeffer
  • Man kann auch Kalbsbrühe an Stelle von Wasser verwenden

Zubereitung

  1. Gemüse kochen und Brühe vorbereiten: Die Karotte, die Petersilienwurzel, den Knollensellerie und den Lauch schälen bzw. putzen, abspülen und in Stücke schneiden. Mit 1,5 Liter Wasser (oder Kalbsbrühe) aufgießen und 30 Minuten kochen. Anschließend die Brühe durch ein Sieb gießen und das Gemüse beiseite stellen oder entsorgen.
  2. Gurken dünsten: Die Gurken schälen, auf einer groben Reibe reiben. In einem Topf 1 EL Butter zerlassen und die geriebenen Gurken darin 5 Minuten dünsten.
  3. Andicken (Roux/Liaison): In einer kleinen Schüssel die Sahne mit dem Mehl glatt verrühren, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind.
  4. Fertigstellen: Die gedünsteten Gurken in die vorbereitete heiße Gemüsebrühe geben. Die Gurkenlake hinzufügen.
  5. Binden und abschmecken: Die mit Mehl vermischte Sahne unter Rühren in die Suppe geben, um sie leicht anzudicken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und weitere 5 Minuten kochen lassen.
  6. Servieren: Vor dem Servieren jede Portion mit frisch geschnittenem Dill bestreuen.

Kulinarische und Kulturelle Notizen

Die Essiggurke als Star: Die Zupa Ogórkowa gehört zur kulinarischen Identität Polens. Der einzigartige, saure Geschmack der Suppe stammt von den Ogórki Kiszony (milchsauer eingelegten Gurken), die sich von den deutschen Essiggurken unterscheiden. Durch die Milchsäuregärung erhalten sie einen tiefen, sauren Geschmack, der der Suppe ihren unverwechselbaren Charakter verleiht.

Säure und Schärfe: Die Zugabe von Gurkenlake (sok z ogórków) und das Andicken mit einer Mischung aus Mehl und Sahne sind Schlüsseltechniken. Die Sahne mildert die aggressive Säure der Lake und der Gurken, während das Mehl die Suppe auf eine klassische, cremige Konsistenz bringt, ohne die Frische zu verlieren.

Variationen – Die Brühe macht den Unterschied: Das Rezept erwähnt, dass die Suppe auch auf Kalbsbrühe (wywarze z cielęciny) gekocht werden kann. Dies ist die traditionelle Art, die Suppe reichhaltiger zu machen und sie von einer einfachen Gemüsesuppe zu einem sättigenden Hauptgericht aufzuwerten. Die Brühe bildet dann die Basis, anstelle von einfachem Wasser.

Ein Ganzjahresgericht: Obwohl die Suppe oft als sättigendes, wärmendes Gericht im Winter genossen wird, ist ihr frischer, säuerlicher Geschmack auch an heißen Tagen sehr beliebt.


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Okt. 122025
 

Картофельный суп с грибами и черносливом (Kartoffelsuppe mit Pilzen und Dörrpflaumen)

Diese rustikale Suppe aus der osteuropäischen Küche kombiniert herzhafte Pilze und Kartoffeln mit einer unerwarteten Süße und Säure von Dörrpflaumen (Schwarzpflaumen) und Rosinen.

Zutaten für ca. 4–6 Portionen

  • 2,5 Liter Wasser
  • 50 g getrocknete Pilze
  • 100 g Dörrpflaumen (entsteint)
  • 100 g Rosinen
  • 600 g Kartoffeln
  • 100 g Zwiebeln
  • 4–5 dünne Scheiben Zitrone
  • 1 EL Mehl
  • 2 EL Pflanzenöl
  • Frische Kräuter (z.B. Petersilie oder Dill)
  • Salz

 

Zubereitung

  1. Pilze vorbereiten: Die getrockneten Pilze gründlich waschen, mit Wasser übergießen und 3 Stunden lang einweichen lassen.
  2. Pilze kochen: Die Pilze im Einweichwasser kochen, bis sie weich sind. Die Pilze mit einem Schaumlöffel herausnehmen und in Stücke schneiden. Den Pilzfond durch ein feines Sieb abseihen.
  3. Zwiebeln anschwitzen: Die Zwiebeln fein würfeln und in dem Pflanzenöl weich dünsten.
  4. Andicken (Roux): Die Zwiebeln mit dem Mehl bestreuen und unter ständigem Rühren 5–8 Minuten mitdünsten.
  5. Brühe ansetzen: Die angeschwitzten, leicht bemehlten Zwiebeln in den kochenden Pilzfond geben. Die geschnittenen Pilze hinzufügen und alles aufkochen lassen.
  6. Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln schälen und in große Würfel schneiden. Die Kartoffelwürfel in die Suppe geben und salzen. kochen lassen.
  7. Früchte hinzufügen: Die Dörrpflaumen und Rosinen gründlich waschen und in die Suppe geben. Weitere kochen lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
  8. Servieren: Die Suppe mit gehackten frischen Kräutern (Petersilie oder Dill) bestreuen. Vor dem Servieren in jede Portion eine dünne Scheibe Zitrone legen.

 

Kulinarische und Historische Notizen

Fastenküche und Tradition: Diese Suppe ist tief in der Tradition der osteuropäischen Fastenküche verwurzelt. Während der strengen Fastenzeiten war es nicht erlaubt, Butter, Schmalz oder saure Sahne zu verwenden. Pflanzenöl und Mehl dienten zum Andicken. Die Suppe ist daher von Natur aus vegan.

Der süß-saure Kontrast: Das Besondere an dieser Suppe ist die Zugabe von Dörrpflaumen und Rosinen. In der traditionellen slawischen Küche sind süße und saure Komponenten oft in herzhaften Gerichten zu finden. Die Früchte sorgen nicht nur für eine angenehme Süße, die gegen die Erdigkeit der Pilze und Kartoffeln arbeitet, sondern ihre Säure (zusammen mit der abschließenden Zitronenscheibe) verleiht der Suppe auch eine erfrischende Helligkeit. Dieses süß-saure Profil ist charakteristisch für viele Gerichte dieser Region.

Ein vollwertiges Gericht: Die Kombination aus stärkehaltigen Kartoffeln, proteinreichen Pilzen und energiereichen Trockenfrüchten machte diese Suppe zu einem sättigenden und nahrhaften Hauptgericht in einfachen bäuerlichen Haushalten.

Die Brühe als Basis: Die Methode, die Pilze im Einweichwasser zu kochen und diesen Fond zu verwenden, ist essentiell. Es sorgt dafür, dass das gesamte intensive Umami-Aroma der getrockneten Pilze in der Brühe erhalten bleibt – ein zentrales Element für den tiefen Geschmack der Suppe.


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